Tennis

Masters in Paris: Novak Djokovic mit 19. Sieg in Folge ins Achtelfinale

Von Ulrike Weinrich
Novak Djokovic, Paris
© getty

Dank seines 19. Sieges in Folge hat Rekordchampion Novak Djokovic das Achtelfinale des Rolex Paris Masters erreicht und darf weiter von seinem fünften Titelcoup beim Hallenturnier an der Seine träumen. Der Weltranglistenzweite bezwang den Qualifikanten Joao Sousa (Portugal) nach zwischenzeitlichen Problemen sicher mit 7:5, 6:1.

Nach 1:33 Stunden verwandelte Djokovic seinen dritten Matchball und feierte einen recht gelungenen Auftakt. In der nächsten Runde bekommt es der 31-Jährige beim neunten und abschließenden 1000er-Masters 2018 überraschend mit dem ungesetzten Bosnier Damir Dzumhur zu tun, der den Griechen Stefanos Tsitsipas (Nr. 14) mit 6:3, 6:3 ausschaltete.

Djokovic könnte in Paris Nadal als Nummer eins ablösen

Paris-Bercy und Novak Djokovic - das passt. Zwischen 2009 und 2015 hatte der Serbe im 12. Arrondissement im Osten der französischen Metropole vier Titel geholt. Er machte nie einen Hehl daraus, dass er sich im Palais Omnisports besonders wohlfühlt.

Und dieses Jahr könnte dem sechsmaligen Australian-Open-Champion in der Stadt der Liebe etwas ganz Besonderes widerfahren. Djokovic, Gewinner der letzten beiden Grand Slams in Wimbledon und New York, hat in Paris die Chance, Branchenprimus Rafael Nadal von der Spitze der Weltrangliste zu verdrängen. Der Sieger kassiert 1000 Punkte - und 973.480 Euro.

Im Juni war "Nole" noch die Nummer 22 der Welt

Es wäre eine historische Leistung, denn niemand zuvor hat seit der Einführung des Computer-Rankings 1973 innerhalb einer Saison so viele Plätze gut gemacht, um schlussendlich ganz oben auf dem Gipfel zu stehen. Ein Blick zurück: Im Juni noch belegte der "Djoker" auch aufgrund den Folgen einer Ellbogen-OP Rang 22, nachdem er im Frühjahr böse kriselte und nicht wenige ihm den Sprung zurück an die Spitze nicht mehr zutrauten.

Doch der zweifache Familienvater belehrte die Skeptiker eines Besseren, gewann in den vergangenen dreieinhalb Monaten die Major-Kronen im Rasen-Mekka an der Church Road und in Flushing Meadows sowie die 1000er-Masters in Cincinnati und zuletzt in Shanghai.

Während Djokovic in den ersten fünf Monaten des Jahres keinen einzigen Top-Ten-Spieler bezwingen konnte, verbuchte er seit Juni neun Erfolge gegen die illustre Konkurrenz.

Nur noch 215 Punkte Rückstand auf Rückkehrer Nadal

Für "Nole" spricht in Sachen Platz an der Sonne, dass er in diesem Jahr keine Punkte mehr zu verteidigen hat. Der Rückstand auf Nadal, der am Mittwoch in der französischen Hauptstadt sein Comeback nach einer Auszeit wegen chronischer Kniebeschwerden feiert, beträgt lediglich noch 215 Punkte. Beide sind bereits für die ATP-Finals in London (11. bis 18. November) qualifiziert.

Gegen den Weltranglisten-48. Sousa, der auch im US-Open-Achtelfinale im September an Djokovic gescheitert war, begann der Favorit souverän und ging mit 4:1 in Führung. Doch er verlor mit zunehmender Dauer seine Konstanz in den Grundschlägen und musste im siebten Spiel des ersten Satzes das erste Break seit dem US-Open-Finale am 9. September und nach sechs Matches hinnehmen.

Djokovic leistete sich 19 unerzwungene Fehler im ersten Satz

Beim 5:5 hatte der mutig agierende Sousa sogar eine weitere Chance, Djokovic den Aufschlag erneut abzunehmen. Doch der Wahl-Monegasse behielt in der brenzligen Situation kühlen Kopf und holte sich wenig später nach 52 Minuten mit einem crossgeschlagenen Vorhandwinner den Auftaktdurchgang - trotz der für ihn schwachen Bilanz von 19 Unforced Errors.

In der Folge wirkte Djokovic körperlich zwar nicht topfit, konnte seine Qualitäten aber in die Waagschale werfen und erspielte sich ein 5:0. Den Vorsprung ließ sich der 14-malige Grand-Slam-Triumphator nicht mehr nehmen und kam in der Night Session zu einem letztlich doch deutlichen Arbeitssieg. Allerdings kam Sousa zu zehn Breakchancen.

Auch Major-Rekordchampion Roger Federer geht in Paris an den Start. Die Teilnahme am mit 5,44 Millionen Euro dotierten Hallen-Spektakel war nach dem Heimtriumph des 37-jährigen Schweizers am vergangenen Sonntag in Basel nicht sicher gewesen.

Hier das Draw des Rolex Paris Masters

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