Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek im großen Interview

"Unerklärlich und sensationell"

Samstag, 05.08.2017 | 14:47 Uhr
Stefan Koubek in Kitzbühel
© Jürgen Hasenkopf
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tennisnet: Mit Sebastian Ofner gibt es plötzlich eine neue Option.

Koubek: Das ist sehr angenehm. Sebastian drängt sich richtig auf im Team. Er war die letzten Male mit dabei und ist einer, der wirklich die richtige Einstellung mitbringt. Der will Tennis spielen, der tut alles dafür, und zur Zeit erntet er die Lorbeeren.

tennisnet: Die Vorhand von Ofner hat sich während der letzten Monate stark verbessert. Wie ist so etwas aus Ihrer Sicht bei einem eigentlich schon fertigen Spieler möglich?

Koubek: Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie das geht. Denn Sebastian trainiert ja in der Südstadt in der Bresnik Academy. Und ich weiß, wie da trainiert wird. Da hat Sebastian in den letzten Jahren sicherlich viele tausend Vorhandbälle gespielt, es geht einfach nur über Wiederholungen. Und mit den richtigen Trainern, die diszipliniert an einer Sache arbeiten. Und die dem Spieler auch erklären, warum etwas gemacht wird. Sebastian nimmt das sehr gut an. Seine Vorhand ist immer noch nicht seine Stärke, aber die hat sich extrem verbessert.

tennisnet: Ist Sebastian Ofner wirklich so ruhig, wie er nach außen hin scheint? Oder brodelt er innerlich, und wir sehen es nur nicht?

Koubek: So, wie ich ihn kenne, ist Sebastian eher der ruhige Typ, der gerne zuhört und nicht selbst viel erzählen muss.

tennisnet: Eine unerwartete Option könnte sich mit Nicolas Kicker auftun, der ja kürzlich einen österreichischen Pass bekommen hat. Und durchaus Interesse an Davis-Cup-Auftritten für Österreich geäußert hat.

Koubek: Ist sehr interessant, weil Kicker ein junger, sehr guter Spieler ist. Nichtsdestotrotz halte ich es aber eher mit den Spielern, die in den letzten Jahren für uns gespielt haben, immer da waren, die bei uns groß geworden sind. Dennoch ist Kicker für die Zukunft eine Option, denn wenn man weiterkommen, in der Weltgruppe eine Runde gewinnen möchte, muss man irgendwann mal auf das Ranking und die Erfolge schauen. Und da drängt sich so ein Spieler natürlich auf. Wir werden sicherlich mit ihm Kontakt aufnehmen, auch um herauszufinden, warum er denn den österreichischen Pass beantragt hat. Und ob er überhaupt für uns spielen möchte. Weil die Argentinier wollen das ja vielleicht auch von ihm.

tennisnet: Gibt es persönliche Erfahrungen?

Koubek: Ich kenne Kicker nicht persönlich, aber er kommt sehr sympathisch rüber. Markus Hipfl hat mir erzählt, dass Kicker nach seiner Niederlage in Hamburg noch einmal Philipp Kohlschreiber gratuliert hat. Solche Spieler sind in einem Team natürlich immer gerne gesehen. Im Moment haben wir ja Sebastian Ofner und Gerald Melzer, der sich auch immer zur Verfügung gestellt hat. Und der Unterschied im Ranking ist nicht so groß. Wenn aber Kicker um die 30 stünde und Dominic in den Top Ten, dann müsste man sich das sicher noch genauer überlegen.

tennisnet: Wie sieht Ihre Philosophie hinsichtlich der Mannschaftsaufstellung aus? Wird auf jeden Fall ein Doppelspieler gegen Rumänien dabei sein?

Koubek: Es ist schon fix, dass ein Doppelspieler dabei sein wird, und das wird aller Voraussicht nach Oliver Marach sein. da die Rumänen ein sehr starkes Doppel haben, kann man nicht alles auf das Doppel setzen. Aber mit Olli als Doppelspezialist, der ja auch ein guter Einzelspieler ist, bestünde eine gute Chance, dass Dominic auch Doppel spielen könnte. Aber da muss man natürlich noch abwarten.

tennisnet: Im großen Bogen noch einmal zurück zur augenblicklichen Situation im Welttennis, wo hinter den beiden Dominatoren der letzten Jahre, Andy Murray und Novak Djokovic, große Fragezeichen stehen. Wie bewerten Sie die Lage?

Koubek: Im Moment drängt sich einfach Roger Federer wieder auf. Ich bin ja nicht nur Freund, sondern auch Fan. Und mir gefällt es einfach, dass er allen Leuten, die ihn abgeschrieben haben, jetzt noch einmal zeigt, was in ihm steckt. Mich würde nichts mehr freuen, als wenn Roger noch einmal die Nummer eins wird. Und vielleicht auch die US Open gewinnt.

Teil 1: Stefan Koubek über Roger Federer und Österreichs Nummer eins

Teil 2: Stefan Koubek über neue Optionen im österreichischen Team

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