Davis Cup: Alexander Zverev und die Herkules-Mission im spanischen Sand

Mittwoch, 04.04.2018 | 12:41 Uhr
Alexander Zverev
© Jürgen Hasenkopf
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Das deutsche Davis-Cup-Team um Spitzenspieler Alexander Zverev geht ab Freitag (11.30 Uhr live auf DAZN) als Außenseiter ins Viertelfinal-Duell mit Spanien. Bei den Gastgebern steht ein Fragezeichen hinter der Verfassung von Rückkehrer Rafael Nadal.

Der April ist eigentlich ein sanfter Übergangsmonat im Tennis. Die große Karawane des Wanderzirkus zieht dann von den harten Böden Nordamerikas auf die Ascheplätze überall in Europa.

Aber man fängt normaler Weise auf kleineren und mittelwichtigen Turnierbühnen an, auch beim Masters mit eingeschränktem Elitestatus in Monte Carlo, bevor im Mai die bedeutenden Festivitäten rufen, Spitzenturniere wie in Madrid und Rom - und schließlich die French Open in Paris, der Grand-Slam-Höhepunkt der zermürbenden Rutschübungen.

Auch Alexander Zverev hätte sich in diesem Jahr wieder auf diesen traditionellen, bewährten Pfaden bewegt, mit der Strategie der langsamen Gewöhnung an das ganz andere Spiel auf Sand und mit stetig wachsenden Herausforderungen. Seinen ersten Leistungszenit hätte er dann spätestens in Rom erreichen müssen, wo er stolzer Verteidiger des Titels bei den Offenen Italienischen Meisterschaften im Foro Italico ist.

Sascha Zverev: "Man muss von Null auf Hundert umschalten"

Aber nun wartet eine Bewährungsprobe auf ihn, die selbst für erfahrene Großmeister seines Sports als Herkulesmission gelten muss: Nur fünf Tage nach seinem verlorenen Masters-Endspiel in Miami wird Zverev bereits zum ersten Mal beim Davis-Cup-Viertelfinalduell in der Stierkampfarena von Valencia aufschlagen müssen, wahrscheinlich gegen Roberto Bautista-Agut, die Nummer zwei der Platz-Herren.

Am Sonntag wartet ein noch undankbarerer Job auf den 20-jährigen Hamburger, dann, wenn es mit ziemlicher Sicherheit im Spitzeneinzel gegen Sandplatzkönig und Comebacker Rafael Nadal geht. Der Champion aller Sandplatz-Klassen, der zehnmalige French-Open-Gewinner, hat sich ja für sein Comeback nach gut zweimonatiger Verletzungspause (Blessur am rechten Hüftbeuger) ausgerechnet das Länderspiel gegen die Deutschen und damit auch gegen Zverev ausgesucht. "Es ist schon so, dass man von Null auf Hundert auf Sand umschalten muss", sagt Zverev.

Klar ist: Wenn die Deutschen zaghaft davon träumen, gegen das spanische Team der Sandplatzkünstler eine Überraschung in die Asche von Valencia schreiben zu können, dann sind Punktgewinne des Weltranglisten-Vierten Zverev zwingend nötig. Und klar ist auch: Zverev muss eine fast magische Wende bewerkstelligen, eine brutal schnelle und gelungene Anpassung an die neuen Verhältnisse - und zwar gegen alle Widrigkeiten wie Jet Lag-Müdigkeit, die Enttäuschung über die verpasste Pokalchance in Florida und eben die erwiesene Klasse seiner Kontrahenten.

Zum Jahresbeginn überzeugte Zverev als Frontmann beim Überraschungscoup in Australien, er legte damals gemeinsam mit dem siegreichen Doppel Tim Pütz/Jan-Lennard Struff den Grundstein für den Triumph. Aber es war nur ein harmloser Vorgeschmack auf das, was Zverev und dem Rest der DTB-Auswahl nun in Valencia bevorsteht - beim Versuch, erstmals seit 2007 wieder in ein Halbfinale vorzustoßen. "Wir sind natürlich Außenseiter, aber wir rechnen uns Chancen aus", sagt Kapitän Michael Kohlmann, "unser Team hat große Qualitäten."

Auch Philipp Kohlschreiber gehört als zweiter Solist dazu, ein Mann, der schon wiederholt Außergewöhnliches im Davis Cup schaffte, gerade gegen Spanien. 2009 etwa, da gewann Kohlschreiber gegen den damaligen Weltranglisten-Neunten Fernando Verdasco in fünf umkämpften Sätzen in Marbella.

Fragezeichen hinter Rafael Nadal

Nicht nur hinter Zverevs Auftritt steht in Valencia allerdings ein Fragezeichen. Auch Nadals Form und Verfassung bleiben bis zum ersten Centre-Court-Gastspiel am Freitag, dann wohl gegen Kohlschreiber, ziemlich ungewiss. Seit der Viertelfinal-Aufgabe bei den Australian Open in Melbourne gegen Marin Cilic hat der Matador kein Wettkampfmatch mehr bestritten, gleichwohl reichte ihm Federers frühes Ausscheiden jüngst in Miami für den erneuten Sprung an die Ranglisten-Spitze.

Doch wird er auch wie eine Nummer 1, wie der Chef im Sandplatzring auftreten können, in gewohnt überwältigender Kraft und Dynamik? Anders als die Deutschen hat Nadal immerhin schon seit Wochen auf Sandplätzen trainiert, daheim im mallorquinischen Manacor.

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