Miami: Djokovic als "schmerzfreier" Märchenonkel im Einsatz

Von Ulrike Weinrich
Mittwoch, 21.03.2018 | 09:52 Uhr
Novak Djokovic
© getty

Es scheint bergauf zu gehen mit Novak Djokovic. In Miami konnte die frühere Nummer eins nach eigener Aussage erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit schmerzfrei trainieren. Und der Serbe bewies sein Talent auch auf einem anderen Terrain: Als Märchenonkel in einem Kindermuseum.

Djokovic ist selbst Vater eines Sohnes und einer Tochter: Stefan (3 Jahre) und Tara (6 Monate). Kein Wunder, dass er im Umgang mit Kindern immer wieder ein besonderes Händchen beweist. Anfang der Woche besuchte der 30-Jährige auf Einladung in Miami das Kindermuseum auf Watson Island. Am Ende wollten alle ihren "Nole" einfach nur noch ganz fest drücken.

"Es war ein wunderbares Erlebnis, das ich immer in Erinnerung behalten werde", sagte Djokovic, der rund 50 Kindern aus verschiedenen Altersklassen aus dem Buch "Pete the cat" (Pete, die Katze") vorlas. Am Ende bat er sogar ein kleines Mädchen auf die Bühne. Die Protagonisten und ihre Eltern jedenfalls waren begeistert vom authentischen Auftritt des namhaften Märchenonkels. Auch seinen Sohn Stefan hatte der Tennisstar mitgebracht.

Djokovic selbst darf sich Hoffnungen machen, dass seiner Leidensgeschichte in Florida nicht noch ein weiteres unerfreuliches Kapitel hinzugefügt wird. In den vergangenen Tagen habe er erstmals seit "langer, langer Zeit" schmerzfrei trainieren können, sagte der zwölfmalige Major-Champion bei seiner Pre-Tournament-Pressekonferenz in Miami und meinte: "Ich konnte mich endlich wieder auf das Spiel konzentrieren und war nicht abgelenkt von dem Gedanken: Kommt der Schmerz zurück, oder nicht? Dieses Gefühl in den letzten Tagen war wirklich erfrischend." Unter anderem absolvierte der "Djoker" eine Schlageinheit mit dem Spanier Fernando Verdasco.

Djokovic war beim Masters-1000-Turnier in Indian Wells bereits in seinem Auftaktmatch am japanischen Qualifikanten Taro Daniel (ATP-Nr. 109) gescheitert. Dabei hatte er sich nach eigenem Bekunden gefühlt, als habe er noch nie ein Racket in der Hand gehalten - insgesamt 61 unerzwungene Fehler waren dem sechsmaligen Melbourne-Gewinner unterlaufen. Der reinste Horrortrip.

Miami-Titel Nummer sieben? Unrealistisch für den "Djoker"

Nach seinem Achtelfinal-K.o. bei den Australian Open im Januar gegen Hyeon Chung (Südkorea) hatte sich Djokovic doch noch zu einem operativen Eingriff am Ellbogen entschlossen. In Down Under hatte er nach einer rund sechsmonatigen Wettkampfpause wegen der hartnäckigen Schmerzen im Arm erst sein Comeback gefeiert.

In Miami jedenfalls gehört der auf Weltranglistenposition zwölf abgerutschte Serbe nicht zu den Favoriten. Trotz seiner Erfolge im Sunshine State: Das Turnier im paradiesischen Crandon Park in Key Biscyane hat er insgesamt sechsmal gewonnen - und ist damit gemeinsam mit André Agassi Rekordhalter. Das "Sunshine Double", die kombinierten Coups von Indian Wells und Miami, holte sich "Nole" sogar viermal - zuletzt 2016.

Mischa Zverev könnte in der zweiten Runde warten

"Momentan bin ich natürlich noch nicht am Maximum angelangt. Aber ich arbeite daran, dort wieder hinzukommen. Jeder Tag ist ein Fortschritt für mich, aber auch eine Gelegenheit zu lernen, mich zu entwickeln - und besser zu werden", sagte Djokovic, der in der zweiten Runde von Miami am Freitag entweder auf Mischa Zverev (Hamburg) oder den Franzosen Benoit Paire trifft.

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