Tennis

Alexander Peya im Interview: Davis Cup? "Könnte mir Hewitt im Doppel gut vorstellen"

Peya spielte im Davis Cup 2005 gegen Hewitt.
© GEPA

Alexander Peya hat mit seinem Partner Nikola Mektic beim ATP Masters 1000 in Madrid das Viertelfinale erreicht. Am Donnerstag setzten sich die beiden gegen die an Nummer drei gesetzten Henri Kontinen und John Peers in zwei Sätzen durch.

Im Anschluss erzählte Peya, der in dieser Woche seinen 350. Doppel-Sieg auf ATP-Ebene feierte, im Interview mit tennisnet, wie er zu seinem Doppelpartner gefunden hat. Außerdem verrät er, was er von Einzel-Spielern in Doppel-Rastern hält und welche Erwartungen er für das Davis-Cup-Playoff gegen Australien hat.

tennisnet: Gegen Kontinen/Peers feierten Sie heute den sechsten Sieg im sechsten Match. Warum liegen sie Ihnen so sehr?

Alexander Peya: Dafür, dass sie ein unglaubliches Top-Team sind, und was sie bislang gewonnen haben, ist meine Bilanz gegen sie top. Von den ersten fünf Duellen gingen vier ins Champions Tiebreak, da ist also auch immer Glück dabei. Aber man merkt selbst auch vor einem Match, dass man sich gut fühlt, wenn man gegen sie spielt. Man hat keine Angst davor wenn man weiß, dass einem die eigentlich liegen. Sie werden sich auch ein bisschen ärgern.

tennisnet: Was ist generell das Rezept für ihren aktuellen Erfolgslauf?

Peya: Es entscheiden im Doppel in jedem Match ein paar Punkte, und wenn das Quäntchen Glück nicht auf seiner Seite ist, dann geht das schnell - in beide Richtungen. Das ist das Schöne - und Hässliche - am Doppel. Es hat viel mit Selbstvertrauen zu tun.

tennisnet: Sie haben sich ihr Selbstvertrauen in den vergangenen Wochen erspielt.

Peya: Wir spielen gut zusammen und haben solide Ergebnisse eingefahren. Wir trauen uns jedes Team zu, denn wir haben in dieser Saison bereits die Top-3 der Welt geschlagen, insofern haben wir keine Angst. Für uns war wichtig, dass wir in den Draw von Madrid überhaupt reinkommen, denn das war sehr eng.

tennisnet: Ist das aus Sicht von Profi-Doppelspielern ärgerlich, wenn sich Einzelspieler für ein Doppel melden?

Peya: Natürlich nervt es ein bisschen. Bei manchen hat man den Eindruck, sie spielen das Doppel nur, um vor dem Einzel ein Match zu haben. Selbst muss man aber zittern, dass man rein kommt, weil es eben so wichtig ist, bei diesen Turnieren mitspielen zu können.

tennisnet: Wichtig, um sich in der Weltrangliste hochzuarbeiten.

Peya: Wir haben jetzt schon viele Punkte gesammelt - gerade im Hinblick auf das Masters (ATP Finals in London, Anm.). Wenn man einen guten Start hinlegt, schaut man natürlich drauf, das ist immer das Ziel eines jeden Doppels. Wenn man bei den Events nicht mitspielen kann, wo es die wirklich dicken Punkte gibt, dann hat man keine Chance.

Alexander Peya über seinen Doppelpartner Nikola Mektic

tennisnet: Sie peilen also den Rest der Saison mit Mektic an?

Peya: Ja, es gibt überhaupt keinen Grund, etwas zu ändern. Bis zum Turnier in Miami haben wir uns festgelegt. Dann haben wir aber gar nicht mehr darüber gesprochen, weiterzumachen, es war ohnehin klar.

tennisnet: Wie haben Sie eigentlich zu Ihrem Doppelpartner gefunden?

