Sonntag, 29.01.2017
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Die große Schlusspointe der unvergesslichen Australian Open 2017

Maestro Federer siegt als Außenseiter

Roger Federer ist als "Mozart des Tennis" beschrieben worden. Als Künstler, als "Poet der Centre Courts", als Genie, als Ästhet am Ball. Was viele nie in ihm sahen, einen der zähesten Wettkämpfer seines Sports, einen Mann der Standfestigkeit und mit eisernen Nehmerqualitäten - genau dieser Roger Federer trat am Sonntagabend, auf der Zielgeraden seiner verrücktesten Grand-Slam-Mission, in ganzer Pracht und Herrlichkeit auf.

1:3 lag Federer im fünften Satz des "Gigantenkampfs von Melbourne" gegen Rafael Nadal bereits zurück, er schien geschlagen und zermürbt vom bulligen mallorquinischen Fighter. Doch so unverdrossen und leidenschaftlich, wie er sich zuletzt mit seinen 35 Jahren an das Comeback nach der längsten Verletzungspause seines Tennislebens gemacht hatte, so störrisch weigerte sich Federer auch in der Hitze des Gefechts, die scheinbar besiegelte Niederlage zu akzeptieren.

Und daher lieferte er schließlich auch die erstaunliche Schlusspointe dieses Turniers der Sensationen und unvorhersehbaren Drehs, war für den dramaturgischen Kniff im Nostalgie-Endspiel verantwortlich: Nicht nur die nächsten fünf Spiele gewann der beeindruckende Fighter Federer mit aller gebotenen Entschlossenheit in Folge, sondern auch die unvergesslichen Australian Open 2017 mit dem 6:4, 3:6, 6:1, 3:6 und 6:3-Sieg über Nadal. Grand Slam-Titel Nummer 18, dem er so lange als Favorit und Mitkandidat auf die Höchstpreise im Tennis nachgejagt war - nun holte er ihn als dezenter und doch unübersehbarer Außenseiter, als Nummer 17 der Welt.

"Tennis ist brutal, es gibt nur einen Sieger"

