Anna-Lena Grönefeld seit 14 Jahren im Fed Cup: "Wird nicht ewig weitergehen"

Von Ulrike Weinrich
Freitag, 20.04.2018 | 10:47 Uhr
Anna-Lena Grönefeld
© getty
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Anna-Lena Grönefeld spielt seit 2004 im deutschen Fed-Cup-Team. Die Doppelspezialistin könnte auch im Halbfinale gegen Tschechien am Samstag (12.00 Uhr) und Sonntag (11.00 Uhr/jeweils live bei DAZN) in Stuttgart den Unterschied ausmachen.

Anna-Lena Grönefeld läuft entspannt durch die Katakomben der Porsche Arena. Aus der Ruhe bringen lässt sich eine wie sie nicht mehr. Auch wenn es in diesen Tagen mal wieder um ihre Herzensangelegenheit geht: Fed Cup spielen.

Seit 2004 ist Grönefeld jetzt fast regelmäßig in der DTB-Auswahl dabei - und damit derzeit die dienstälteste Spielerin. Mit Barbara Rittner (44), erst Teamchefin und jetzt Head of Women's Tennis im Verband, hat sie vor 14 Jahren sogar noch zusammen für Deutschland aufgeschlagen.

Der Fed Cup ist immer eine kleine Wohlfühloase für Grönefeld

Die Faszination Fed Cup hat für die 32-Jährige nichts von ihrem Reiz verloren. "Es ist jedes Mal wieder ein großer Spaß dabei zu sein", sagt Grönefeld, die ihre Einsätze für die Nationalmannschaft durchaus als Konstante in ihrer Karriere bezeichnet. Etwas, was ihr abseits vom Tour-Alltag auch immer irgendwie ein wenig Halt gab und sich gut anfühlte. Wie eine kleine Wohlfühloase eben.

Grönefeld weiß genau, dass es an diesem Wochenende auch auf sie ankommen könnte. So wie im Viertelfinale im Februar gegen den hoch favorisierten Gastgeber Weißrussland (3:2). In Minsk holte sie im Doppel an der Seite von Tatjana Maria den entscheidenden dritten Punkt für den ohne Angelique Kerber und Julia Görges angetretenen Außenseiter. "Mit diesem Sieg hat keiner gerechnet, deshalb war es auch umso schöner", erinnert sich Grönefeld an den Gänsehautmoment.

"In Auswärtspartien rückt man als Mannschaft noch enger zusammen"

Egal, wie das Duell mit dem zehnmaligen Titelträger aus Tschechien in Stuttgart ausgeht, ein wenig anders wird sich alles anfühlen. "Heimspiele sind immer ein bisschen intensiver, weil drumherum viel mehr los ist", erklärte die zweifache Grand-Slam-Siegerin im Mixed , "allerdings rückt man in Auswärtspartien als Mannschaft noch enger zusammenrückt, weil man nur sich hat. Das ist der größte Unterschied."

Grönefeld selbst saugt jeden Fed-Cup-Moment auf. Wohlwissend, dass ein Karriereende langsam in Sichtweite rückt. "Es wird nicht mehr ewig weitergehen, weil ich einfach gerne eine Familie haben möchte", betonte die Wahl-Hannoveranerin. Mit Kind auf Tour gehen wie ihre Kollegin Maria? Das will Grönefeld eigentlich nicht, aber sie lässt sich ein Hintertürchen offen: "Man sollte niemals nie sagen."

Das Leben auf der Tour? "Das zehrt schon, je älter man wird"

Das Leben im Profi-Zirkus ist für die Nummer 20 der Doppel-Weltrangliste längst nicht mehr nur noch der pure Genuss: "Es wird mit dem Alter schon schwerer. Aus dem Koffer leben, Hotels, Anlage - das zehrt schon, je älter man wird." Und trotzdem merkt man Grönefeld diese innere Zufriedenheit an.

Das war vor geraumer Zeit noch ganz anders. Im Oktober 2011 beendete die gebürtige Nordhornerin ihre Einzelkarriere auf der Tour, nachdem es zum zermürbenden Psychokrieg mit ihrem Ex-Trainer gekommen war. Fünf Jahre zuvor hatte die 1,80 Meter große Rechtshänderin im Viertelfinale der French Open gestanden und in dieser Zeit Rang 14 im WTA-Einzelranking belegt.

Als Doppelspielerin bei Turnieren "ein bisschen das letzte Glied der Kette"

Ihr Glück fand Grönefeld erst danach - als Doppelspielerin. Ein wenig abseits vom gleißenden Scheinwerferlicht. Seitdem muss sie natürlich auch auf die Privilegien der Einzelspielerinnen verzichten. Die sehnsüchtigen Blicke in Richtung der bevorzugten Konkurrenz hat sie längst abgelegt. "Man ist bei den Turnieren natürlich immer so ein bisschen das letzte Glied der Kette. Aber das weiß man ja vorher, wenn man Doppel spielt", meinte sie.

Ein leichtes Bedauern ist zwar rauszuhören, von Verbitterung aber keine Spur. Dazu hat Grönefeld zu viel erreicht. Und das weiß sie. "Ich werde stolz auf meine Karriere zurückblicken", betonte die 32-Jährige - und fügte an: "Ich werde nie mehr so viel verdienen wie als Tennisprofi."

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