Tennis

Roger Federer vor den ATP Finals: "Im Kopf bereit, vom Spiel okay"

Roger Federer
© getty

Die Form kommt zurück, der Körper hält und mental ist Roger Federer ohnehin bereit für das letzte Turnier des Jahres.

Irgendwie waren sich nach dem Auftritt in Paris alle einig: Es war die richtige Entscheidung von Roger Federer, nach dem Basel-Sieg auch in der französischen Hauptstadt aufzuschlagen. Spielerisch ging es hier nach und nach in die richtige Richtung, und auch wenn es im Herzschlag-Halbfinale gegen Novak Djokovic im Tiebreak des entscheidenden Satzes schließlich ein Doppel- und einfacher Vorhandfehler zu viel war: Die Federer-Form nimmt die richtige Tendenz an.

Alles gut also beim Maestro? Jein. "Wenn ich verliere, bin ich nie happy. Ich bin keiner, der sagt: Ich habe großartig gespielt, aber trotzdem verloren. Ich finde: Wenn ich großartig spiele, gewinne ich", erzählte Federer vorm Start bei den ATP Finals in London gegenüber dem Schweizer Tages-Anzeiger.

"Ja, es war ein guter Match gegen Djokovic. Aber Paris garantiert mir nichts für London. Die Bedingungen sind an jedem Turnier anders. Ich bin einfach froh, kam ich in Basel und Paris heil durch diese acht Matches am Stück durch. Das gibt mir Vertrauen in meinen Körper. Im Kopf bin ich sowieso bereit für dieses letzte große Turnier. Vom Spiel her fühle ich mich okay. Die Puzzleteile könnten in London zusammenkommen. Aber ich werde dafür kämpfen müssen."

Paris sei vor allem insofern ein Vorteil gewesen, als dass er recht frei aufgespielt habe - ein Problem der jüngeren Turnierplanung mit weniger Einsätzen. "Wenn du so wenig spielst wie ich, ist es nicht so einfach, es so locker zu sehen. Du willst nicht früh ausscheiden, spielst anfangs eher, um nicht zu verlieren, als um zu gewinnen. In Paris-Bercy war ich da schon entspannter."

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Federer und die Sache mit der "neuen" Rückhand

In London beginnt Federer gegen Kei Nishikori, den er in Basel und Paris geschlagen hat, "mental ein gewisser Vorteil für mich", weiß der Weltranglisten-Dritte. Aber: "Er wird es sicher zu verstehen wissen, mich in viele Rückhandduelle zu verwicklen."

Stichwort Rückhand: Diese galt nach der verletzungsbedingen Auszeit 2016 als großer Pluspunkt beim Comeback, vor allem Rafael Nadal nahm Federer hier den großen taktischen Vorteil, den der Spanier jahrelang gegen den Schweizer ausspielte. In diesem Jahr hingegen glänzt die "neue" Federer-Rückhand seltener, zuletzt griff der 20-fache-Major-Champ häufig auf den Slice zurück. Mit Grund jedoch, wie er ausführte.

"Jeder Gegner spielt anders. Nadal spielt oft langsamer und höher auf meine Rückhand, deshalb gehe ich da mehr in den Ball rein. Wenn ein anderer mit mehr Tempo auf meine Rückhand spielt, hart und lang, kann ich sie nicht so attackieren." Es komme also auf die Bedinungen an. Auf schnellem Rasen, wie in Stuttgart und Halle, habe er verstärkt den Slice eingesetzt, in Shanghai dann nur Topspin gespielt, in Basel sei wieder der Slice im Vordergrund gestanden, "weil ich das Gefühl hatte, so gewinne ich das Turnier".

Beim Melbourne-Endspiel gegen Nadal im Vorjahr "ging es damals einfach perfekt auf", so Federer. "Ich fühlte mich nach sechs Matches so gut auf der Rückhand, dass ich das Gefühl hatte, ich kann sie voll durchziehen. Und das tat ich später dann auch in Indian Wells und Miami." Natürlich hoffe er, manchmal ein Match mit der Rückhand zu entscheiden. "Aber ich weiß, dass mich meistens meine Vorhand, mein Aufschlag und meine Beinarbeit zum Erfolg führen."

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Federer trainiert mit seinen Kids

Eine bislang unbekannte Seite bekamen die Federer-Fans in der Vorwoche zu sehen - nämlich Papa Roger beim Tennis mit seinen Kids. Wenn es sich ergebe spiele er mit ihnen, so Federer, aber erzwingen würde man es nicht.

Das Video sei in der Schweiz entstanden, am Tag nach dem Djokovic-Match und vor dem Abflug nach London. "Die Kids hatten sowieso Tennistraining, da ging ich spontan vorbei und spielte mit allen vier."

In London selbst wird dafür wenig Zeit bleiben: Federer steigt hier am Sonntagabend um 21 Uhr MEZ ins finale Turnier des Jahres ein.

Das ganze Interview mit Roger Federer lest ihr hier!

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