Tennis

Zwei Psychologen sollen helfen: Nick Kyrgios versucht einen Neuanfang

Von Ulrike Weinrich
Nick Kyrgios
© getty

Nick Kyrgios polarisiert. Das Enfant Terrible aus Australien hat eine äußerst durchwachsene Saison hinter sich - und möchte nun mit der Hilfe von zwei Psychologen ein konstanteres Jahr 2019 erleben.

Zufrieden und glücklich sieht Nick Kyrgios auf den Fotos aus, die den 23-Jährigen beim Canberra International Kids Day in seiner australischen Heimat an diesem Wochenende zeigen. Was nicht nur an der wärmenden Sonne in der Haupstadt liegt.

Kyrgios genießt den Austausch mit den Kindern, "das gibt mir die Chance, mich normal zu fühlen", sagte er der Tageszeitung The Canberra Times. Normal fühlen - ein Zustand, den Kyrgios gerade auf dem Platz nicht immer erlebt. Der 1,98-m-Schlaks ist bekannt für seine Ausraster, eckt an und steht nicht selten völlig neben sich.

Kyrgios: Ein Grenzgänger auf einem schmalen Grat

Er ist ein polarisierder Ballvirtuose, der, wenn er denn Lust dazu hat, die Filzkugel wie kaum ein anderer mit ganz viel Gefühl streicheln kann. Sie aber andererseits auch mal mit Brachialgewalt und wie zum Beispiel in Toronto mit über 200 km/h in die Ecken des Courts zimmert. Oder ein anderes Mal einfach so spielt und sich über das Feld schleppt, als habe er schlichtweg "null Bock" auf den ganzen Tennis-Mist. Ein Grenzgänger eben, der in jeglicher Hinsicht recht oft auf einem schmalen Grat wandelt.

Doch "Kygs", der eine Stiftung ("The NK Foundation") gegründet hat, die vernachlässigte Kinder unterstützt, hat sich mit Blick auf 2019 Hilfe geholt. "Ich hatte in diesem Jahr mit ein paar Dingen auf und abseits des Platzes zu kämpfen. Es war nicht einfach", sagte der Weltranglisten-38., der derzeit mit zwei Psychologen zusammenarbeitet, einem in Australien und einem in Übersee.

Mentale Probleme: "Wahrscheinlich habe ich es zu lange schleifen lassen"

"Ich will mental fit sein. Und ich fühle mich jetzt besser, offen über diese Hilfe zu reden. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich diese Dinge verheimlichen muss", erklärte Kyrgios - und übte Selbstkritik. Bekanntermaßen ein wichtiger Schritt zur Besserung.

"Wahrscheinlich habe ich es zu lange schleifen lassen", meinte er mit Blick auf seine psychischen Probleme. Zwar hat Kyrgios sich in der Vergangenheit schon öfter Experten zu Rate gezogen, doch die unbedingte Bereitschaft zur Veränderung war wohl nicht vorhanden.

Kyrgios will gerüstet sein für die nächste Saison, die für ihn besser laufen soll als die vergangene. Im Februar 2018 war er noch die Nummer 14 der Welt. Inzwischen steht er, auch aufgrund von Verletzungsproblemen, 24 Plätze schlechter - und ist derzeit nur noch die australische Nummer drei hinter Youngster Alex de Minaur (33.) und John Millman (35.).

Der Kalender 2019 soll für Kyrgios anders aussehen

Der exzentrische Mann aus Down Under will auch seinen Spielplan überarbeiten und straffen. "Ich möchte die richtige Abstimmung finden, damit ich mich nicht mental ausgebrannt und physisch schlecht fühle. In den vergangenen Jahren habe ich das richtige Schedule nie hinbekommen. Ich habe es nie gesund bis zum Ende der Saison geschafft", meinte Kyrgios.

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