Dominic Thiem kritisiert die Planung der ITF

"Es ist fast schon ein Riesenskandal"

Dienstag, 12.09.2017 | 18:27 Uhr
Dominic Thiem
© GEPA

Dominic Thiem will im Davis Cup seinen Beitrag leisten, dass es für Österreich nicht zum Worst-Case-Szenario kommt.

Es ist ein Szenario, über das österreichische Davis-Cup-Team noch keinerlei Gedanken verschwendet. Doch geht die Partie am Wochenende gegen Rumänien verloren, droht der Mannschaft von Kapitän Stefan Koubek ein Dilemma. Das ÖTV-Team müsste dann während des Quali-Wochenendes bei ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle um den Klassenerhalt in der Europa-Afrika Zone I spielen. Neben Thiem wird wohl nur ein weiterer Österreicher, der eine Wildcard bekommt, direkt im Hauptfeld der Erste Bank Open stehen. Der Rest müsste in die Qualifikation.

"Es ist fast schon ein Riesenskandal, dass die ITF das überhaupt so plant. Es gibt einige Nationen, die nur einen Top-Spieler haben und gerne Davis Cup spielen würden. Der Termin ist aber eine Frechheit. Eine Niederlage gegen Rumänien steht schließlich sowieso nicht zur Debatte, aber trotzdem ist es natürlich ein Wahnsinn", sagte Thiem am Rande der Pressekonferenz für die Erste Bank Open in Wien. Der Weltranglisten-Siebte ließ kein gutes Haar an der ITF und deren Entscheidungsfindung zum Davis Cup.

"Oben zu bleiben ist ein Muss"

"Ich bin definitiv enttäuscht, dass es wieder keine Reformen gegeben hat. Es hätte auf jeden Fall etwas geändert gehört. Für die Top-Spieler ist der Davis Cup mehr eine Belastung als eine Freude, weil der Davis Cup einfach nicht in den Kalender passt. Ich glaube, dass ich nicht der Einzige bin, der das gesagt hat. Da ist eine große Chance versäumt worden." Kommt der geplante Teamwettbewerb der ATP, würde dies den Stellenwert des Davis Cups weiter schmälern. "So wie es ausschaut, könnte der bald kommen und dem Davis Cup sehr schnell den Rang ablaufen."

Thiem kann mit seinen zwei geplanten Einzelsiegen seinen Beitrag leisten, dass es für Österreich nicht zum Worst-Case-Szenario kommt. "Oben zu bleiben ist kein Ziel, sondern ein Muss. Das Ziel in näherer Zukunft ist vielmehr, wieder um die Weltgruppe zu spielen. Das ist drin für Österreich, wir sollten also weiter rauf schauen."

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