Tennis

"Bedeutet mir natürlich viel": Khachanov nach Moskau-Heimsieg happy

Von Florian Heer
Karen Khachanov
© Florian Heer

Karen Khachanov ist der Champion des diesjährigen Kremlin Cups. Der 22-jährige Moskauer besiegte am Sonntagnachmittag in seiner Heimatstadt den Franzosen Adrian Mannarino 6:2, 6:2. Es ist Khachanovs dritter Erfolg auf der ATP World Tour, der zweite nach Marseille in dieser Saison.

Von Florian Heer aus Moskau

Zwei frühe Breaks in jedem der beiden Sätze machten den Unterschied in einem flotten Endspiel und Khachanov konnte nach nur 54 Minuten Spielzeit im heimischen Olimpiyskiy Stadium, das zu den Sommerspielen 1980 als Austragungsort für die Boxkämpfe und dem Basketball-Wettbewerb diente, die Trophäe in die Höhe strecken.

"Ich bin mit Selbstvertrauen in die Partie gegangen und habe gut gespielt. Natürlich bedeutet mir das viel, hier zu gewinnen", strahlte Khachanov in der anschließenden Pressekonferenz. "Es ist ein Traum für mich wahr geworden. Als kleiner Junge habe ich hier selbst die Spieler um Autogramme gebeten. Die heutigen Erlebnisse werde ich immer in positiver Erinnerung behalten."

Russische Erfolge in Moskau

152.785 US-Dollar Preisgeld und 250 ATP-Weltranglistepunkte verbucht Khachanov durch seinen jüngsten Erfolg. Am Montag wird der Jungstar zum ersten Mal unter den Top-20 auftauchen, als bestplatzierter Russe. Daniil Medvedev, den Khachanov auf dem Weg zum Titel im Halbfinale besiegt hatte, erreicht mit Platz 20 ein persönliches Career-High.

"Das zeigt mir eine positive Entwicklung und dass ich mich weiter verbessern kann", gibt Khachanov zu Protokoll. "Die nächsten Stunden werde ich noch ein wenig mit Freunden und meiner Familie feiern, bevor es morgen Nachmittag nach Wien geht. Dort beginnt wiederum alles bei null."

Über 80.000 Zuschauer kamen in den letzten neun Tage in die Arena und wurden von ihren Lokalmatadoren nicht enttäuscht. Khachanov ist der erste Russe seit Mikhail Youzhny 2009, der bei den Herren triumphierte. Am Samstag verbuchte schon Daria Kasatkina für die Heimnation im Damenwettbewerb einen Erfolg.

Oswald und Mirnyi verlieren ihr letztes gemeinsames Doppel

Bereits am frühen Nachmittag hatte Philipp Oswald, Titelverteidiger im Doppelwettbewerb in Moskau, erneut das Finale erreicht. An der Seite des weißrussischen Altmeisters Max Mirnyi unterlag der 32-jährige Österreicher in diesem Jahr jedoch dem US-Amerikanischen Duo Austin Krajicek und Rajeev Ram mit 6:7 (4), 4:6.

"Am Ende haben lediglich ein, zwei Punkte den Unterschied ausgemacht", so Oswald nach dem Endspiel, das 1 Stunde und 17 Minuten dauerte. "Wir hatten einen Breakball im ersten Satz, den wir leider nicht verwerten konnten und dann ging es in den Tiebreak. Das Match wurde dominiert von vier aufschlagstarken Spielern und da bekommt man nur wenige Chancen."

Genau vor einem Jahr hatten Mirnyi und Oswald ihren ersten gemeinsamen Titel beim Kremlin Cup errungen. Seitdem kamen noch zwei weitere in Houston und New York hinzu.

"Wir hatten eine super Partnerschaft", so der viermalige ATP-Doppel-Champion. "Dies war unser letztes Turnier. Max hat sich seine Zukunft offengelassen. Vielleicht hört er auf, vielleicht hängt er aber auch noch ein Jahr als Prof ran. Er hat mir aber bereits nach den US Open gesagt, dass ich mich nach einem neuen Partner umschauen sollte. Ich bin dankbar für die Zeit, da ich viel gelernt habe."

Oswald mit Vorfreude auf Wien

Direkt im Anschluss an das Finale ging es für Oswald wieder in Richtung Österreich, wo nächste Woche das Heimturnier zusammen mit Jürgen Melzer in der Wiener Stadthalle ansteht. In der russischen Hauptstadt sind die zwei Österreicher noch als Gegner in der zweiten Runde aufeinandergetroffen. Jetzt gilt es die Kräfte zu bündeln.

"Wir haben bereits im Davis Cup gut zusammengespielt. Vor heimischen Publikum hoffen wir natürlich, eine kleine Sensation zu schaffen", gibt sich Oswald zuversichtlich.

Das Einzel-Draw aus Moskau

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