ATP Finals: Media Day mit Federer, Nadal, Thiem, Zverev

Thiem hat seine Zehen wieder im Griff

Samstag, 11.11.2017 | 16:04 Uhr
Dominic Thiem
© getty

Rafa ist fearless, bei Federer ist alles Roger und Alexander Zverev will fit bleiben: Einige Beobachtungen vom Media Day der ATP Tour Finals.

Von Florian Goosmann aus London

Man wird ja doch immer wieder überrascht vom Leben, wieso soll das in London anders sein. Denn der erste Tennisspieler, der einen beim Ausstieg aus der Underground bei der o2-Arena anstrahlt, heißt: Novak Djokovic. Der zweite auch. Und der dritte ebenso. Ungefähr siebzig, achtzig Djokovic-Poster unterschiedlichster Größe hängen und kleben bis zum Ausgang in der Station; der Kleidungshersteller kann ja auch nicht für das frühe Saison-Aus, und das Krokodil ist nun mal offizieller Partner der ATP Finals. Und eins muss man Djokovic lassen: Schick sieht er aus in seinen Winterklamotten - und der Volley, mit dem er einen Schneeball abwehrt, passt auch.

Rafa fearless

In Person da sind natürlich acht andere, und alle dürfen mal ran am Media Day vor Turnierstart. Grigor Dimitrov ist eindeutig am besten gelaunt, "ich kann mein Lachen gar nicht verstecken" und "ein Traum wird wahr", freut er sich über seine Premiere bei der WM; und als Rafael Nadal kurz später gefragt wird, ob er zwischendurch mal Angst hatte, dass Roger Federer ihn noch von der Weltranglistenspitze verdrängen könnte, ruft Dimitrov im Rausgehen "Rafa is fearlesssss!" in die Runde.

Ganz so fearless scheint Nadal aber nicht, konkrete News zum Knie gibt es nicht, aber wenn er nicht daran glauben würde, fit genug zu sein, "dann wäre ich nicht hier", sagt er. Nadal hat noch bis Montag, seine Form zu testen, was ihm gut passen sollte - auch wenn er versichert, keine Anfrage für einen Montag-Start abgegeben zu haben.

Thiem wieder fit

Was bei Nadal das Knie ist, sind bei Dominic Thiem die Zehen: Offene Wunden dazwischen seien es gewesen, die ihn zuletzt behindert hätten, "das ist natürlich nicht angenehm, wenn man die ganze Zeit rennen muss. Aber ich habe es ganz gut in den Griff bekommen und hoffe, dass die Zehen nun ruhig bleiben", meint Thiem. Eine zähe Angelegenheit also für Thiem, denn er plagt sich schon länger damit rum, "auf Sand und Rasen ist es aber einfacher, weil man nicht so aprupte Abstoppbewegungen hat, auf Hardcourt wird das dann immer schlimmer." Das Training jedenfalls stimme, meint Thiem auch zu den jüngeren, eher schwachen Ergebnissen, "das Niveau ist immer da, verlernt habe ich es nicht - ich muss es halt ins Match rüberbringen."

Thiems Zehen werden sich trotzdem auf die Off-Season freuen, auch wenn nach der Saison ja bekanntlich vor der Saison ist, entsprechend durchgeplant ist alles schon für die Zeit nach dem Urlaub. Alexander Zverev, der im Vorjahr gemeinsam mit Jaz Green viel Wert auf Fitness und Kräftigung gelegt hat, will auch hieran weiter arbeiten, aber der Zeitplan ist ein anderer. "Ich habe fast einen Monat weniger Zeit", so Zverev. Zwei Wochen Pause, drei Wochen Fitness und "irgendwann am 18. oder 19. Dezember mit Tennis wieder anfangen", das sei der Plan. "Fitness ist nach wie vor der wichtigste Bereich in der Off-Season."

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Federer plant und reflektiert

Bei Federer weiß man ja nie so recht, was in Trainingsphasen rauskommt - ein neuer Schläger, ein neuer Schlag, ein neuer Trainer; wirklich was Neues verrät der "Maestro" aber nicht. Er wisse, wann er wieder mit Training anfange, wo er trainiere, wann er zum Hopman Cup aufbrechen werde. Ach ja: Fitnesstraining in der Off-Season steht natürlich auch bei Federer ganz oben. Offen hingegen sei, ob's 2018 wieder auf Sand geht. Aber er will es uns wissen lassen, wenn er es weiß.

Und erst mal geht's ja hier los, umso irritierender irgendwie die erste Frage, die Federer gestellt wurde: Wie er es sehe, sich wieder für die ATP Finals qualifiziert zu haben, wie er diese Errungenschaft einschätze. Federer selbst musste kurz nachdenken, reflektierte dann aber noch mal seinen Start ins Jahr und durch die Saison - und es war ja tatsächlich so: Im Januar noch stand er auf Rang 17 der Welt. Das muss man sich - Federer hin oder her - dann doch immer wieder bewusst vor Augen führen.

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