Roger Federer - Alle Grand-Slam-Siege in Bildern
Wimbledon 2003: Bei seiner fünften Wimbledon-Teilnahme sichert sich Roger Federer den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Im Finale besiegt er Mark Philippoussis
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Wimbledon 2003: Bei seiner fünften Wimbledon-Teilnahme sichert sich Roger Federer den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Im Finale besiegt er Mark Philippoussis
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Schon damals spielt Federer überragend: Im gesamten Turnier kann ihm lediglich Mardy Fish (r.) einen Satz abnehmen - und zwar in der dritten Runde
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Schon damals spielt Federer überragend: Im gesamten Turnier kann ihm lediglich Mardy Fish (r.) einen Satz abnehmen - und zwar in der dritten Runde
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Australian Open 2004: Bei seinem zweiten Grand-Slam-Erfolg besiegt Federer im Finale Marat Safin, der zuvor überraschend Roddick & Agassi bezwungen hatte
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Australian Open 2004: Bei seinem zweiten Grand-Slam-Erfolg besiegt Federer im Finale Marat Safin, der zuvor überraschend Roddick & Agassi bezwungen hatte
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Meilenstein in Australien: Bereits nach dem Halbfinal-Sieg über Juan Carlos Ferrero übernimmt Federer den ersten Platz der Weltrangliste
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Meilenstein in Australien: Bereits nach dem Halbfinal-Sieg über Juan Carlos Ferrero übernimmt Federer den ersten Platz der Weltrangliste
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Wimbledon 2004: Erstmals kommt Federer an Nummer 1 gesetzt zu einem Grand Slam. Im Finale trifft er auf Andy Roddick - und verliert den ersten Satz
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Wimbledon 2004: Erstmals kommt Federer an Nummer 1 gesetzt zu einem Grand Slam. Im Finale trifft er auf Andy Roddick - und verliert den ersten Satz
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Doch er kommt zurück und dreht das Spiel. Der zweite Wimbledon-Erfolg in Serie
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Doch er kommt zurück und dreht das Spiel. Der zweite Wimbledon-Erfolg in Serie
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US Open 2004: Nach bitteren Pleiten gegen Dominik Hrbaty (in Cincinnati) und Tomas Berdych (Olympische Spiele in Athen) gewinnt Federer in Flushing Meadows
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US Open 2004: Nach bitteren Pleiten gegen Dominik Hrbaty (in Cincinnati) und Tomas Berdych (Olympische Spiele in Athen) gewinnt Federer in Flushing Meadows
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Nach einem Viertelfinal-Knaller gegen Andre Agassi (drei Stunden, fünf Sätze) hat er gegen Tim Henman (Halbfinale) und Lleyton Hewitt (Finale) leichtes Spiel
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Nach einem Viertelfinal-Knaller gegen Andre Agassi (drei Stunden, fünf Sätze) hat er gegen Tim Henman (Halbfinale) und Lleyton Hewitt (Finale) leichtes Spiel
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Wimbledon 2005: Auf dem Weg zum Wimbledon-Hattrick gibt Federer im gesamten Turnier nur einen Satz ab - in der dritten Runde gegen Nicolas Kiefer
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Wimbledon 2005: Auf dem Weg zum Wimbledon-Hattrick gibt Federer im gesamten Turnier nur einen Satz ab - in der dritten Runde gegen Nicolas Kiefer
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Im Finale trifft er wie im Jahr zuvor auf Andy Roddick. Diesmal gewinnt er glatt in drei Sätzen
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Im Finale trifft er wie im Jahr zuvor auf Andy Roddick. Diesmal gewinnt er glatt in drei Sätzen
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US Open 2005: Im Achtelfinale wird Federer von Nicolas Kiefer gefordert. In vier Sätzen besiegt er den Deutschen - nach mehr als drei Stunden
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US Open 2005: Im Achtelfinale wird Federer von Nicolas Kiefer gefordert. In vier Sätzen besiegt er den Deutschen - nach mehr als drei Stunden
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Im Finale trifft Federer auf Andre Agassi. Am Ende heißt es: 6-3, 2-6, 7-6 und 6-1
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Im Finale trifft Federer auf Andre Agassi. Am Ende heißt es: 6-3, 2-6, 7-6 und 6-1
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Australian Open 2004: In Melbourne gewinnt Federer als erster Spieler seit Pete Sampras (1993 - 1994) den dritten Grand-Slam-Titel hintereinander
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Australian Open 2004: In Melbourne gewinnt Federer als erster Spieler seit Pete Sampras (1993 - 1994) den dritten Grand-Slam-Titel hintereinander
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Im Finale spielt er gegen Marcos Baghdatis. Wen? Der bis dato nahezu unbekannte Zyprer hatte zuvor unter anderem Andy Roddick aus dem Turnier geworfen
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Im Finale spielt er gegen Marcos Baghdatis. Wen? Der bis dato nahezu unbekannte Zyprer hatte zuvor unter anderem Andy Roddick aus dem Turnier geworfen
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Wimbledon 2006: Zwar gab Federer im Finale gegen Rafael Nadal seinen einzigen Satz ab, dennoch spiegelt dieses Bild die Verhältnisse an der Church Road deutlich wider
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Wimbledon 2006: Zwar gab Federer im Finale gegen Rafael Nadal seinen einzigen Satz ab, dennoch spiegelt dieses Bild die Verhältnisse an der Church Road deutlich wider
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Beim Champions' Dinner verstand sich der Schweizer prächtig mit Siegerin Amelie Mauresmo. Klar, Federer spricht vier Sprachen fließend, unter anderem französisch
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Beim Champions' Dinner verstand sich der Schweizer prächtig mit Siegerin Amelie Mauresmo. Klar, Federer spricht vier Sprachen fließend, unter anderem französisch
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US Open 2006: Während Mirka Tiger Woods und dessen Frau die Fähigkeiten ihres Freundes Rogers erläuterte, nahm der im Finale Andy Roddick auseinander
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US Open 2006: Während Mirka Tiger Woods und dessen Frau die Fähigkeiten ihres Freundes Rogers erläuterte, nahm der im Finale Andy Roddick auseinander
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Zum ersten Mal seit Rod Laver 1969 erreichte ein Spieler in einem Jahr alle vier Grand-Slam-Finals. Seinen dritten US-Open-Triumph feiert Federer als König von New York
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Zum ersten Mal seit Rod Laver 1969 erreichte ein Spieler in einem Jahr alle vier Grand-Slam-Finals. Seinen dritten US-Open-Triumph feiert Federer als König von New York
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Australian Open 2007: Mit zahlreichen Fans im Rücken gab Federer im Turnierverlauf keinen einzigen Satz ab. Damit war er der erste seit Björn Borg 1980, dem das gelang
