Tennis

ATP: Dominic Thiem im Interview - "Das ist fast die perfekte Lösung"

Von Jens Huiber
Dominic Thiem und Eric Babolat am Montag in Paris
© privat/Babolat

Dominic Thiem greift am Mittwoch in das ATP-Masters-1000-Turnier in Paris-Bércy ein. Zwei Tage davor hat der Österreicher seinen Vertrag mit Schlägerausrüster Babolat für sechs Jahre verlängert. Versuch eines Gesprächs.

Dominic Thiem wird auch für die kommenden sechs Jahre mit einem Schläger aus dem Hause Babolat seiner Arbeit nachgehen. Die Vertragsunterzeichnung erfolgt im Rahmen eines Pressegesprächs, die Amtssprache ist Englisch. Anwesend sind im Pullman Hotel in Paris in erster Linie französische Journalisten, die Zeit ist knapp.

Der französischen Ausgabe des Tennismagazins werden 20 Minuten zugestanden, in Wort und Bild. Danach unterschreibt die österreichische Nummer eins Griffbänder - die allerdings auf dem Babolat Pure Strike fest angeheftet sind, mithin die Spielgeräte für den Alltagsgebrauch ungeeignet machen. Aber immerhin zum Sammlerstück veredeln.

Thiem wechselt den Schläger erst nach bis zu 90 Minuten

Dass Babolat ursprünglich lediglich Saiten hergestellt hat, ist Dominic Thiem bekannt, der Lichtenwörther hat auf seinen Schlägern in der Regel Hybridsaiten aufgezogen. Schnell ein paar Fragen ...

tennisnet: Herr Thiem. Sie haben vor ein paar Jahren erzählt, dass Sie ihren Schläger nicht automatisch wechseln, wenn neue Bälle ins Spiel kommen. Hat sich an dieser Strategie etwas geändert?

Dominic Thiem: Nein, eigentlich nicht. Auf Sand wechsle ich öfter, weil ich es nicht riskieren möchte, dass die Saite nicht während eines Ballwechsels reißt. Auf Sand spiele ich in etwa 45 Minuten, auf Hardcourt kann es auch schon einmal doppelt so lange werden, weil da die Saite nicht nachlässt.

tennisnet: Das heißt, das Wechseln der Schläger bei neuen Bällen hat in erster Linie eine psychologische Komponente? Ist der Unterschied vielleicht wirklich nicht so groß?

Thiem: Für mich nicht, aber da ist jeder Spieler unterschiedlich. Ich persönlich mag es nicht so gern, wenn ich den Grip gerade gewohnt bin, der Schläger richtig gut in der Hand liegt - und ich dann einen neuen nehme.

"Bei del Potro kann man sich nie sicher sein"

tennisnet: Beim NextGen-Masters in Mailand werden wieder einmal neue Dinge versucht. So auch die Einführung eines Handtuchhalters. Eine gute Idee?

Thiem: Ich finde das eigentlich gut, fast die perfekte Lösung. Man muss natürlich darauf achten, die Zeit einzuhalten. Ohne Handtuch geht es nämlich auch nicht, an bestimmten Orten wie in Südamerika, Australien oder bei den US Open schwitzt man so sehr, dass es ohne Handtuch nicht geht. Andererseits sehe ich es absolut ein, dass die Ballkinder das nicht machen sollten. Wozu sollen uns das verschwitzte Handtuch hintragen? Deshalb glaube ich, dass der Handtuchhalter die perfekte Lösung ist. Aber da müssen die Schiedsrichter auch ein bisserl Fingerspitzengefühl haben. Und nicht nach 20 Sekunden sofort eine Warnung aussprechen.

tennisnet: Was wissen Sie mehr als wir über den augenblicklichen Gesundheitszustand von Juan Martin del Potro?

Thiem: Na, ja, privat hab ich mit ihm keinen Kontakt ...

tennisnet: ... aber in Spielerkreisen wird doch sicherlich darüber gesprochen, ob del Potro fit für London wird.

Thiem: Ich habe gehört, dass er nicht dabei ist. Aber ich bin auch derjenige, der am besten weiß, dass man sich bei del Potro nie sicher sein darf.

Mehr ist nicht drin an diesem Montagnachmittag, denn der Zirkel wird nun noch etwas kleiner. Übrig bleiben im Konferenzsaal lediglich Eric Babolat und seine engsten Mitarbeiter, Dominic Thiem und Günter Bresnik: Ein neuer Schläger wird präsentiert. Noch zu heiß für die breite Öffentlichkeit.

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