Tennis

ATP: Nick Kyrgios zeigt mal wieder sein großes Herz

Von tennisnet
Nick Kyrgios geht seine Titelverteidigung in Brsibane entspannt an
© getty

Auf den Wettkampf-Courts hat es 2018 für Nick Kyrgios nur selten zu Erfolgserlebnissen gereicht. Abseits der ATP-Tour weiß der Australier aber immer wieder zu überzeigen.

Älteren Tennisfans wird Folgendes vielleicht bekannt vorkommen: Ein Spieler mit außerordentlich viel Ballgefühl nimmt eher selten an den härteren Trainingseinheiten teil, verlässt sich auf sein goldenes Händchen und seine Intuition. Bei John McEnroe hat das in den 1980er-Jahren sehr ordentlich funktioniert, die Doppel-Matches mit Peter Fleming haben den New Yorker für seine Einzel frisch gehalten.

Ob diese Art der Trainingsdosierung auch für Nick Kyrgios die richtige ist, wird sich weisen. Der Australier blickt auf eine sehr bescheidene Saison 2018 zurück. Die eigentlich gut begonnen hatte: Mit dem Sieg in Brisbane im Finale gegen Grigor Dimitrov, dem er ein paar tage später bei den Australian Open allerdings in der vierten Runde unterlag. Danach war das Jahr aber eher von Verletzungen und Absagen geprägt, zuletzt warteten die Fans in Wien und Paris-Bercy vergeblich auf den Mann aus Canberra.

Es gibt wichtigere Turniere als Brisbane

Und auch die Frage, wie ernsthaft Kyrgios seinen Titel in Brisbane verteidigen will, ist im Moment noch nicht abschließend positiv zu beantworten. Er sei im letzten Jahr ohne große Erwartungen angereist und werde dasselbe wieder tun, erklärte Kyrgios vor ein paar Tagen. Es gebe schließlich wichtigere Turniere als Brisbane, das Heim-Grand-Slam-Event in Melbourne etwa.

Dass es ganz generell wichtigere Dinge als den Tennissport gibt, weiß Kyrgios allerdings auch. Am vergangenen Wochenende hat er mit seiner Stiftung knapp 100 Kinder in Canberra begrüßt. Auch, um Geld für unterprivilegierte Kinder zu sammeln.

Dass Nick Kyrgios ein großes Herz hat, steht ohnehin außer Frage. "Kürzlich ist eine junge Dame zu mir gekommen, die eine Knochenmarks-Transplantation gehabt hat", so die aktuelle Nummer 35 der Welt. "Dass sie ein paar Bälle bei uns geschlagen hat, das war ziemlich besonders. Sie hat von ihrer Krankheit erfahren, als sie mit dem Tennis begonnen hat. Ich habe ihr eine ganze Tasche mit Tenniszeug - Kleider, Rackets, alles Mögliche - geschenkt."

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