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Australian Open 2007: Mit zahlreichen Fans im Rücken gab Federer im Turnierverlauf keinen einzigen Satz ab. Damit war er der erste seit Björn Borg 1980, dem das gelang
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Auch im Finale gegen Fernando Gonzalez sorgte er mit seiner Eleganz und spielerischen Leichtigkeit für eine schnelle Entscheidung
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Auch im Finale gegen Fernando Gonzalez sorgte er mit seiner Eleganz und spielerischen Leichtigkeit für eine schnelle Entscheidung
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Wimbledon 2007: Rafael Nadal wurde immer besser, doch auch in diesem Jahr zwang ihn der Meister in die Knie. Federer gewann seinen fünften Titel in Folge...
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Wimbledon 2007: Rafael Nadal wurde immer besser, doch auch in diesem Jahr zwang ihn der Meister in die Knie. Federer gewann seinen fünften Titel in Folge...
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...und stellte Björn Borgs Rekord ein. Noch heute gibt er zu, dass der Druck vor einem Spiel nie so groß war. Entsprechend gerührt zeigt sich Federer nach seinem Fünfsatzsieg
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...und stellte Björn Borgs Rekord ein. Noch heute gibt er zu, dass der Druck vor einem Spiel nie so groß war. Entsprechend gerührt zeigt sich Federer nach seinem Fünfsatzsieg
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US Open 2007: Es war wieder angerichtet für den Meister. Für das Finale gegen Novak Djokovic trugen die Organisatoren - wie in den USA üblich - richtig dick auf
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US Open 2007: Es war wieder angerichtet für den Meister. Für das Finale gegen Novak Djokovic trugen die Organisatoren - wie in den USA üblich - richtig dick auf
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Für die größte Show sorgte dann aber der Schweizer. Er gewann glatt in drei Sätzen. Übrigens war dies die zehnte Grand-Slam-Finalteilnahme in Folge - Rekord
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Für die größte Show sorgte dann aber der Schweizer. Er gewann glatt in drei Sätzen. Übrigens war dies die zehnte Grand-Slam-Finalteilnahme in Folge - Rekord
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US Open 2008: Nach einem Jahr der Enttäuschungen, in dem Federer die Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers spürte, war dieser Triumph besonders süß
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US Open 2008: Nach einem Jahr der Enttäuschungen, in dem Federer die Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers spürte, war dieser Triumph besonders süß
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Fünf Siege in Folge in Flushing Meadows - das schafften überhaupt erst vier Spieler, zuletzt Bill Tilden (1920-25). Finalgegner Andy Murray war chancenlos
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Fünf Siege in Folge in Flushing Meadows - das schafften überhaupt erst vier Spieler, zuletzt Bill Tilden (1920-25). Finalgegner Andy Murray war chancenlos
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French Open 2009: Als Rafael Nadal im Achtelfinale ausschied, winkte Federer sein erster Sieg in Paris. Seinen Traum ließ er sich auch von einem verrückten Fan nicht zerstören
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French Open 2009: Als Rafael Nadal im Achtelfinale ausschied, winkte Federer sein erster Sieg in Paris. Seinen Traum ließ er sich auch von einem verrückten Fan nicht zerstören
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Nach drei klaren Sätzen gegen Robin Söderling nahm er die Trophäe von Andre Agassi entgegen, dem als letzter vor Federer der Career Grand Slam gelungen war
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Nach drei klaren Sätzen gegen Robin Söderling nahm er die Trophäe von Andre Agassi entgegen, dem als letzter vor Federer der Career Grand Slam gelungen war
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Wimbledon 2009: Im dritten Aufeinandertreffen im Finale hatte Andy Roddick den Schweizer am Rande einer Niederlage, aber der triumphierte dann doch mit 16:14 im fünften Satz
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Wimbledon 2009: Im dritten Aufeinandertreffen im Finale hatte Andy Roddick den Schweizer am Rande einer Niederlage, aber der triumphierte dann doch mit 16:14 im fünften Satz
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Federer feierte seinen 15. Grand-Slam-Sieg und steht damit über den Legenden Björn Borg (11), Pete Sampras (14) und Rod Laver (11)
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Federer feierte seinen 15. Grand-Slam-Sieg und steht damit über den Legenden Björn Borg (11), Pete Sampras (14) und Rod Laver (11)
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Im Finale der Australian Open 2010 war Federer für Andy Murray eine Nummer zu groß. Der Schweizer siegte souverän mit 6:3, 6:4 und 7:6
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Im Finale der Australian Open 2010 war Federer für Andy Murray eine Nummer zu groß. Der Schweizer siegte souverän mit 6:3, 6:4 und 7:6
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Mein Freund, der Pokal! Federer holte bei den Australian Open 2010 seinen 16. Grand-Slam-Titel
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Mein Freund, der Pokal! Federer holte bei den Australian Open 2010 seinen 16. Grand-Slam-Titel
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Über zwei Jahre musste Federer warten, aber dann kam die siebte Wimbledon-Trophäe dazu. Großbritannien und Andy Murray (r.) mussten weiter warten
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Über zwei Jahre musste Federer warten, aber dann kam die siebte Wimbledon-Trophäe dazu. Großbritannien und Andy Murray (r.) mussten weiter warten
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Und jetzt also die 18! Im Finale der Legenden besiegt Federer im Alter von 35 Jahren Rafael Nadal mit 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Und bestätigt: Schluss ist noch lange nicht
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Und jetzt also die 18! Im Finale der Legenden besiegt Federer im Alter von 35 Jahren Rafael Nadal mit 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Und bestätigt: Schluss ist noch lange nicht
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"Es ist eine unglaubliche Geschichte", sagte Federer nach seinem finalen Entfesselungsakt, den er im 100. Australian Open-Match auf dem Centre Court festschrieb. Rod Laver-Arena heißt dieser Hauptplatz in Melbourne offiziell, und jener Rod Laver, Australiens Legende und Federers Idol, war es auch, der den glückstrunkenen und zu Tränen gerührten Eidgenossen mit dem Siegerpokal beschenkte. Federer, ganz der Gentlemen, der er ist, vergaß in all seiner augenblicklichen Freude nicht den Mann, der dieses Finale zu einem Klassiker gemacht hatte, zu einer faszinierenden Leistungsschau der alten, ewigen Meister - Rafael Nadal: "Er hätte es genau so verdient gehabt", sagte Federer, "Tennis ist brutal, es gibt nur einen Sieger. Aber heute wäre ich auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen."

In den allerletzten Sekunden hatten sich Spannung und Aufregung noch einmal verdichtet: Federer vergab den ersten Matchball etwas leichtfertig, ehe dann beim zweiten Siegpunkt das "Hawk-eye"(das elektronische Linienüberwachungssystem) Schicksal spielte. Ein paar bange Augenblicke starrten alle auf die Anzeigetafeln, dann wurde Federers Schlag gut gegeben. Und dann war es auch um die Beherrschung des Magiers geschehen: Erst hob er zum Luftsprung ab, ballte danach die Fäuste und sank schließlich mit einem langgezogenen, lauten "Yeeeees" hinab auf die Erde - Bilder und Szenen des kompletten, vollständigen Glücks.

Dass er viereinhalb Jahre nach seinem letzten "Major"-Sieg noch einmal eine Grand-Slam-Anstrengung mit dem Pokaltriumph abschließen würde, hatten viele in der Branche Federer nicht mehr zugetraut - schon gar nicht, nachdem er in der Saison 2016 wie nie zuvor mit härtnäckigen Verletzungsproblemen konfrontiert war. Nach dem Wimbledon-Aus erwies sich Federer allerdings wieder einmal als heller strategischer Kopf - statt eines holprigen Weiter-So-Lavierens in dem verfluchten Tennisjahr machte der Maestro einen radikalen Schnitt und verfügte eine Zwangspause.

