Tennis

Alexander Zverev verliert Miami-Finale - Dritten Masters-Titel verpasst

Von Ulrike Weinrich
Alexander Zverev
© getty

Alexander Zverev hat das packende Finale der Miami Open verloren und seinen dritten Masters-Titel nur knapp verpasst. Der Weltranglistenfünfte unterlag dem Aufschlagriesen John Isner (USA/Nr. 14) mit 7:6 (7:4), 4:6, 4:6. In der vergangenen Saison hatte Zverev die 1000er-Events in Rom und Montreal gewonnen.

Nach 2:28 Stunden verwandelte Isner seinen ersten Matchball mit seinem 18. Ass und wird als letzter Sieger des Crandon Parks in die Geschichte eingehen.

Das Turnier findet ab dem kommenden Jahr nicht mehr auf der vorgelagerten Insel Key Biscayne statt, sondern im Hard Rock Stadium - der Heimstätte des NFL-Klubs Miami Dolphins. Für Isner war es der erste Masters-Coup, nachdem er zuvor drei Endspiele bei 1000er-Events verloren hatte.

Zverev wird sich auf Platz vier der Weltrangliste verbessern

Der zu Beginn der Saison schwächelnde Zverev meldete sich trotz der Finalniederlage, für die er ein Preisgeld in Höhe von 654.380 Dollar und 600 Punkte für die Weltrangliste kassierte, zurück. Am Montag wird er wieder die Nummer vier im Ranking sein. Der 2,08-m-Hüne Isner, der auf dem Weg ins Endspiel unter anderem den an Position zwei gesetzten Marin Cilic (Kroatien) besiegte, stellte seinen Ruf als "Heimspieler" unter Beweis. Elf seiner 13 Titel hat er in den USA geholt.

"Du hast es verdient, ein Masters-Gewinner zu sein. Als ich 14 Jahre alt war, haben wir zusammen trainiert. Du hast mir beigebracht, wie man spielt", sagte Zverev bei der Siegerehrung zu Isner.

Vor den Augen von Promis wie Ex-Fußballer David Beckham waren gleich die ersten Ballwechsel bezeichnend für dieses Duell. Mit einem Returnwinner holte sich der Hamburger den ersten Punkt. Was auf dem Fuß folgte, war das erste Ass von Isner.

Zverev fand langsamer als der Lokalmatador aus Tampa/Florida in die Partie und musste gleich in seinem ersten drei Aufschlagspielen insgesamt fünf Breakbälle abwehren. Dies tat er trotz vereinzelter Rückhandschwächen äußerst nervenstark und spielte unter Druck sein bestes Tennis. Nicht zuletzt, weil er bei seinem Service glänzend variierte.

Im Tiebreak macht Zverev vier Punkte in Folge

Das Publikum auf dem Centre Court stand nicht komplett auf der Seite von Isner. Immer wieder waren "Sascha"-Anfeuerungsrufe zu hören. Zverev versuchte oft, den 32-Jährigen auf der Rückhand anzuspielen und ihn ans Netz zu locken. Zverevs einzigen Breakball beim Stand von 2:2 im ersten Satz wehrte Isner, der zehn seiner zwölf Turniererfolge in der US-Heimat gewonnen hatte, symptomatisch mit einem Ass ab.

Es passte perfekt ins Bild, dass der Auftaktdurchgang im Tiebreak entschieden werden musste. Nach einem 3:4 mit Mini-Break in Rückstand holte Zverev die nächsten vier Punkte. Beim ersten von zwei Satzbällen profitierte der 20-Jährige von einem Rückhandfehler des Amerikaners - und zeigte die Faust in Richtung seiner Box, in der sein Vater Alexander Senior zufrieden nickte.

Nach einem Gang in die Kabine setzte Zverev gleich bei der Fortsetzung erneut ein Zeichen und gewann sein erstes Servicespiel zu Null. In der Folge gaben sich beide Finalisten bei ihren Aufschlägen keine Blöße, der jeweile Returnspieler stand auf verlorenem Posten. Bis Isner das erste Break der Partie zum 5:4 gelang, als er eine Schwächephase von Zverev nutzte. Er hatte unmittelbar danach zweimal die Chance, sich das Aufschlagspiel zurückzuholen, doch Isner behielt die Nerven und gewann den zweiten Durchgang.

Die Vorentscheidung in einem nun zeitweise hochklassigen Schlagabtausch fiel, als Zverev beim 4:4 sein Service zum insgesamt zweiten Mal abgab. Unmittelbar danach zertrümmerte er sein Racket und erhielt eine Ermahnung. Isner ließ sich diese "Vorlage" dann nicht mehr entgehen.

Zverev kann trotzdem zufrieden Richtung Davis Cup reisen

Ungeachtet der Niederlage präsentierte sich Zverev, der erste deutsche Finalist in der 34-jährigen Turniergeschichte der Miami Open, in Florida gut erholt von seiner Erstrunden-Niederlage in Indian Wells und steigerte sich im Verlauf des Events stetig. Die Krönung blieb allerdings aus, das Endspiel wird ihm sicher eine schlaflose Nacht bescheren.

Kleiner Trost: Besonders im Viertelfinale gegen den formstarken Borna Coric (Kroatien/Nr. 29) und in der Vorschlussrunde gegen Pablo Carreno Busta (Spanien/Nr. 16) hatte "Sascha" geglänzt. Immer dabei auf der Tribüne: Sein kleiner blonder US-Edelfan Felix, mit dem Zverev in diesen Tagen sogar einmal Bälle schlug.

Zverev kann nun voller Zuversicht dem anstehenden Davis-Cup-Duell gegen Gastgeber Spanien in Valencia (6. bis 8. April) entgegenblicken. Dort warten auf die deutsche Nummer eins wohl auch ein Duell mit Branchenführer Rafael Nadal.

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