Edberg rät Federer zum Verzicht auf Sandplatzsaison

Samstag, 03.03.2018 | 11:39 Uhr
Stefan Edberg und Roger Federer - zwei Legenden, die sich immer noch verstehen
© getty

Stefan Edberg hat als Coach dem Spiel von Roger Federer eine offensivere Note verliehen - zu einem gemeinsamen Triumph bei einem Major hat es für den Schweden und den Maestro allerdings nicht gereicht.

Eigentlich erstaunlich, welche Einblicke die Tennisfans dieser Tage hinter die Kulissen der großen Turniere bekommen - so wurde Roger Federer auf seinem Weg vom Centre Court in Wimbledon bis auf den Balkon, wo der Schweizer nach seinem Erfolg gegen Marin Cilic die Siegertrophäe präsentierte, von Kameras begleitet, zu sehen überall auf dem Tennisglobus. Den Grad der Herzlichkeit zu vergleichen, mit der Federer von den anwesenden Prominenten umarmt wurde, fällt schwer, Stefan Edberg jedenfalls hat den Maestro sehr innig geherzt. Wie auch den Pokal. Kein Wunder: Als Coach von Federer blieb dies Edberg, selbst zweifacher Champion an der Church Road, versagt.

"Es war toll zu sehen, wie Roger zurückgekommen ist, nachdem er so hart gearbeitet hat", erklärte Edberg nun in einem Interview mit dem Portal rediff. "Es fasziniert mich, wie er das immer noch alles schafft. Er ist immer noch motiviert, er liebt das Spiel immer noch."

Und Federer schafft all das nicht alleine. "Ganz wichtig ist die Unterstützung, die Roger von seiner Familie und von seinem Team bekommt.", so Edberg weiter. Im Moment läuft alles so gut, das sollte er einfach genießen. Wir wissen alle, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Er muss einfach ein großes Event nach dem anderen angehen, Jahr für Jahr, und einfach schauen, wie es geht. Weil jetzt kann er entspannt aufspielen."

Früheres Karriere-Ende

Stefan Edberg selbst hat 1996 seine Karriere beendet, an heutigen Maßstäben gemessen sehr früh: Zum Zeitpunkt seines Rücktritts war der Schwede gerade einmal 30 Jahre alt. Edberg hat sechs Grand-Slam-Turniere gewonnen, das Double in Australien, Wimbledon und bei den US Open geschafft. Auf Sand war Michael Chang im Finale von Roland Garros 1989 der ganz große Stolperstein.

Die Entscheidung von Roger Federer, 2017 ganz auf die Aschenplatz-Turniere zu verzichten, kann Edberg gut nachvollziehen. Und kann auch einem Da Capo viel abgewinnen. "Wenn er sich dafür entscheidet, auf Sand zu verzichten, ist das aus meiner Sicht sehr weise, weil Rogers Chancen auf den Sieg der French Open sind nicht besonders groß. Dann kann er gleich gänzlich darauf verzichten, und sich gezielt auf Wimbledon und die US Open vorbereiten."

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