"Habe Verständnis für Sascha, aber…"

Freitag, 08.09.2017 | 09:57 Uhr
Tommy Haas kann sich in Alexander Zverev gut hineinversetzen
© getty

Tommy Haas hat Alexander Zverev für die Absage des Davis-Cup-Relegationsduells (15. bis 17. September) gegen Portugal in Schutz genommen. Die Art der Kommunikation sei aber nicht ideal gewesen, ließ die ehemalige Nummer zwei der Welt durchblicken.

Während Ex-DTB-Kapitän Carl-Uwe Steeb Alexander Zverev scharf kritisierte ("Falsche Entscheidung getroffen"), kann Tommy Haas den Davis-Cup-Verzicht der deutschen Nummer eins nachvollziehen. "Es ist eine schwierige Situation. Aus Spielersicht habe ich Verständnis für die Absage", sagte der 39-Jährige gegenüber Bild.

Ausschlaggebend sei unter anderem Zverevs Positionierung im Ranking, erklärte Haas: "Sascha kann sich bis Jahresende unter den besten vier Spielern der Welt etablieren. Er wäre dann bei den Australian Open unter den Top 4 gesetzt. Vielleicht spielen auch Boni von Sponsoren eine Rolle. Auf Sand zu spielen, macht da für ihn jetzt wenig Sinn, wenn es dann wieder nach Asien auf Hartplatz geht."

Haas kann die Interessen des 20-jährigen Hamburgers zwar aus eigener Erfahrung nachvollziehen, weist aber auch auf Kommunikationsdefizite hin: "Als Profi musst du sehen, wie du deine Ziele erreichen kannst. Ich habe auch nicht immer Davis Cup gespielt, auch wenn es mir viel bedeutet hat, für Deutschland anzutreten. Boris Becker und Michael Stich waren auch nicht immer dabei. Du musst aber klar und rechtzeitig kommunizieren, ob du Davis Cup spielen willst oder nicht."

Haas hätte gern ausgeholfen

Nachdem auch Philipp Kohlschreiber und Mischa Zverev in Lissabon nicht zur Verfügung stehen, ruhen alle Hoffnungen auf Jan-Lennard Struff, Cedrik-Marcel Stebe, Yannick Hanfmann und Tim Pütz. Haas selber wäre für den Kampf um den Klassenerhalt bereit gewesen. "In so einem Notfall hätte ich mich gefreut, wenn mich einer gefragt hätte. Einen Einsatz im Doppel hätte ich mir vorstellen können."

Der neue Head of Men's Tennis beim DTB, Boris Becker, sei um diese komplizierte Ausgangslage nicht zu beneiden. Haas gibt die Hoffnung trotzdem nicht auf: "Für Boris ist die Situation jetzt natürlich hart. Es wird in Portugal ganz schwer. Ein Abstieg jetzt wäre fatal. Aber unsere Truppe hat Chancen. Einer muss Portugals Top-Spieler Sousa schlagen, um den Klassenerhalt zu schaffen."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung