Julia Görges nach Nervenkrimi erstmals im Achtelfinale von Wimbledon

Von Ulrike Weinrich
Freitag, 06.07.2018 | 18:34 Uhr
Julia Görges, Wimbledon
© getty

Julia Görges (Bad Oldesloe) hat beim Rasen-Turnier in Wimbledon nach einem Krimi erstmals das Achtelfinale erreicht. Und die Freude darüber war riesengroß.

Görges ließ sich nach dem Kraftakt auf Court 2 überglücklich auf den Rasen fallen und machte eine Rolle rückwärts. Unbeschreiblich war die Erleichterung, die die 29-Jährige nach einem beeindruckenden Sieg überkam. Zuvor hatte die an Position 13 gesetzte "Jule" ihr Drittrundenmatch gegen die Tschechin Barbora Strycova (Nr. 23) mit 7:6 (7:3), 3:6, 10:8 gewonnen. Es war eine zeitweise hochklassige Partie, in der beide Protagonistinnen die Zuschauer begeisterten.

Damit steht Görges, der in der hochspannenden Partie gegen ihre Doppelpartnerin insgesamt 50 Winner gelangen, zum sechsten Mal in ihrer Karriere in der Runde der letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier. Der Sprung ins Viertelfinale eines Majors war dem Auckland-Champion von 2018 bislang noch nie geglückt. Und die Sehnsucht ist groß...!!! "Jede kann hier dieses Turnier gewinnen", sagte sie selbstbewusst mit Blick auf das Favoritinnensterben - und unterstrich mit einer starken Vorstellung ihre Ambitionen.

Im Achtelfinale wartet nun Donna Vekic

2011 und 2012 war Görges beim Rasen-Major im Süden von London jeweils in Runde drei gescheitert, hatte anschließend fünf Auftaktniederlagen in Serie kassiert. Gegen Strycova nutzte sie nach 2:56 Stunden ihren ersten Matchball zum Sieg. Kurz zuvor waren ihr die ersten drei Breaks im gesamten Match geglückt. Doch die quirlige Tschechin, die auf dem satten Grün dreimal spektakulär stürzte, steckte nie auf.

Nächste Gegnerin für die deutsche Fed-Cup-Spielerin ist nun am Montag die Kroatin Donna Vekic (WTA-Nr. 55), die vom ehemaligen Kerber-Coach Torben Beltz gecoacht wird. Das bislang einzige Duell gegen Vekic hatte Görges 2017 in Budapest auf Hartplatz klar gewonnen.

Julia Görges holte sich Tipps von Rasenspezialist David Prinosil

Görges hat sich im reifen Tennis-Alter endlich mit dem unberechenbaren Gras angefreundet: "Ich habe mich arrangiert. Eigentlich gibt es keinen einfachen Ball auf Rasen. Diese Situationen so anzunehmen, wie sie nun mal sind, das habe ich in den Jahren davor nicht so ganz hinbekommen", gab sie in diesen Tagen zu.

Die Wahl-Regensburgerin arbeitet seit vergangener Saison auch hin und wieder mit dem einstigen Rasen-Spezialisten und ehemaligen Davis-Cup-Spieler David Prinosil zusammen. "Er immer noch sicher, dass ich erfolgreich auf diesem Untergrund spielen kann. Und jetzt habe ich Anfang gemacht", meinte Görges.

Angelique Kerber am Samstag gegen Naomi Osaka

Nach Görges hat am Samstag auch die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber noch die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale. Die an Nummer elf gesetzte Kielerin bestreitet am Samstag ihre Drittrundenpartie gegen Naomi Osaka (Japan/Nr. 18). Die fünf weiteren deutschen Starterinnen waren bereits in den Runden eins und zwei ausgeschieden.

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