Hyeon Chung sorgt für Top-Quoten

Von tennisnet
Montag, 29.01.2018 | 14:37 Uhr
Hyeon Chung könnte in Südkorea einen Tennisboom auslösen
© getty

Hyeon Chung hat nicht nur die Fans in Melbourne überzeugt, sondern auch die TV-Zuschauer im heimischen Südkorea: Der übertragende Abonnement-Sender meldet erstaunliche Quoten.

Es ist wohl keine Übertreibung, mehr als drei Jahrzehnte nach Boris Beckers erstem Triumph in Wimbledon festzuhalten: Als der Deutsche 1985 im Finale an der Church Road Kevin Curren besiegte, schaute die ganze Nation zu. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, mit so gut wie keinen Alternativen. Auch als sich der Privatsender RTL die Rechte für das wichtigste Tennisturnier des Jahres sicherte - und Becker, Steffi Graf und Michael Stich über Jahre um die Titel mitspielten - drückte sich die Euphorie der deutschen Tennisfans in hohen zweistelligen TV-Quoten aus.

Allerdings im frei empfangbaren TV - in einem Land, das auf eine große Sporttradition zurückblickt. Und mit Zuschauern, die auch im Tennissport mit Helden wie Jimmy Connors, Björn Borg oder John McEnroe etwas anzufangen wussten.

Präzedenzfall Golf

In Südkorea sieht dies anders aus. Umso bemerkenswerter die Quoten, die die Auftritte von Hyeon Chung bei den Australian Open dem übertragenden Sender beschert haben. Mehr als zehn Prozent der gesamten nationalen TV-Zuschauer nutzten den Abonnement-Kanal JTBC, um den kurzen Auftritt Chungs gegen Roger Federer in der Rod Laver Arena mitzuverfolgen. Vergleichbare Quoten sind hierzulande undenkbar, selbst ein Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund würde SKY nicht einmal in die Nähe der bundesweiten Zehn-Prozent-Marke bringen.

Die Aussichten, dass sich Chungs neu gewonnene Popularität auch auf den Tennissport in Südkorea positiv auswirkt, stehen übrigens nicht schlecht. Zumindest gäbe es aus dem professionellen Sport einen Präzedenzfall: 1998 hatte Golferin Se-Ri Pak sensationell die US Open für sich entschieden, seitdem wird die Disziplin im Damenbereich von Südkoreanerinnen dominiert.

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