Das Spiel gegen den Hard-Hitter

So begegnest du einem Hard-Hitter

Von Marco Kühn/tennis-insider.de
Samstag, 29.07.2017 | 11:04 Uhr
Kaum einer kann den Ball so beschleunigen wie Juan Martin del Potro
© getty
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Hard-Hitter, also Spieler, die den Ball enorm beschleunigen können, sind meist sehr unangenehme Gegner. Wer nicht gnadenlos überpowert werden will, sollte diese Tipps beherzigen.

Es ist nur ein Bruchteil einer Sekunde. Aber dieser Bruchteil besitzt eine mächtige Wirkung. Spielt der Gegner während dem Einspielen den Ball im Ballwechsel unerwartet schneller, ist man einen Tick zu spät am Ball. Man trifft den Ball nicht mehr vor dem Körper, sondern unbequem hinter der eigenen Hüfte. Die Folge ist ein erheblicher Kontrollverlust. Weder Tempo, noch die Länge im eigenen Schlag können kontrolliert werden.

Das Ergebnis ist ein zu kurzer oder zu langer Ball. Der eigene Schlag verliert an Effizienz. Kennt man dieses schnelle Tennis nicht, ist man im Match schnell überfordert. Gegen einen Hard-Hitter zu spielen erfordert einige Veränderungen im eigenen Spiel, um auf das hohe Tempo nicht nur reagieren, sondern auch agieren zu können. Schafft man dies nicht, wird man zum Spielball des Hard-Hitters und hat kaum die Möglichkeit, selbst Einfluss auf das Match zu gewinnen. Wie man sich in solchen Situationen auf dem Platz verhalten kann, werden wir uns jetzt näher ansehen.

Besser am Ball stehen

Je höher das Tempo des Ballwechsels, desto flinker müssen sich die eigenen Füße bewegen. Dies ist eine grundlegende Regel, die im Spiel gegen einen Hard-Hitter jederzeit beherzigt werden muss. Durch das höhere Tempo muss man selbst noch schneller am Ball sein, um den eigenen Schlag vorbereiten zu können. Die Zeit für die eigenen Schläge wird knapper. Um sich mehr Zeit verschaffen zu können, sind flinke Füße der Zeitpuffer.

Wie zu Beginn dieses Artikels erwähnt, ist ein früher Treffpunkt beim Schlag wichtig. Wer zu spät zur Bahn kommt, verpasst den Zug. Wer zu spät am Ball ist, verpasst einen sauberen Schlag. Die Bälle des Hard-Hitters springen in den meisten Fällen flach ab. Viel Spin ist in den Schlägen nicht zu erwarten. Deswegen ist es sinnvoll, sein Körpergewicht nach unten zu verlagern, um besser "auf Ballhöhe" zu sein. Durch den tieferen Körperschwerpunkt gewinnt man darüber hinaus an Stabilität, um die hohe Geschwindigkeit des gegnerischen Schlages besser ausbalancieren zu können.

Schnell und langsam

Einer der größten Fehler gegen den Hard-Hitter ist es, schneller spielen zu wollen als der Hard-Hitter selbst. Das Problem liegt darin begraben, dass es immer leichter ist einen schnellen Ball noch schneller zu spielen. Komplizierter ist es, den schnellen Ball des Hard-Hitters langsam zu spielen. Im Umkehrschluss ist es nämlich für den Hard-Hitter schwieriger, stets auf langsamere Bälle immer und immer wieder, fehlerfrei, hohes Tempo zu spielen.

Um die schnellen Schläge zu entschleunigen, ist der Einsatz des Handgelenks, insbesondere bei der beidhändigen Rückhand, ein wichtiges Werkzeug. Bei Novak Djokovic lässt sich wunderbar beobachten, wie er bei seiner Rückhand mit dem Handgelenk arbeitet, um gegen Spielertypen wie beispielsweise Tomas Berdych zu 90% als Sieger vom Platz zu gehen. Djokovic kann die Geschosse eines Berdych kontrollieren und darauf aufbauend selbst agieren. Er hat die spielerischen Optionen, um jedes Tempo zu entschärfen.

Durch seinen enormen Einsatz des Handgelenks kommt Djokovic auch bei höchster Geschwindigkeit gut unter den Ball. Er kann den Ball somit von unten nach oben spielen, den Ball förmlich mit der Bespannung streicheln und auf diese Weise seinen eigenen Schlag in Bezug auf Länge und Tempo kontrollieren. Wer sich im T-Feld einspielt kennt diese Methode. Auch dort ist es wesentlich einfacher den Ball von unten nach oben "zu streicheln", als den Ball gerade von hinten nach vorne zu schubsen.

Akzeptanz

Es wird einschlagen. Gegen teils sogar spektakuläre Winner des Gegners ist man machtlos. Diese Winner werden kommen. Deswegen muss man sich schnell damit abfinden. Roger Federer erzählte in einem Interview davon, wie es ist gegen Milos Raonic zu spielen. Er sagte, dass er sich nicht mit den zahllosen Service Winnern und Assen beschäftige. Dies gehöre gegen einen Spieler wie Raonic einfach dazu. Viel mehr würde er sich auf die wenigen Chancen fokussieren, die er bei Aufschlag Raonic bekomme.

Dieses Mindset ist ausschlaggebend für ein erfolgreiches Match gegen einen Hard-Hitter. Mit der Akzeptanz der Winner des Gegners und mit dem Fokus auf die sich bietenden Chancen, hat man die richtige Einstellung gefunden. Viele Clubspieler akzeptieren die starken Winner des Gegners nur zähneknirschend. Dies sorgt für Stress. Und Stress ist das Letzte, was man gegen einen Hard-Hitter auf dem Platz gebrauchen kann. Durch die Akzeptanz legt man ein wichtiges, mentales Fundament. Abhaken und weiterspielen lautet hier die einzig vernünftige Marschrichtung.

Fazit

Man muss sein eigenes Spiel anpassen, wenn es gegen einen Hard-Hitter geht. Schlicht den eigenen Stiefel humorlos runterzuspielen wird in den wenigsten Fällen gelingen. Schnelle Füße, ein flexibles Handgelenk und eine starke Mentalität sind die Faktoren, die einem Hard-Hitter den mächtigen Wind aus den Segeln nehmen können.

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