Tommy Haas feierte den überraschenden Sieg über Roger Federer recht bedächtig

Haas: "Das würde mich ziemlich ankotzen"

Donnerstag, 15.06.2017 | 09:16 Uhr
Turnierdirektor Tommy Haas
© getty
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Es war ein Sieg, der sowohl auf Seiten des Publikums als auch auf Seiten der Spieler Nebenwirkungen hatte. Tommy Haas weiß den Triumph über Roger Federer indes gut einzuschätzen.

Von Florian Goosmann aus Stuttgart

"Wow Tommy tournament director Haas wins 2nd set vs Fedfan", twitterte Brad Gilbert zum Ende des zweiten Satzes im Match zwischen Roger Federer und Tommy Haas. Gilbert hat eine Spitznamen-Vorliebe, speziell auf Twitter, und die Namen, die er vergibt, treffen den Nagel ziemlich oft auf den Kopf. Diesmal nicht. Haas war nicht als Turnierdirektor in Stuttgart. Haas war noch mal als Spieler gekommen.

Das Match gegen Roger Federer - es war so etwas wie die Karriere von Tommy Haas in Kurzformat: Rückschlag, Comeback, Rückschlag, Comeback. Satz eins verloren, in Durchgang zwei bereits ein Break zurück, im Tiebreak einen Matchball gegen sich, in Satz drei mit Break vorne und 0:40 hinten. Haas fightete - und Haas gewann. Es sind diese Matches, wie er immer wieder gerne betont, für die sich die Comeback-Anstrengungen so sehr gelohnt haben. "Ich habe nach dem Break in Satz zwei vielleicht etwas freier aufgespielt", fand Haas selbst den Wendepunkt einer Partie, die bis dahin nicht annähernd den Ausgang offenbart hatte, die sie letztlich fand.

Haas sprachlos und emotional äußerlich gefasst

Haas feierte den größten Sieg seit guten drei Jahren recht bedächtig. Er klatschte mit Federer beim Abgang noch mal ab, auch nach dem Spiel gab er sich zurückhaltend. "Ich bin einerseits etwas sprachlos, dass ich ihn geschlagen habe", sagte er. "Roger ist auch ein sehr enger Freund, von daher ist das nicht so ein Sieg zum Feiern. Außerdem ist es meine letzte Karrierephase, meine Emotionen sind anders, als das vor fünf oder sechs Jahren der Fall gewesen wäre. Damit muss ich selbst erst klarkommen."

In Stuttgart geht es nun ohne Zugpferd Roger Federer weiter. Dafür, so mag Turnierdirektor Edwin Weindorfer sich etwas trösten, eben mit Haas, der am Freitag gegen Mischa Zverev spielen wird. Wie es sich denn anfühlen würde, wenn jemand bei seinem Turnier in Indian Wells direkt zu Beginn Roger Federer rausnehmen würde, wurde "Tommy tournament director Haas" in der Pressekonferenz letztlich noch gefragt. "It would really suck", so seine Antwort. "Das würde mich ziemlich ankotzen".

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