Andre Agassi macht sich Gedanken über Nick Kyrgios

Agassi - "Kyrgios braucht Liebe"

Sonntag, 22.01.2017 | 10:11 Uhr
André Agassi fühlt mit Nick Kyrgios
© getty

Auch Andre Agassi hatte in seinen frühen Profi-Jahren mit Dämonen zu kämpfen. Für Nick Kyrgios hat der US-Amerikaner zwar kein Patentrezept, aber zumindest einen Rat.

Andre Agassi kennt sich mit Rebellentum aus, und mit hohen Erwartungen, die schon jung an einen Tennisprofi formuliert werden. Der Mann aus Las Vegas hatte lange damit zu kämpfen, erst sein überraschender Wimbledon-Sieg 1992 im Finale gegen Goran Ivanisevic überzeugte die letzten Zweifler. Nick Kyrgios ist an der Church Road im Londoner Südwesten auch schon recht weit gekommen, zu sagen, er wäre knapp am Championat vorbei geschrammt, indes nicht zulässig. Vielmehr fehlt es dem Australier an der nötigen Konstanz und Konzentration, dokumentiert zuletzt während seiner Niederlage gegen Andreas Seppi bei den Australian Open.

"Man weiß nie, was jemand durchgemacht hat", erklärte nun Agassi gegenüber der Agentur AAP in Bezug auf Kyrgios. "Hat es in seinem Leben jemals jemanden gegeben, der wirklich versucht hat, ihn zu verstehen? Hat er jemals gefühlt, dass er es wert ist, dass man sich um ihn kümmert?" Jener Mann, bei dem Andre Agassi genau dieses Gefühl erstmals entwickeln konnte, war Gil Reyes. "Gil hat die Grundlage dafür geschaffen, dass ich dann Brad Gilbert richtig zuhören konnte."

Liebe statt Ermahnungen

Am Ende war Reyes eine Respektsperson, die Agassi in der damaligen Phase seiner Karriere dringen nötig hatte. Womöglich genau das also, was dem jungen Australier zu fehlen scheint. "Ich kann aus weiter Entfernung ehrlich sagen, dass, wenn dich Nick Kyrgios nicht respektiert, du das nicht verdient hast. Oder er respektiert sich selbst nicht." Die sportlichen Voraussetzungen seien freilich einzigartig. "Nick hat so viel Talent, wie man sich nur vorstellen kann", so Agassi. "Aber offensichtlich stört ihn das selbst ein bisschen, aus welchem Grund auch immer." Kyrgios brauche Liebe - und nicht permanente Ermahnungen von allen Seiten.

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