Tennis

Novak Djokovic: "Sehr stolz auf das Erreichte - besonders unter diesen Umständen"

Von Florian Heer
Novak Djokovic, ATP
© Florian Heer

Der amtierende Wimbledon- und US-Open-Sieger Novak Djokovic ist bei den am Sonntag beginnenden ATP-Finals in London der große Favorit.

Von Florian Heer aus London

Noch ein Tag bis zum offiziellen Beginn des größten Hallentennisturniers der Welt. Die Restaurants und Shops sind zwar geöffnet, aber vieles wirkt noch ein wenig kahl in der o2-Arena im Londoner Stadtteil Greenwich. Klar, die Fans fehlen. Noch. Letzte Aufbauarbeiten werden hier und da noch erledigt damit ab Sonntag die Bühne für das große Saisonfinale der Herren hergerichtet ist.

"Ich hatte zu keiner Zeit den Glauben verloren"

Als Topfavorit wird Novak Djokovic ins Rennen gehen. Der 31-jährige Serbe hat eine bewegte Saison hinter sich. Noch im Juni war er nach einer Verletzungspause und ein paar mageren Ergebnissen während der ATP-Masters-Turniere im Frühjahr nur noch auf Weltranglistenposition 22 zu finden. Seit letzter Woche ist klar, Djokovic wird die Saison an der Spitze beenden. Er ist der erste Spieler seit Marat Safin im Jahr 2000, dem das Kunststück gelang innerhalb eines Jahres von außerhalb der Top 20 auf die 1 zu stürmen.

"Dies ist wahrscheinlich die ultimative Herausforderung: Nach den ATP-Finals im Ranking ganz oben zu stehen. Ich bin sehr stolz auf das Erreichte, insbesondere unter den Umständen in dieser Saison," gab Djokovic in London zu Protokoll.

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"Nach meiner OP am Ellbogen im Februar sah es nicht so aus, als könnte dies noch zum Jahresende herausspringen. Nicht nur des schlechten Rankings wegen, sondern auch, wie ich auf dem Platz agiert habe. Den Glauben zurückkehren zu können, hatte ich aber zu keiner Zeit verloren. Es hat seine Zeit gedauert und die letzten fünf Monaten waren perfekt. Dazu kam auch, dass Nadal leider bei den Turnieren nach den US-Open verletzungsbedingt nicht mehr antreten konnte," so der zweifache Grand-Slam-Champion in 2018.

Coach Vajda als Vater des Erfolgs

Einen großen Anteil am Comeback-Märchen des Serben hat auch sein neuer, alter Coach Marian Vajda, der in dieser Woche mit dem ATP-Coach-of-the-Year-Award ausgezeichnet wurde. "Marian ist mehr als ein Trainer für mich. Auch in der Zeit, in der wir nicht zusammengearbeitet haben, waren wir doch stets in Kontakt", berichtete "Nole": "Wir haben uns über viele verschiedene Dinge unterhalten. Wir haben eine besondere Beziehung und ich hoffe, dass dies auch bis zum Lebensende so bleiben wird. Dass er jetzt offiziell wieder als Coach an meiner Seite ist, ist ein besonderes Bonbon für mich, wofür ich sehr dankbar bin. Als die Zusammenarbeit mit Andre Agassi und Radek Stepanek zu Ende war, musste ich mich für eine Richtung entscheiden, wie es weitergehen soll und ich fühlte, dass ich wieder etwas Vertrautes um mich herum benötigte."

Auftakt am Sonntagabend gegen Aufschlagriese Isner

Djokovic wird bereits am Sonntagabend in das Rennen um den letzten Titel der Saison einsteigen. In der Gruppe "Guga Kuerten" wird er sich mit dem ATP-Finals Debütanten John Isner messen. "Das wird eine leichte Aufgabe," scherzte Isner auf die Frage, wie es gegen Djokovic aussehen wird.

Der 33-jährige US-Amerikaner wurde nach dem Lacher aber schnell wieder ernst. "Novak Djokovic ist der Mann, den es zu schlagen gilt," befand Isner schließlich. "Ich bin der Underdog. Ich habe nichts zu verlieren. Ich werde raus gehen und einfach versuchen Spaß zu haben."

ATP-Finals als Wanderzirkus - Aus für Showkampf in Saudi-Arabien

Inwieweit die ATP-Finals noch über dem Jahr 2020 hinaus in London stattfinden werden, steht zudem in der Diskussion. Djokovic war einer der wenigen Spieler, die in der Vergangenheit verlauten ließen, dass ein Wechsel in eine Stadt eine positive Veränderung nach sich ziehen kann.

"Ich möchte nicht, dass ihr mich falsch versteht," schickte Djokovic darauf angesprochen voraus, "ich habe große Erfolge in London gefeiert und liebe es hier zu spielen. Ich denke jedoch, dass das Konzept der ATP-Finals einem gewissen Turnus unterliegen sollte. Das Turnier sollte umherziehen. Es ist das größte Event, dass die ATP besitzt. Die besten acht Spieler in einem einzigartigen Gruppenmodus. Das ist eine großartige Möglichkeit den Tennissport weltweit zu promoten. Zehn Jahre an einem Ort können dann bereits zu viel sein. Es hat aber nichts mit London an sich zu tun," erklärte der Mann aus Belgrad, dessen Familie selbst in der Veranstaltung eines Turniers involviert war.

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Wesentlich kürzer angebunden war Djokovic auf die Frage, ob der kontrovers diskutierte Schaukampf mit Rafael Nadal in Saudi-Arabien denn nun ausfallen werde. "Er wird nicht stattfinden," gab Djokovic eindeutig zu Protokoll. Ob Nadals Verletzung der Grund hierfür sei, wollte man weiterwissen. Ein schnelles "Ja!" beendete schließlich das Thema.

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