Kohlschreiber erreicht nach abgewehrtem Matchball Madrid-Achtelfinale - Struff raus

Von Ulrike Weinrich
Mittwoch, 09.05.2018 | 14:49 Uhr
Philipp Kohlschreiber
© getty

Philipp Kohlschreiber hat seine starke Form auch in der zweiten Runde von Madrid unter Beweis gestellt und steht zum zweiten Mal nach 2009 im Achtelfinale des Masters in der spanischen Hauptstadt. Drei Tage nach seiner Endspielniederlage in München besiegte der 34-Jährige den Lokalmatadoren Roberto Bautista Agut mit 6:3, 4:6, 7:5 und wehrte im entscheidenden Satz sogar einen Matchball ab.

Nach 2:32 Stunden verwandelte der Weltranglisten-28. Kohlschreiber auf dem Court Arantxa Sanchez seinen dritten Matchball im Duell mit dem an Position elf gesetzten Bautista Agut. Gegen den 30-Jährigen aus Castellon de la Plana hatte der Augsburger bereits am vergangenen Freitag im Viertelfinale von München gewonnen.

"Da waren absolute Highlight-Punkte dabei - von beiden. Wir haben voll am Limit gespielt," sagte Kohlschreiber gegenüber tennisnet." Ich fand ihn (Bautista Agut, Anm.) unglaublich stark heute, viele erste Aufschläge. Manchmal macht ein Punkt den Unterschied aus. Diese zwei Punkte zum Rebreak (im Dritten, Anm.), die haben ihm wehgetan."

Ausgeschieden ist dagegen Kohlschreibers Davis-Cup-Kollege Jan-Lennard Struff (Warstein). Der 28-Jährige verpasste einen Tag nach seinem Auftaktsieg gegen den rumänischen Qualifikanten Marius Copil die Runde der besten 16 durch eine klare 0:6, 2:6-Niederlage gegen den Kroaten Borna Coric. Struff bot in der 70-minütigen Begegnung besonders bei seiner "Höchststrafe" im ersten Durchgang eine äußerst schwache Vorstellung, ehe Coric im zweiten Satz durch ein Break zum 3:2 endgültig auf die Siegerstraße einbiegen konnte.

Madrid scheint in der "Kohli"-Gunst zu steigen

In der Partie um den Sprung in die Runde der letzten Vier trifft Kohlschreiber nun auf US-Open-Finalist Kevin Anderson (Südafrika/Nr. 6), der den kasachischen Qualifikanten Mikhail Kukushkin mit 5:7, 7:6 (7:3), 6:2 bezwang.

Die Mutua Madrid Open waren für den deutschen Davis-Cup-Spieler zuletzt kein gutes Pflaster. Bei den vergangenen sechs Austragungen in der Caja Magica war Kohlschreiber fünfmal in der ersten und einmal (2015) in der zweiten Runde ausgeschieden.

Starker Start von Kohlschreiber - Bautista Agut mit Schwächen

Doch einen Tag nach der überzeugenden Vorstellung gegen den Japaner Yuichi Sugita (6:4, 6:3) startete "Kohli" auch stark in sein Zweitrundenmatch. Bautista Agut hat in diesem Jahr immerhin schon die Turniersiege in Auckland und Dubai auf dem Konto - beide Titel holte er allerdings auf Hardcourt.

Kohlschreiber nahm seinem Kontrahenten gleich mit dem zweiten Breakball das erste Aufschlagspiel ab. Doch der Spanier ließ keinen Zweifel, dass er unbedingt die Revanche für die jüngste Niederlage bei den BMW Open schaffen wollte. Bautista Agut holte sich sein Service zum 2:2 wieder, schwächelte unmittelbar danach aber erneut und musste nach dem dritten kassierten Break den ersten Satz relativ klar abgeben.

Spanischer Lokalmatador vom Publikum unterstützt

In der Folge fing sich der Stuttgart-Champion von 2014 aber wieder - unterstützt vom heimischem Publikum auf dem zweitgrößten Court der Anlage. Kohlschreiber indes konnte nicht an seine herausragende Aufschlagquote vom Vortag anknüpfen, als er gegen Sugita bei eigenem Service in der gesamten Begegnung nur vier Punkte abgab. Das frühe Break im ersten Spiel des zweiten Durchgangs rettete Bautista Agut ins Ziel.

Im entscheidenden Satz erspielte sich Kohlschreiber beim Stand von 2:1 zunächst einen Breakball, konnte diesen aber nicht nutzen und verlor postwendend im nächsten Spiel sein Service zu Null. Alles schien für Bautista Agut zu laufen, einen Matchball bei eigener 5:3-Führung vergab er aber - und musste wenig später den 5:5-Ausgleich hinnehmen, als er nicht zum Sieg ausservieren konnte. In der heißen Phase behielt der Augsburger dann kühlen Kopf und belohnte sich nach einer erneut formidablen Vorstellung, die von 45 direkten Gewinnschlägen gekrönt wurde.

Gegen Kevin Anderson erwartet "Kohli" ein anderes Match: "Das ist vielleicht ganz gut, mal wieder einen aufschlagstarken Gegner zu haben. Ich habe heute viel in der Defensive arbeiten müssen. Es wird ein anderes Spiel, weniger Rhythmus.Ich muss gut retournieren und ein gutes Gespür für seinen Aufschlag bekommen, aber selbst aggressiv sein."

Weitere Hintergrundinfos zu den Madrid Open gibt's in unserem Live-Blog!

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