Service-Corner: Tipps für ein Comeback nach Verletzungspause

Verletzt? So startest du dein Comeback

Von Marco Kühn/tennis-insider.de
Montag, 13.11.2017 | 13:30 Uhr
Del Potro kennt es wie kaum ein anderer, von Verletzungen zurückzukehren
© getty

Du liegst zu Hause auf der Couch und verfolgst nahezu jedes Tennismatch. Dir kribbelt es in den Fingern, wenn du den Passierschlag aus vollem Lauf mit der Vorhand von Rafael Nadal aus dem hintersten Winkel des Platzes bestaunst.

Wenn du die Augen schließt, siehst du dich schon wieder über den Platz flitzen und die Vorhand aus dem Halbfeld ins linke Eck des Gegners spielen. Du bist verletzt, planst aber schon dein Comeback. Und das ist auch gut so. Selbst Roger Federer ist nicht gegen Verletzungen immun.

Dementsprechend solltest du gut vorbereitet sein, wenn du das ärztliche "Go" erhalten hast und wieder zu deinem geliebten Schläger greifen darfst. Du solltest deinen Körper und deine Verletzung auf keinen Fall unterschätzen. Auch wenn du dich wieder topfit fühlst, musst du auf wichtige Kleinigkeiten achten. Dieser Artikel wird dir eine kurze aber präzise Übersicht über die Punkte geben, die für dich beim Neustart auf dem Court von Bedeutung sind.

Punkt 1: Starte langsam

Nach einer Verletzungspause ist deine Motivation besonders groß. Klar, du musstest eine zeitlang unfreiwillig aussetzen und willst nun so schnell es möglich ist wieder dein altes Niveau erreichen. Lass dich nicht zu sehr von deinem Körper an der eigenen Nase herumführen. Auch wenn du dich super fühlst und voller Tatendrang auf den Platz stürmst: starte langsam.

Dein Körper war nun schon längere Zeit keiner sportlichen Belastung mehr ausgesetzt. Nicht nur deine verletzte Körperpartie benötigt eine gewisse Anlaufzeit, sondern dein gesamter Körper. Sonst holst du dir schneller als du deine Vorhand schlagen kannst die nächste Verletzung. Wenn du wieder auf dem Platz stehst, beginne langsam an. Spiele zunächst im T-Feld.

Wenn du eine Verletzung am Handgelenk oder der Schulter hattest, empfehlen sich auch weiche Bälle zu Beginn. Setze dir als Ziel den Ball wieder richtig auf der Bespannung zu fühlen. Spiele langsam und halbhoch. Horche dabei immer wieder, was dein Körper dir sagt und nimm selbst das kleinste "Jammern" ernst.

Punkt 2: Vernunft

Ignoranz ist nicht nur im Privatleben eine äußerst schlechte Eigenschaft, sondern auch bei deinem Comeback nach einer Verletzung. Wenn etwas nicht stimmt, sendet dein Körper dir Signale. Ignoriere diese auf keinen Fall. Verlasse dich auf dein Bauchgefühl. Dieses ist verlässlicher als dein Verstand. Sobald du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, beende die Trainingssession.

Egal wie motiviert und heiß du bist. Kein Profispieler würde nach einer Verletzung unter Schmerzen weiterspielen, einfach nur weil er wieder spielen kann. Es gibt keinen Grund, warum du diese Eigenschaft der Profispieler nicht für dich nutzen solltest. Setze Vernunft über Motivation. Bauchgefühl über Verstand.

Punkt 3: Steigerung

Nun hast du die ersten zwei Male langsam und vernünftig ein paar Bälle geschlagen. Die Zeit ist gekommen, um endlich wieder 120 Prozent auf dem Platz zu geben. Nein! Dies ist nicht der Fall und du musst bei diesem dritten Punkt deine Geduld mit ins Spiel bringen. Steigere Tempo und Belastung von Training zu Training.

Bis du wieder bei dem Niveau angekommen bist, welches du vor deiner Verletzung hattest. Sieh dein Comeback als einen Langstreckenlauf - nicht als Sprint. Geduld und Vernunft sind deine größten Waffen und nicht dein schneller Aufschlag oder deine Vorhand-Peitsche.

Die Schläge werden wiederkommen. Dafür brauchst du als Grundlage aber einen gesunden und fitten Körper. Nach einer Verletzung erreichst du diesen mit den in diesem Artikel beschriebenen drei Punkten.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung