Angelique Kerber nach Wimbledon-Coup: "Alles was jetzt noch kommt, ist ein Bonus"

Von Ulrike Weinrich
Sonntag, 15.07.2018 | 18:32 Uhr
Angelique Kerber, Wimbledon
© getty

WIMBLEDONSIEGERIN ! Am Tag danach konnte es Angelique Kerber immer noch nicht fassen. Als sie am Sonntagmittag im Sommerkleid und Sneakers zum ersten Mal in den vergangenen beiden Wochen nicht in Sportklamotten die Anlage des All England Lawn Tennis Clubs betrat, war der Druck komplett von der 30-Jährigen abgefallen.

Von Ulrike Weinrich aus Wimbledon

Der Terminplan der neuen Wimbledonsiegerin war auch am Tag danach proppenvoll. Der Interview-Marathon ging unvermindert weiter - und auch im legendären Klamotten-Fundus durfte Kerber stöbern. Schließlich stand am Sonntagabend das traditionelle Championsdinner in der Guildhall von London an.

Stöbern im Fundus - Kleid "ohne Blingbling" fürs Championsdinner

"Ich habe gefühlt 50 Kleider anprobiert - und dann ein schlichtes ausgesucht. Denn das ist Wimbledon für mich, nicht zu viel 'Blingbling', sondern einfach ein langes Kleid", sagte Kerber, die trotz einer nächtlichen Siegerparty mit ihrem Team und der Familie am Sonntag relativ fit wirkte.

Erst gegen 23.30 Uhr am Samstagabend war sie von der Anlage ins angemietete Haus zurückgekehrt. Danach ging es zum Essen ins Soho House nach London - später noch in die angeschlossene Bar. "Als ich wieder nach Hause gekommen bin, war es vielleicht so 4.00 oder 4.30 Uhr, es wurde schon wieder langsam hell", berichtete die 30-Jährige.

"Noch nicht realisiert, was ich geschafft habe"

Komplett greifbar war für sie der eigene Coup im Rasen-Mekka auch unter der Sonntagssonne noch nicht. Total happy war sie trotzdem. "Ich kann es immer noch nicht realisieren, was ich gestern geschafft habe. Ich spüre zwar, dass alles von mir abfällt. Aber ich brauche noch einige Tage, bis ich verstehe, dass ich Wimbledon gewonnen habe."

Vom Triumph an der Church Road hatte Kerber schon als kleines Mädchen geträumt. "Egal, was jetzt noch kommt, es ist ein Bonus", betonte "Angie", die sich in ihrer Karriere drei Dinge gewünscht hatte: Wimbledon gewinnen - seit Samstag erledigt. Die Nummer eins der Welt werden - seit September 2016 erledigt. Und eine olympische Medaille holen - seit Rio den Janiero im Oktober 2016 erledigt.

Auch Steffi Graf gratulierte "Angie" natürlich

Und natürlich gratulierte auch Steffi Graf, die vor Kerber 1996 als letzte Deutsche die Trophäe namens Venus Rosewater Dish beim bedeutendsten Turnier der Welt geholt hatte. "Sie hat mir geschrieben, dass sie es verfolgt hat, sich mit mir freut , ich es genießen soll, und es verdient habe. Es ist immer wieder schön, wenn eine Nachricht von Steffi kommt", meinte Kerber über die Nachricht der "Gräfin", die inmitten der anderen 200 Botschaften auf ihrem Smartphone aufblinkte.

Am Montagmittag wird Kerber zunächst von der englischen Metropole aus nach Posen fliegen, um am Abend in Puszczykowo mit Oma und Opa und der Familie zu Grillen. Am Dienstag findet im Porsche Museum Stuttgart dann ein Empfang für die dreimalige Grand-Slam-Gewinnerin statt. Danach will sie entspannen - und genießen. Erst beim Hartplatzturnier in Montreal (ab 6. August) geht die neue Nummer vier des WTA-Rankings wieder an den Start.

Kerber kündigt an: "Ich will die Zeit für mich mehr nutzen"

Und Kerber weiß bereits jetzt, dass sie sich zwischen Terminen und Training mehr Zeit für sich nehmen wird als das noch 2016 nach ihren Erfolgen der Fall war. "Das wird der Schlüssel für die nächsten Wochen sein. Dass ich die Zeit für mich mehr nutze", kündigte sie an

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