Tennis World Cup: Welchen Sinn hat der gemischte Teamwettbewerb?

Tennis World Cup – Eine völlig absurde Idee

Samstag, 15.07.2017 | 11:48 Uhr
© GEPA
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Der Tennis World Cup, der 2018 erstmals in New York ausgetragen werden soll, verspricht eine Revolution. Der Termin und das Konzept sind schlecht durchdacht. Die Ankündigungen wirken nicht seriös.

Es ist eine Nachricht, die völlig aus dem Nichts kam, auch für Tennisjournalisten. Am Halbfinaltag der Damen in Wimbledon wurde im sozialen Netzwerk Twitter ein neues, revolutionäres Tennis-Teamwettbewerb mit Damen und Herren für das Jahr 2018 angekündigt. Der Tennis World Cup soll direkt im Anschluss an Wimbledon im New Yorker Madison Square Garden (16. bis 22. Juli 2018) stattfinden und ab 2019 alle zwei Jahre in unterschiedlichen Metropolen ausgetragen werden. Wer tatsächlich hinter dem Format steckt? Noch schwer ersichtlich. Ob das Event tatsächlich stattfindet? Völlig unklar, denn es gibt bislang keine offiziellen Ankündigungen und Mitteilungen außer der Webseite.

Promotion-Video verspricht Williams und Murray

Dort heißt es, dass am Tennis World Cup zwölf Nationen teilnehmen werden, sechs aus Europa, drei aus Amerika und drei aus dem Raum Asien-Pazifik. Der Modus des Events verspricht vollmundig eine Revolution. Jede Nation stellt vier Spieler, zwei Damen und zwei Herren. Eine Partie besteht aus vier Matches, darunter untern ein Herren-Einzel, ein Damen-Einzel, ein Mixed-Doppel und auch ein Mixed-Einzel, also ein Duell zwischen einem Mann und einer Frau. Gespielt wird auf Zeit, für jedes Match sind nur zwanzig Minuten angedacht. Im Mixed-Einzel soll, um für halbwegs ausgeglichene Kräfte zu sorgen, jeder Ballwechsel mit Aufschlag der Frau beginnen. Braucht die Tenniswelt dieses Turnierformat? Nein, definitiv nicht! Es ist eine völlig absurde Idee ohne jeglichen sportlichen Stellenwert. Der Laver Cup, der im September seine Premiere feiert, wurde von langer Hand geplant und wird von den Topstars Roger Federer und Rafael Nadal promotet. Man darf gespannt sein, ob der Laver Cup tatsächlich seine Daseinsberechtigung im Tenniskalender finden wird.

Das Format des Tennis World Cup hingegen ist, so wie es auf der Webseite beschrieben ist, an den Haaren herbeigezogen und völlig ballaballa. So muss man es einfach bezeichnen. In einem Promotion-Video wird bereits mit der Teilnahme von Andy Murray und Serena Williams geworben. Auf der Webseite finden sich unter den Teams die Bilder von zahlreichen Topspielern, darunter Rafael Nadal, Novak Djokovic, Alexander Zverev, Angelique Kerber und Johanna Konta. Allerdings wird an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass es keine Garantie dafür gibt, dass die abgebildeten Spieler teilnehmen werden. Seriös sieht anders aus!

Ein Format für die Tonne

Der Tennis World 2018 beginnt einen Tag nach dem Wimbledonfinale der Herren in New York, also in einer anderen Zeitzone. Es sollte offensichtlich sein, dass zumindest alle vier Halbfinalteilnehmer in Wimbledon bei Damen und Herren diesem Event fernbleiben werden. Zudem sind Mannschaften dabei, die bei einem Mannschaftsteil kein Weltklasseformat aufweisen können. So fehlen China konkurrenzfähige Männer, Argentinien hat sogar nur zwei Top-500-Spielerinnen. Gut durchdacht ist dieses Konzept nicht. Zum Tennis World Cup finden nächstes Jahr parallel drei ATP-Turniere und wahrscheinlich auch zwei WTA-Turniere statt.

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass in New York nur die zweite oder dritte Garde eines Landes spielen wird, wenn überhaupt. Ein No-Name-Turnier wäre schwer zu vermarkten und völlig uninteressant für den Tennislaien. Möchten wir Damen gegen Herren spielen sehen? Im Mixed, ja unbedingt! Im Einzel? Das braucht niemand, schon gar nicht, wenn der Mann nicht aufschlagen darf. Solch ein Spielformat führt nur zu unsäglichen Diskussionen, bei denen es wohl nur Verlierer gibt. Der Tennis World Cup, so wie er beschrieben wird, ist ein Format für die Tonne. Der Tenniswelt bleibt zu wünschen, dass es sich als Luftnummer herausstellen wird.

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