Ganz der Herr Papa?

Donnerstag, 19.10.2017 | 11:44 Uhr
Das schaut schon mehr nach Björn Borg aus
© getty

Mats Wilander hat als Experte und Tennislehrer ein überragendes Auge für potenzielle Talente. Ein junger Landsmann von ihm könnte seinen Weg machen. Und das mit einem prominenten Stammbaum.

Björn Borg ist den Tennisfans im Moment so präsent wie seit Jahren nicht mehr: Der elffache Major-Sieger stand nicht nur dem Team Europa beim Laver Cup als Kapitän vor, zusätzlich ist der Borg in Wahrheit der Hauptdarsteller eines aktuellen Kinofilms, der sich um sein großes Duell mit John McEnroe in Wimbledon 1980 dreht. Wer sich also über die Spielweise des großen Schweden informieren möchte, kann dies in einem Kinosaal seiner Wahl tun. Oder sich auf YouTube das Original ansehen.

Leo Borg, der 14-jährige Sohn Björns, hat eben dies vielleicht getan. Sich aber dann doch andere Vorbilder genommen, wenn es nach der Einschätzung von Mats Wilander geht.

"Er hat jetzt schon ein paar gute Qualitäten", erklärte Wilander gegenüber der Zeitung Espressen. "Guter Junge, gutes Gefühl für den Ball, schöne Technik. Wenn man sich sein gesamtes Spiel anschaut, findet man natürlich ein paar Schwächen, aber das ist normal. Und er hat eine positive Einstellung."

Anderer Ansatz

Zu einer Prognose mag sich der Eurosport-Experte nicht hinreißen lassen. "Mit 14 Jahren spürt er nicht denselben druck wie mit 16 oder 17. Dann ist es auch schwieriger, sich zu verbessern", so Wilander.

Und der Vergleich mit dem berühmten Vater? Leo erinnere ihn mit seiner guten Einstellung sehr wohl an Björn Borg. "Aber was seinen Stil anbelangt, hat das nicht besonders viel mit seinem Vater zu tun." Alleine mit fehlerlosem Spiel von der Grundlinie lässt sich im Spitzentennis anno 2017 und später nichts mehr gewinnen. Gut also für Leo Borg, dass er einen moderneren Ansatz wählt. Wobei auch hier das Studium der alten Bilder ratsam ist: Vor allem in Wimbledon war Björn Borg nämlich durchaus auch öfter in der Offensive zu finden. Und hat sich, entgegen dem Mythos, nicht nur zum Netzt begeben, um die Gratulationen seiner Gegner abzuholen.

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