Rafael Nadal mit komfortablem Vorsprung auf Roger Federer

Ist das Rennen um die Nummer 1 entschieden?

Dienstag, 12.09.2017 | 09:56 Uhr
Rafael Nadal und Roger Federer
© getty
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Wird Rafael Nadal das Jahr als Nummer eins der Welt abschließen, zum vierten Mal in seiner Karriere? Ja, es sei denn, der Tennisherbst hat eine überraschende Wende zu bieten.

Nun ist es offiziell: Durch die Ereignisse bei den US Open ist es fix, dass Rafael Nadal oder Roger Federer das Jahr als Nummer eins der Welt abschließen wird. Nadals Vorsprung auf den Drittplatzieren in der Jahresweltrangliste, Alexander Zverev, ist so gewaltig (5165 Punkte), dass dieser uneinholbar ist. Nun stellt sich die Frage, ob der Spanier zum vierten Mal nach 2008, 2010 und 2013 als Weltranglisten-Erster überwintern wird.

Ultimativer Showdown bleibt aus

Es müsste extrem viel passieren, damit Nadal in diesem Jahr die Weltranglistenführung an Federer abgibt. Bei den US Open hätte es im Halbfinale zum ultimativen Showdown der beiden Langzeitrivalen um die Nummer eins kommen können, doch durch das Ausscheiden von Federer im Viertelfinale und dem Titelgewinn von Nadal liegen die Kräfteverhältnisse nun wieder eindeutig auf Seiten des Spaniers. Dessen Vorsprung in der Jahresweltrangliste beträgt 1860 Punkte. Zu viel, um noch ernsthaft in Gefahr zu raten? Höchstwahrscheinlich!

Federer hat bis zum Saisonende noch vier Turniereinsätze außerhalb des Laver Cups, wo es keine Weltranglistenpunkte gibt, geplant: die beiden 1000er-Turniere in Shanghai und Paris-Bercy, das 500er-Heimturnier in Basel sowie die ATP World Tour Finals. Im Idealfall sind 4000 Weltranglistenpunkte für den Schweizer drin. Der ungeschlagene Sieger bei den ATP World Tour Finals bekommt 1500 Punkte. Zwar hat Federer in vergangenen Jahren im Herbst des Jahres immer fleißig gepunktet, aber nach den US Open steht weiterhin ein Fragezeichen hinter seinem Fitnesszustand.

Siegt Nadal nun wieder im Tennisherbst?

Nadal hat bis zum Saisonende die gleichen Turniereinsätze wie Federer geplant und spielt zudem beim 500er-Turnier in Peking. Der 31-Jährige hat demnach eine Chance mehr, um zu punkten. Zwar ist der Herbst die Achillesferse von Nadal, denn er konnte nach den US Open nur drei Turniere gewinnen, zwei im Jahr 2005 und eines im Jahr 2010, doch seine Form spricht eindeutig dafür, dass die lange titellose Zeit im letzten Saisonabschnitt ein Ende haben wird. Zumal große Rivalen auf Hartplatz wie Novak Djokovic, Andy Murray und Stan Wawrinka fehlen werden.

Federer, der dieses Jahr fünf Turniere weniger gespielt hat als Nadal, ist zudem auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen, um überhaupt eine Chance auf die Nummer eins zum Jahresende zu haben. Der 36-Jährige würde selbst bei vier Turniersiegen in Shanghai, Basel, Paris-Bercy und London nicht die Nummer eins werden, wenn Nadal jeweils ins Finale kommt. Es sieht ganz danach aus, dass das Rennen um die Nummer eins bereits entschieden ist. Für Nadal bleibt nun noch ein ganz großes Ziel übrig: der erstmalige Turniersieg bei den ATP World Tour Finals. Während Federer beim Saisonfinale zehnmal um den Titel spielte und sechs Finals gewann, erreichte Nadal nur zweimal das Endspiel. Die Chancen auf den Premierensieg stehen in diesem Jahr so gut wie noch nie.

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