Peya: Mein Ranking war Ende letzten Jahres nicht so gut, ich stand knapp über 50, da ist man nicht so interessant. Natürlich sprechen die Ergebnisse der letzten Jahre ein bisschen für mich, es war daher ein wenig "einfacher", einen besseren Partner zu finden. Er (Mektic, Anm.) stand damals um die 30. Das Ranking spielt eine Rolle, um bei den ganzen Turnieren rein zu kommen. Dadurch konnten wir beispielsweise auch 500er wie in Rio (Finalniederlage gegen Verdasco/Marrero, Anm.) spielen. Ich habe mir außerdem gedacht, dass es von der Spielanlage her passt. Wenn man so lange wie ich dabei ist, mit so vielen Spielern schon zusammen war, dann merkt man, was man braucht.

tennisnet: Was hat Ihnen dabei besonders gefallen?

Peya: Er ist einfach irrsinnig solide - in allem. Er bringt viele Returns, und das ist genau so etwas wie was ich mit dem Bruno (Soares, Anm.) hatte. Ich brauche solche Spielertypen. Das ist für mich wichtig, dass ich meine Stärken vorne am Netz ausspielen kann. Ich brauche einen relativ soliden Gesamtspieler, ich brauche beispielsweise keinen Kanonenaufschläger, weil ich auch so einer bin, der alles mitbringt.

Alexander Peyas 16 ATP-Turniersiege

JahrTurnierBelagPartner
2011HamburgSandOliver Marach
2012ValenciaHartplatz/HalleBruno Soares
2012TokioHartplatz/OutdoorBruno Soares
2012Kuala LumpurHartplatz/HalleBruno Soares
2012AucklandHartplatz/OutdoorOliver Marach
2013Sao PaoloSandplatz/HalleBruno Soares
2013BarcelonaSandplatzBruno Soares
2013EastbourneRasenBruno Soares
2013MontrealHartplatz/OutdoorBruno Soares
2013ValenciaHartplatz/HalleBruno Soares
2014London Queen's ClubRasenBruno Soares
2014TorontoHartplatz/OutdoorBruno Soares
2015MünchenSandplatzBruno Soares
2015BaselHartplatz/HalleBruno Soares
2017ShenzhenHartplatz/OutdoorRajeev Ram
2018MarrakeschSandplatzNikola Mektic

Alexander Peya über das Davis-Cup-Duell mit Australien

tennisnet: Sie spielen mit einem Kompressionsstrumpf am rechten Arm. Wie steht es um Ihre Fitness?

Peya: Das trage ich wegen meiner Arthrose im Ellbogen. Ich muss schauen, dass die Muskulatur entspannt bleibt und nicht zu sehr verhärtet, sonst spüre ich leichte Schmerzen. Es soll die Durchblutung fördern und ist einfach angenehm beim Spielen. Ich mag Tapes generell nicht so sehr und spiele lieber mit einem Strumpf oder einer heißen Salbe. Abgesehen davon - klopf' auf Holz - bin ich gesund und ready für die nächsten Aufgaben.

tennisnet: Ein etwaiges Karriereende war also nie angedacht?

Peya: Weil es mir nach wie vor irrsinnig Spaß macht und weil ich meine Familie ernähren muss (lacht). Ich hatte zwar in den letzten zwei Jahren immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen, natürlich zweifelt man da. Aber ich habe mir die Zeit genommen, meinen Körper wieder in Schwung zu bringen. Ich muss halt jetzt mehr dafür arbeiten, um die Wehwehchen im Rahmen zu halten.

tennisnet: Mit Peers haben Sie einen möglichen Gegner im Weltgruppen-Playoff des Davis Cups geschlagen. 2005 waren Sie beim bislang letzten Duell gegen Australien mit dabei, was sagen Sie zur Auslosung?

Peya: Es ist ein sehr interessantes Los. Gerade wenn die Top-Spieler beider Länder mitspielen gibt es zwei Charaktere, zwei absolute Top-Stars zu sehen. Das könnte ein Tennis-Fest werden. Ich hoffe natürlich, dass alle dabei sind, auch auf Australiens Bank mit Lleyton Hewitt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er sich für das Doppel aufstellt.

tennisnet: Werden Sie für das Playoff bereitstehen?

Peya: Natürlich! Beim letzten Mal habe ich abgesagt, weil ich davor acht Wochen in Folge in Amerika unterwegs war und in der Woche nach dem Davis Cup spielen musste, um mein Ranking hoch zu kriegen. Mittlerweile muss ich in meinem Alter ein bisschen auf meinen Körper schauen.

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