Tennis

Toni Nadal rechnet nicht mehr unbedingt mit einem Major-Coup von Roger Federer

Von Ulrike Weinrich
Toni Nadal, ATP
© getty

Toni Nadal, Onkel von Rafael Nadal, rechnet in Zukunft nicht mehr unbedingt mit einem weiteren Grand-Slam-Erfolg von Rekordhalter Roger Federer.

Toni Nadals Prognosen treffen relativ oft mitten ins Schwarze. Beim WTA-Turnier auf Mallorca im Juni hatte der 57-Jährige Angelique Kerber kurzum zur Wimbledonfavoritin erklärt. Ungeachtet der Tatsache, dass die deutsche Nummer eins auf der Baleareninsel in ihrem Auftaktmatch an der Qualifikantin Alison Riske (USA) scheiterte.

Knapp vier Wochen später wurde aus der Prophezeiung Realität. Kerber krönte sich am 14. Juli an der Church Road zur Rasen-Queen 2018 und erlangte im All England Lawn Tennis and Croquet Club so etwas wie die sportliche Unsterblichkeit. Onkel Toni wird sich ob seines goldrichtigen Tipps im heimischen Manacor ins Fäustchen gelacht haben.

Die besten Federer-Chancen sieht Toni in Wimbledon

Jüngst wurde der Ex-Coach und Onkel von Rafael Nadal in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Diario Vasco mit seiner Aussage konfrontiert, dass er einen weiteren Grand-Slam-Coup von Roger Federer für unwahrscheinlich erachten würde.

Und Toni Nadal bestätigte seine Einschätzung: "Ich habe das gesagt, mit allem Respekt, denn mit 38 Jahren wird es schwierig, ein Turnier zu gewinnen, bei dem 'best of five'-Matches gespielt werden." Kleine Randnotiz und Hinweis für den Spanier gleichermaßen: Noch ist Federer 37 - und er feiert erst am 8. August 2019 seinen 38. Geburtstag.

Toni Nadal räumte dem Schweizer die besten Chancen auf seinen insgesamt 21. Grand-Slam-Titel in Wimbledon ein. "Aber jedes Jahr wird es schwieriger." Das gleiche gelte im übrigen für "Rafael", seinen Neffen, den French-Open-Rekordchampion, der derzeit mit seiner Familie auf den Bahamas urlaubt.

"Rafa" vs "Rog": Kommt ein Film über DAS Duell?

Mittelfristig rechnet Toni Nadal mit dem Ende der so faszinierenden und prägenden Ära: "Früher oder später" würden sich Rafa Nadal und Roger Federer nicht mehr in den großen Finals gegenüberstehen.

38 Mal hatte es DEN Klassiker zwischen dem leidenschaftlichen Powerspieler und dem scheinbar über den Court schwebenden Maestro seit 2004 gegeben (23:15 Siege für Nadal) - die abgelaufene Spielzeit war erst die zweite Saison in 15 Jahren, in der es nicht zum immer wieder elektrisierenden Duell zwischen "Rafa" und "Rog" kam.

Geht es nach Toni Nadal, dann bietet der Tennis-Clasico genügend Stoff für eine Verfilmung - analog zum Streifen über Björn Borg und John McEnroe. "Auf der einen Seite haben wir dieses klassische und elegante Tennis - und auf der anderen Seite dieses auf Leidenschaft basierende Spiel. Es sind zwei unterschiedliche Stilrichtungen, und ich denke, es könnte interessant sein, diese auf der Kinoleinwand zu sehen", meinte der 57-Jährige.

Nadal will in Brisbane in die Saison starten

Nach Angaben seines Onkels wird Rafael Nadal am 4. oder 5. Dezember ins Training einsteigen. Vor rund drei Wochen hatte sich der 32-Jährige einen freien Gelenkkörper aus dem rechten Sprunggelenk entfernen lassen. Der Weltranglistenzweite Nadal konnte deshalb auch nicht bei den ATP-Finals in London an den Start gehen. Beim Turnier in Brisbane (ab 30. Dezember 2018) will der Linkshänder seine Saison eröffnen.

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