Schweiz verhindert erneut Abstieg im Davis Cup

Klassenerhalt, aber wie lange noch?

Dienstag, 19.09.2017 | 13:01 Uhr
Marco Chiudinelli
© getty

Die Schweiz gewinnt die fünfte Relegationspartie im Davis Cup in den letzten sechs Jahren. Ohne Roger Federer und Stan Wawrinka scheint der Abstieg aus der Weltgruppe allerdings nur eine Frage der Zeit zu sein.

Die Schweiz ist im Davis Cup mittlerweile zum Relegationsspezialisten geworden. In den letzten sechs Davis-Cup-Saisons spielten die Eidgenossen fünfmal um den Klassenerhalt in der Weltgruppe, und fünfmal ging es gut für das Team von Kapitän Severin Lüthi. Die Schweiz gewann in Biel nach 1:2-Rückstand mit 3:2 gegen Weißrussland. Die Frage stellt sich jedoch, wie lange der Davis-Cup-Sieger von 2014 noch in der Weltgruppe mitspielen kann.

Der 36-jährige Marco Chiudinelli, der das letzte Einzel gegen Weißrussland gewann, beendet möglicherweise seine Karriere am Ende der Saison. Weitere Einsätze von Roger Federer und Stan Wawrinka sind trotz der engen Beziehung zu Kapitän Lüthi eher unwahrscheinlich. Henri Laaksonen ist als Nummer 113 im ATP-Ranking derzeit die Nummer drei im Schweizer Herrentennis hinter Federer und Wawrinka. Danach klafft eine große Lücke. Bleiben Federer und Wawrinka, die 2015 in ihrer bislang letzten Davis-Cup-Partie den Klassenerhalt sicherstellten, dem Davis Cup weiter fern, dann wird es für die Schweiz eine Mammutaufgabe, um in der Weltgruppe zu bleiben.

Ist das Glück aufgebraucht?

Und das Glück könnte nun langsam aufgebraucht sein. Im Vorjahr hieß der Relegationsgegner nur Usbekistan (3:2-Sieg in Tashkent). In diesem Jahr gab es ein Heimspiel gegen Weißrussland, die ohne die drei nominell besten Einzelspieler aufliefen. Glückliche Umstände für Kapitän Lüthi, der in Zukunft neben dem 25-jährigen Laaksonen wohl auf den 22-jährigen Adrian Bodmer (ATP 507) und den 20-jährigen Antoine Bellier (ATP 727) setzen wird. Dank der Punkte für den Davis-Cup-Sieg im Jahr 2014 gehört die Schweiz bei der Auslosung für die Davis-Cup-Saison 2018 weiterhin zu den acht gesetzten Nationen. Trotzdem drohen schwere Brocken als Gegner, darunter Spanien, die USA oder auch Deutschland, sofern Alexander Zverev spielt.

Es könnte aber auch die nächste glückliche Fügung geben, wenn der Erstrundengegner Ungarn heißt. Die Ungarn schafften völlig überraschend mit dem Erfolg gegen Russland den Aufstieg in die Weltgruppe. Gegen Ungarn hätte die Schweiz auch ohne Federer und Wawrinka eine realistische Siegchance. Ansonsten scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die Eidgenossen aus der Davis-Cup-Weltgruppe absteigen.

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