Tennis

2017 - wer mag sich an Prognosen wagen?

Der Djoker gegen Andy Murray - auch das Duell im Jahr 2017?
© getty

Ein Paukenschlag war die Trennung des Gespanns Novak Djokovic und Boris Becker in der letzten Woche gewiss nicht mehr. Schon im Herbst war deutlich geworden, dass sich die einstigen Verbündeten im Geiste auseinandergelebt hatten und, im Falle Djokovics, neuen Horizonten zustrebten.

Djokovic werde im neuen Jahr wieder alte Höhen erreichen, rief Becker dem Ex-Chef nach, aber das war eine nette Höflichkeitsphrase und nicht unbedingt feste Überzeugung. Vieles spricht dafür, dass zunächst keine allein dominierende Figur an der Spitze der Tenniswelt stehen wird, nicht Djokovic, und tendenziell auch nicht Andy Murray, der einen vorläufigen Zenit in diesem Herbst erreicht hat.

Der Schotte ist allerdings als stärkster Spieler aus der Saison herausgegangen und dürfte in der Logik des Weltranglisten-Systems auch noch eine Weile vorn stehen bleiben - schließlich hatte Djokovic auf der Höhe seiner Kunst das erste Halbjahr 2015 beherrscht und die Punkte und Pokale nach Belieben abgeräumt. Er hat also die dicksten Punktepakete zu verteidigen, nicht Spitzenreiter Murray.

Roger Federer und Rafael Nadal werden im Januar dann auch nach längeren und nicht so langen Auszeiten ins Wettkampfgeschehen zurückkehren. Wie wird das Comeback des einstigen Führungsduos aussehen? Zurück in die Top Ten für Federer, zurück sogar in die engste Spitzengruppe? Zurück zu einer Marktführerschaft auf Sand für Nadal, zurück in die Top 4?

Seriös lässt sich das nicht vorhersagen, auch weil man nicht wirklich weiß, wie sehr die Verletzungen nachwirken, auch mental. Ein anderer spannender Aspekt im Herrentennis wird sein, wie sich die Spielergruppe mit dem Label Next Generation im Jahr 2017 präsentiert.

Thiem ist der Reifste

Der Beste, aber auch Erfahrenste und Reifste unter ihnen ist Dominic Thiem, der Österreicher. Das kommende Jahr wird schwer, da es gilt, die neue Höhenlage abzusichern und hier und da weiteres Terrain zu erobern. Es kann sein, dass Thiem den ein oder anderen Etablierten überholt. Aber dass er auch von anderen Youngstern bedrängt wird, die gegenwärtig noch hinter ihm in den Charts stehen. Erste Hinweise, erste Tendenzen werden die Australian Open liefern, die nicht mehr allzu fern sind.

Dort, in Melbourne, werden auch einige Profis antreten, die noch fast bis Mitte Dezember beim IPTL-Zirkus mit am Start waren. Welchen Gefallen sie sich damit getan haben, wird man sehen. Aber es steht zu erwarten, dass die Geldströme zumindest aus dieser Ecke versiegen werden, nach den Turbulenzen und Ungereimtheiten, die die IPTL in diesem Jahr erlebt hat. Zumindest im Augenblick erscheint es mehr als zweifelhaft, dass auch im Jahr 2017 die IPTL noch über die Kontinente tourt.

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