Tennis

Wann kommt das Live Hawk Eye?

Hyeong Chung kennt sich mit Hawk Eye Live aus
© getty

Nach dem erfolgreichen Einsatz des Live Hawks Eyes beim #NextGen-Masters in Mailand hat die ATP vor wenigen Tagen in Florida den nächsten Test gestartet.

Immerhin die Stimmen der Linienrichter werden in Zukunft noch gebraucht werden. Wenn auch nur einmalig, zur Aufnahme und dann weiteren Verwendung. Ansonsten aber könnte die Zunft der Damen und Herren, die sich um die richtige Einordnung der Landepunkte von Tennisbällen kümmern, schon bald der Geschichte angehören. Schließlich wurde beim #NextGen-Masters im vergangenen November in Mailand bereits das Live Hawk Eye getestet, jeder Ball im Aus wurde mit einem elektronischen Ton als solcher kenntlich gemacht.

Vor ein paar Wochen wurde im Rahmen der Champions Tour in Delray Beach der nächste Versuch unternommen, wie es scheint, zur Zufriedenheit der ATP. Im Gegensatz zum bereits gebräuchlichen Hawk Eye reagiert das System sofort, nicht erst auf eine Challenge eines Spielers. Jesse Levine, der selbst etliche Jahre auf der ATP-Tour als Profi gespielt hat, war nach dem Test in Delray Beach allerdings hin- und hergerissen. "Auf der einen Seite ist es cool, weil es in computer-basiertes System ist, das niemals falsch liegt", erklärte Levine gegenüber der New York Times. Andererseits ginge aber das menschliche Element verloren. "Es gibt keine Interaktion mit dem Fans mehr. Das Klatschen während der Challenges fällt weg. Und es steht auch nicht in der Tradition unseres Sports."

Altmeister John McEnroe hat sich in Delray Beach ebenfalls versucht. "In unserem Sport verändern sich die Dinge wirklich langsam", sagte McEnroe. "Aber wenn es die Technologie hergibt, dann brauchen wir nur noch einen Schiedsrichter, der den Spielstand bekanntgibt. Es ist ja nicht so, dass die Spieler die Bälle dann in oder aus gäben."

Entscheidung im Sommer?

Das würde ein elektronisches System übernehmen - im Gegensatz zur Premiere in Milan aber mit etwas mehr traditionellem Touch. Die ATP hätte verschiedene Signale für Out-Bälle versucht, erklärte Gayle David Bradshaw, in der Spielervereinigung zuständig unter anderem für das Regelwerk. "Wir haben uns dann dafür entschieden, verschiedene menschliche Stimmen aufzunehmen, die "Out" rufen, damit es nicht zu monoton wird." Probleme sieht Bradshaw in Zukunft am ehesten bei der Rekrutierung des Nachwuchses - schließlich würden die meisten Stuhlschiedsrichter ihre Karriere an der Linie beginnen.

Vom finanziellen Standpunkt her sollten die Turnierveranstalter nicht schlechter dastehen als zuvor - die Kosten für die Installation des Live Hawk Eyes würden durch den Wegfall der Ausgaben für Ausrüstung, Unterkunft und Bezahlung der Linienrichter wegfallen. Dass gerade die Kleidung des Platzpersonals eine willkommene Werbefläche für Ausrüster und Sponsoren ist, sollte allerdings nicht unter den Tisch fallen.

Über die Einführung des Live Hawk Eyes soll während des Wimbledon-Turniers 2018 vom ATP-Rat diskutiert werden.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung