Tennis

Schaukampf von Novak Djokovic und Rafael Nadal in Saudi-Arabien sorgt für Stirnrunzeln

Von tennisnet
Novak Djokovic und Rafael Nadal sind sich zuletzt in Wimbledon begegnet
© getty

Novak Djokovic und Rafael Nadal planen Ende Dezember 2018 einen Schaukampf in Saudi-Arabien zu bestreiten. Dies sorgt an etwa bei Amnesty International für Irritationen.

Wer Novak Djokovic bei Pressekonferenzen beobachtet, sieht einen Mann, der sich im Grunde jeder Frage aus dem Auditorium mit großer Ernsthaftigkeit annimmt, versucht, eine ausgewogene, durchdachte Antwort zu geben. Es ist also wohl davon auszugehen, dass sich der zuletzt wieder beinahe unschlagbar scheinende Djokovic seine Gedanken darüber gemacht hat, ob es vertretbar ist, in Saudi-Arabien einen Schaukampf mit Rafael Nadal auszutragen.

Die Börse soll dabei mehr als eine Million US Dollar für beide Spieler betragen. Es wäre das erste Aufeinandertreffen seit dem Halbfinale von Wimbledon zwischen dem Weltranglisten-Ersten Nadal und Djokovic, der in den kommenden Wochen die Spitze der ATP-Charts zurückerobern könnte. Es sei denn, die beiden Legenden sielen in Paris-Bércy oder bei den ATP Finals in London gegeneinander.

Auch der FC Bayern zu Gast in Saudi-Arabien

Gerade im Lichte der aktuellen Ereignisse um die mutmaßliche Ermordung des saudi-arabischen JournalistenJamal Kashoggi in Istanbul werden allerdings Stimmen laut, die Djokovic und Nadal dazu auffordern, ihren Auftritt am 22. Dezember 2018 in Jeddah noch einmal zu überdenken."Wir stehen nicht an, darüber zu entscheiden, welche Länder sportliche Wettkämpfe austragen und welche nicht", erklärte Allan Hogarth von Amnesty International, Abteilung Großbritannien. "Aber es ist natürlich klar, dass Länder wie Saudi-Arabien sehr wohl über das Potenzial Bescheid wissen, mit dem Sport ihrem Land ein besseres Image zu verpassen."

Novak Djokovic und Rafael Nadal sind natürlich nicht die ersten Sportler, die im Königreich Halt machen. Auch der FC Bayern München hatte vor einigen Jahren ein Testspiel in Saudi-Arabien bestritten, was auch innerhalb der Fangemeinde des deutschen Rekordmeisters für Irritationen gesorgt hatte.

"Nadal und Djokovic können natürlich darüber entscheiden, wo sie ihre lukrativen Schaukämpfe austragen", so Hogarth weiter. "Aber wenn sie wirklich nach Jeddah fahren, dann würden wir es begrüßen, wenn sie ihren Einfluss für Themen der Menschenrechte geltend machen. Ein Start wäre etwa die Unterstützung der tapferen Kämpfer für Menschenrechte in Saudi-Arabien in den sozialen Medien."

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