"Die Beiden sind nicht normal"

Donnerstag, 22.06.2017 | 08:02 Uhr
Einseitige Beziehungen: Roger Federer und Tim Henman
© getty

Tim Henman hat mit Roger Federer zuerst nur gute Erfahrungen gemacht - und danach nur noch schlechte. Der Brite ist vom Schweizer und auch von Rafael Nadal beeindruckt.

Während seiner aktiven Karriere wären diese Tage des Tenniskalenders für Tim Henman jene gewesen, auf die der Brite mit der größten Vorfreude geblickt hätte. Oder aber mit einer gewissen Sorge, schließlich erwartete die gesamte Nation einen Titel in Wimbledon vom mittlerweile 43-Jährigen. Dass es dazu nicht gereicht hat, ist hinlänglich bekannt. So gut die Spielanlage von Henman für den Rasen geeignet war, beim wichtigsten Turnier des Jahres war spätestens in der Vorschlussrunde Endstation, auch in der Siegerliste des Vorbereitungs-Turniers im Queen´s Club sucht man den Namen Tim Henman vergeblich.

Dennoch ist der elfmalige Titelgewinner auf der ATP-Tour ein gefragter Mann, gerade während der Rasensaison. Zumal einer der Favoriten auf den Wimbledon-Titel Roger Federer ist. Gegen den Schweizer hat Henman eine knapp negative Karriere-Bilanz, sechs Siegen des Briten stehen sieben des Maestro gegenüber. Das Erstaunliche dabei: Zwischen 1999 und 2004 konnte Federer nur ein einziges Match gegen Henman gewinnen, 2002 in Miami, als sein Gegner nach dem ersten Satz aufgeben musste. Alle anderen sechs Partien holte sich der Brite - der danach allerdings keinen einzigen Satz mehr gegen Federer gewinnen sollte.

Schwieriger Einstieg

Henman weiß über die Meisterschaft eines Roger Federer ebenso gut Bescheid wie über jene von Rafael Nadal. "Wir sind alle begeistert von dem, was die Beiden machen", erklärte Henman gegenüber dem englischen Portal Metro. "Aber wenn wir von Athleten auf diesem Level sprechen, sollten wir nicht überrascht sein. Die Beiden sind nicht normal. Es war grandios zu sehen, dass Roger nach sechs Monaten Pause in Australien noch einmal ein Major gewonnen hat."

Nun kommt der Schweizer wieder nach einer längeren Pause zurück, der Einstieg in Stuttgart ist mit der Niederlage gegen Tommy Haas nicht erfolgreich verlaufen. Für Tim Henman kein Problem. "Das Wichtigste ist, seinen Spielplan richtig hinzubekommen. Pausen sind wichtig vom mentalen und physischen Standpunkt her, aber es ist nicht einfach, nach einer Zeit weg von der Tour sofort wieder wettkampfmäßiges Tennis zu spielen und gleich durchzustarten." Yuichi Sugita mag da in Halle kein richtiger Gradmesser gewesen sein, den ersten Rasen-Erfolg 2017 hat Federer aber schon mal verbucht.

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