Tennis

Deutsche Meisterschaften: Das positive Fazit

Michael Berrer hat sich die "Deutschen" für den Abschluss seiner Karriere ausgesucht
© getty

Nach Jahren, in denen die Austragung der Deutschen Meisterschaften auf der Kippe stand, hat man in Biberach ein Umfeld gefunden, das die Veranstaltung genau im richtigen Rahmen präsentiert.

Am Wochenende sind im schwäbischen Biberach die Deutschen Meisterschaften zu Ende gegangen. Ein großes Medienereignis mit großer Öffentlichkeitswirkung sind sie über die Fachmedien und die regionale Presse hinaus nicht. Aber das ist in diesem Fall nicht von Signifikanz, weil auch keiner auf die dicken Schlagzeilen schielt. Die Meisterschaften sind ein Nischenereignis, das nichtsdestotrotz von enormer Bedeutung ist. Und daran ändert ebenso wenig das Fehlen der absoluten Topnamen etwas, der Kerbers oder Zverevs.

Diese Titelkämpfe haben eine andere, wichtige Funktion. Sie sind eine nicht zu unterschätzende Plattform für Nachwuchsspieler, insbesondere die aus den diversen Junioren-Teams, und für Spieler, die mit den Meisterschaften eine persönliche Erwartung verbinden. Für manche ist es wichtig, zum Jahresabschluss oder in der Saisonvorbereitung noch einmal ein Erfolgserlebnis zu feiern. Und für andere, wie aktuell gerade für den Lokalmatador Michael Berrer, sind die Meisterschaften sogar die Bühne eines sentimentalen Karriereabschieds. Es spricht für sich, dass der Veteran Berrer den Schlussstrich in der heimischen Region zieht, dort, wo für ihn alles vor mehr als zwei Jahrzehnten angefangen hat. Und wo nun eine Meisterschaft stattfindet, die ihm diesen würdigen Abschied vor der Haustür erlaubt.

Die schon einmal gefährdeten Meisterschaften haben sich im Südwesten etabliert, dank einer engagierten und rührigen Organisationsmannschaft, die ihr Fach beherrscht. Insoweit sind diese Titelkämpfe auch zu einer Art spannenden Familienfeier geworden, mit einem stimmungsvollen Treffen in der Vorweihnachtszeit, bei dem es mehr Ideelles als Materielles zu gewinnen gibt. Mancher wird später durchaus mit Stolz auf den Meistertitel zurückblicken, mehr vielleicht als auf einen Tour-Titel irgendwo auf fernen Kontinenten. Wie auch immer: Diese Meisterschaften sollten dort bleiben, wo sie jetzt stattfinden. Der Vertrag mit Biberach sollte erneuert und verlängert werden, und dafür sollte auch der DTB zur Not noch mit einem größeren Zuschuss einspringen.

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