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Sechs Monate nahm er sich Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen, um Körper, aber auch Geist aufzuladen. Relativ gelassen und ohne Entzugserscheinungen schaute er zu, wie seine Kollegen um die olympischen Medaillen, den US-Open- und später noch den WM-Titel spielten. "Hätte ich nicht so lange ausgesetzt, könnte ich jetzt wahrscheinlich keinen Topspieler mehr schlagen", sagte Federer in den letzten Tagen einmal in Melbourne, "es war harte Arbeit, dieses Comeback. Aber auch eine Kur für den Körper."

"Ich habe nie lähmenden Druck bei diesem Turnier verspürt"

Geschenkt wurde dem sentimentalen Publikumsfavoriten allerdings nichts. Zwei vergleichsweise angenehme Auftaktmatches gaben ihm Gelegenheit, seine Wettkampftauglichkeit abzuklären, Vertrauen in die Schläge und die körperliche Belastbarkeit zu finden. Doch bis zum Titelstreich hatte er Schwerstarbeit zu leisten, der Künstler und der Malocher in Federer waren gleichermaßen gefragt, als es gegen Top-10-Spieler wie Tomas Berdych, Kei Nishikori und erst recht seinen Landsmann Stan Wawrinka ging. Federer brillierte dabei auch alterslos und wie in Zeiten der größten Tennis-Dominanz in seiner Paraderolle - als Mann der Big Points, als einer, der in entscheidenden Momenten volles Risiko geht. Und nicht auf Fehler seines Gegenübers wartet. "Ich habe nie lähmenden Druck bei diesem Turnier verspürt", sagte Federer, "ich wäre ja auch glücklich gewesen, wenn ich zwei, drei Runden und etwas Selbstbewusstsein mitgenommen hätte."

Doch Federer musste seine Hoffnungen auf bessere Resultate, den Traum gar von spätem Grand-Slam-Ruhm erst gar nicht auf ein ungewisses Morgen vertagen. Er schaffte das eigentlich Unmögliche im Hier und Jetzt, in Melbourne, wo er schon vier Mal mit dem Titel im Gepäck nach Hause gefahren war. Nummer fünf bei den Australian Open - und damit Nummer 18 auf allen kostbaren Grand-Slam-Schauplätzen - hielt indes noch die für Federer stets heikelste Karriere-Aufgabe bereit, den Schlagabtausch mit Rafael Nadal, der Kampfmaschine aus Manacor.

Dessen Attitüde, nie, nie, niemals aufzugeben, führte Federer im Finale dann aber selbst in Perfektion vor - in jener Schlusssequenz vom 1:3 zum 6:3 im letzten Satz. Vielleicht war diese verblüffende Wendung auch der Grund dafür, dass Nadal später dieses Endspielfazit zog: "Roger hat es etwas mehr verdient als ich." Nadal, auch in der Niederlage wieder einmal ein Vorbild an Fairness und Charakterstärke, wirkte in diesen Minuten nach dem Knockout schwer angeschlagen, kaum jemals blickte er enttäuschter und grimmiger drein. Und auch Federers Worte, die Worte des nun ältesten Australian-Open-Siegers seit Ken Rosewall 1972, konnten ihn akut nicht trösten: "Ich bin sicher, dass Du noch große Siege feiern wirst. Mach weiter so, das Tennis braucht dich."

Aber das Tennis braucht auch noch Federer. Und er das Tennis. Bei seiner Schlussansprache ließ er aufhorchen, als er vom nächsten Turnier sprach, von Melbourne 2018. Er freue sich, zum Turnier zurückkehren, sagte Federer, fügte dann aber hinzu, "aber wenn nicht, dann war es eine herrliche Sache hier über all die Jahre." Das rückte er später, bei seinem Stafettenlauf durch Pressesäle und Fernsehstudios, aber wieder gerade und zurecht. Man wisse nie, "was alles geschieht", sagte Federer, "das habe ich im letzten Jahr ja mehr als einmal erlebt. Außerdem wird man ja nicht jünger." Allerdings sei seine Planung darauf ausgerichtet, noch zwei, drei Jahre zuspielen.

Die Australian Open im Überblick

Jörg Allmeroth

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Jörg Allmeroth

Jörg Allmeroth(Redaktion)

Seit 1990 auf der Tennistour unterwegs. Reporter bei über 90 Grand Slam-Turnieren. Pionier bei tennisnet. Motto: Expect the unexpected.

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