Günter Bresnik über seine Erfahrungen beim Training aus den letzten 30 Jahren

Günter Bresnik erklärt sein Training

Dienstag, 18.04.2017 | 08:05 Uhr
Dominic Thiem - Günter Bresnik
© GEPA pictures/ Matthias Hauer
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Wenn einer es weiß, dann er: Günter Bresnik, Trainer von 27 Top-100-Spielern, spricht über seine Trainingsmethoden und Erfahrungen aus den letzten 30 Jahren.

Ein guter Profi ist noch lange kein guter Coach - und ein guter Coach muss nicht zwangläufig ein Profi gewesen sein. Das beste Beispiel ist Günter Bresnik, der erst spät mit dem Tennisspielen begann, mehr zufällig als Trainingspartner für den jungen Horst Skoff fungierte und diesen später auf der Tour begleitete.

Heute blickt Bresnik auf rund 30 Jahre im Trainergeschäft zurück, auf 27 Namen unter den Top 100 und verschiedenste Charaktere wie Boris Becker, Henri Leconte, Stefan Koubek, Ernests Gulbis oder eben Dominic Thiem. Im Gespräch mit der ATP ging Bresnik auf einige Fragen ein, die das Trainergeschaft mit sich bringen.

Günter Bresnik über...

... Training vor oder während eines Turniers

"Meist finden die Trainingssessions vor oder nach einem Match statt. Vorher geht es um ein Warm-up, es gilt sicherzustellen, dass der Spieler alle Schläge trifft, man konzentriert seine Aufmerksamkeit auf ein paar spezielle Dinge für das Match. Nach einem Match geht man auf die Schläge ein, die er nicht so gut getroffen hat, mit Blick auf den nächsten Gegner, und darauf, was nötig ist im nächsten Match."

... die Zeit, die es braucht, den Spieler nach dem Match wieder auf den Platz zu schicken

"Manchmal geht das direkt, um ein paar Dinge aus dem Kopf zu kriegen. Wenn ein Spieler verliert, schicke ich ihn nie direkt wieder raus. Wenn er gewinnt, ist es möglich, aber erst, nachdem er etwas gegessen hat und etwas pausiert. Das wird nicht zu intensiv, 45 bis 60 Minuten insgesamt."

... die Dauer des Trainings nach einem Match, wenn am Tag darauf das nächste ansteht

"Da bin ich ein schlechtes Beispiel. Dominic hat im Vorjahr in Nizza sehr intensiv trainiert, nach jedem Match für 90 Minuten oder zwei Stunden. Der Turnierdirektor hat mich gefragt: "Willst du, dass er früh verliert?" Letztlich hat er das Turnier gewonnen. Es ist nicht immer dumm, aber es hängt an der Physis und mentalen Verfassung des Spielers. Wie viel jemand machen kann. Es gibt eine Menge Spieler, die über 15 Minuten Training meckern. Ich denke, wenn jemand nach einem 90-Minuten-Match keine halbe Stunde oder Stunde Training verkraftet, ist er nicht bereit für die Tour.

Weitere Aussagen von Günter Bresnik - über Trainingsdrills, Mitspracherecht der Spieler und die Veränderungen des Spiels - lest ihr hier!

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