Kein Anschluss für Pat

Donnerstag, 27.07.2017 | 15:11 Uhr
Zum Smalltalk mit Roger Federer kommt Patrick Rafter gerne
© Jürgen Hasenkopf

Seine vier Jahre als australischer Davis-Cup-Kapitän haben Patrick Rafter keinesfalls Lust auf mehr Erfahrungen als Coach gemacht.

Wenn Patrick Rafter - zweifacher US-Open-Champion, Wimbledon-Finalist im legendären Montagsendspiel 2001 gegen Goran Ivanisevic - dieser Tage zu den Majors reist, vermittelt der Australier einen äußerst zufriedenen Eindruck. Rafter ist ausnehmend freundlich im Umgang, beantwortet Fragen der Journalisten ebenso unkompliziert wie Wünsche seiner Fans. Und lässt keinen Zweifel daran, dass er es sehr genießt, so bald als möglich zurück zu seiner Familie fliegen zu dürfen.

Pat Rafter als Supercoach scheint also keine vielversprechende Wette zu sein. Was sicherlich auch mit seinem Engagement als australischer Davis-Cup-Chef zusammenhängt, das er 2015 ein Jahr vor Auslaufend seines Vertrages von sich aus beendete. Und das, obwohl er mit Bernard Tomic und Nick Kyrgios zwei herausragende Talente unter seinen Fittichen wusste. Alleine: So richtig warm ist man nicht miteinander geworden, wie Rafter am Montag einem australischen Radio-Sender anvertraute.

Kopf gegen die Wand

"Ich bin immer komplett ehrlich zu den Jungs", sagte Rafter. Er habe versucht, die Kultur im Team und im gesamten Tennissport seines Heimatlandes zu verändern. "Ich musste aber feststellen, dass ich überhaupt keinen Einfluss auf die Spieler hatte. Sie konnte nicht nachvollziehen, wie ich ticke, und ich nicht, wie sie." Wahrscheinlich sei sein Engagement zu einem schlechten Zeitpunkt gekommen. "Ich wollte eine starke Einstellung zur Arbeit zurück bringen, nach der auch wir gelebt haben. Aber das konnte ich einfach nicht."

Die Folge davon sei gewesen, dass er an seinem Job keinen Spaß gehabt habe. "Ich glaube, es hat in vier Jahren zwei, drei Begegnungen gegeben, die ich genießen konnte. Ansonsten war es nur harte Arbeit. Ich habe ständig meinen Kopf gegen die Wand geschlagen." Dann schon lieber nur bei den Highlights des Jahres als gern gesehener Ehrengast Präsenz zeigen.

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