Gegen die Schreckensbilanz

Mittwoch, 12.07.2017 | 10:30 Uhr
Gegen Novak Djokovic durfte Tomas Berych nur zweimal jubeln
© getty

Geht es nach den Erfahrungen der meisten bisherigen Duelle gegen Novak Djokovic, dann darf Tomas Berdych für heute Abend sein Rückflug-Ticket buchen.

Vitas Gerulaitis hat nach seinem Erfolg gegen Jimmy Connors beim Masters in New York City im Jahre 1979 einen zeitlos schönen Satz geprägt: "Niemand schlägt einen Vitas Gerulaitis zwölf Mal in Folge". Mehr als vier Jahre hatte sich der charismatische US-Amerikaner gegen Connors vergeblich bemüht, ähnlich übrigens wie Andy Roddick gegen Roger Federer. Aus aktuellem Anlass ist zu fragen: Schlägt irgend jemand einen Tomas Berdych 14 Mal en suite?

Novak Djokovic hat das Zeug dazu, er geht mit einer unter absoluten Topspielern beinahe einziagrtigen Bilanz gegen den Tschechen in das heutige Viertelfinale auf Court 1: 25 Siege Djokovic, zwei (in Zahlen: 2) für Berdych, letztmals 2013 auf Asche in Rom.

Starker Aufschlag

Die Chancen, dass sich daran etwas ändert, stehen eher schlecht. Auch wenn Novak Djokovic in seinem Nachtrags-Match gegen Ardrian Mannarino keinen vollständig glücklichen - und gesunden - Eindruck hinterlassen hatte. Zu Beginn und zum Ende der Partei musste das medizinische Personal seine Aufmerksamkeit auf den dreifachen Titelträger in Wimbledon richten, erst meldete sich der Magen, dann die Schulter.

Das mag Tomas Berdych die Tür zum Halbfinale womöglich einen Spalt weit aufstossen, der 31-Jährige mit Wohnsitz Monte Carlo durfte zumindest einen Tag länger Pause genießen. Der Fünf-Satz-Erfolg gegen Dominic Thiem wird das Selbstvertrauen des mittlerweile auf Position 15 in der Weltrangliste zurückgefallenen Berdych wieder etwas aufgemöbelt haben, vor allem der Aufschlag erwies sich im Achtelfinale gegen Österreichs Nummer eins als Punktegarant.

Frühe Verheißung

Tomas Berdych hat in seiner Karriere bald 30 Millionen US Dollar an Preisgeld verdient, sein Fans müssen sich um die finanzielle Situation des Wimbledon-Finalisten von 2010 keine Sorgen machen. Andererseits weist die Vita nur 13 Titel während einer Schaffensphase von 15 Jahren auf der ATP-Tour aus, den größten davon vor knapp einem Dutzend Jahren in Paris-Bercy. Die Verheißung war groß, die Titel haben seither dann doch lieber Spieler wie eben Novak Djokovic gewonnen.

Der Serbe darf sich dennoch auf einen ordentlichen Test einstellen, vor allem, wenn Berdych sein Service-Percentage hoch halten kann. Trotz der Probleme gegen den unorthodoxen Mannarino steht die Nummer zwei des Turniers noch ohne Satzverlust da, die Motivation sei zurückgekehrt, sagt Djokovic.

Schlechte Aussichten

Vitas Gerulaitis hat nach seinem Erfolg gegen Connors im Madison Square Garden noch ein paar weitere Matches gegen den legendären Linkshänder mit dem Stahlracket gewonnen. Und mit den Australian Open immerhin ein Grand Slam Turnier, auch wenn Melbourne zu Zeiten von Gerulaitis nicht denselben Stellenwert genossen hat wie aktuell. Für Tomas Berdych heißt es aber vor allem: Schritt für Schritt. Denn sollte er seine verheerende Bilanz gegen Novak Djokovic tatsächlich verbessern, stünde immer noch ein Match-Up gegen entweder Milos Raonic oder Roger Federer ins Haus. Auch keine Laufkundschaft: Gegen Federer liegt Berdych im direkten Vergleich mit 6:18 in Rückstand, hat die letzten sieben Matches verloren.

Hier das Tableau der Herren in Wimbledon

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