Ehemaligentreffen in Runde eins

Dienstag, 04.07.2017 | 10:45 Uhr
Agnieszka Radwanska
© getty

Auf diese heutigen drei Damenmatches in Wimbledon lohnt sich ein Blick.

Von Christian Albrecht Barschel aus Wimbledon

Agnieszka Radwanska (Polen/9) - Jelena Jankovic (Serbien)

(2. Match Court 2)

Eine ehemalige Wimbledonfinalistin gegen eine ehemalige Weltranglisten-Erste: Dass dieses Duell bereits in einer ersten Grand-Slam-Runde stattfindet, zeigt, wie groß die Dichte im Damentennis mittlerweile ist. Agnieszka Radwanska spielt bislang ein bescheidenes Jahr. In der Jahresweltrangliste belegt die Hot-Shot-Königin nur Platz 40. Gelingt in Wimbledon die Wende? Die 28-jährige Polin weiß, wie man Wimbledon gewinnt, zumindest bei den Juniorinnen holte sie 2005 den Titel. Bei den Profis war sie 2012 nah dran, als sie im Finale gegen Serena Williams unterlag. Die Spielintelligenz von Radwanska kommt auf Rasen mehr zum Tragen als auf Sand. Anders sieht es bei Jelena Jankovic aus, die der Form vergangenen Jahre weit hinterher läuft. Die Serbin steht in der Jahresweltrangliste nicht mal unter den Top 100. Und nun kommt Wimbledon, wo Jankovic noch nie Bäume ausgerissen hat. Dennoch hat dieses Duell einen großen Reiz, denn Matches mit Radwanska und Jankovic bieten stets einen hohen Unterhaltungswert.

Prognose: Radwanska gewinnt in zwei Sätzen.

Timea Bacsinszky (Schweiz/19) - Monica Puig (Puerto Rico)

(nicht vor 17 Uhr Ortszeit, Platz noch nicht bekannt)

Monica Puig wird auf ewig in den Sportgeschichtsbüchern stehen als erste Goldmedaillengewinnerin aus Puerto Rico. Das kann ihr keiner mehr nehmen. Nach dem sensationellen Olympiasieg in Rio de Janeiro kam allerdings nicht mehr viel von der 23-Jährigen mit den Powerschlägen. Es wird also Zeit für das nächste große Ding. Ob dies in Wimbledon passiert, darf man stark bezweifeln. Puig spielte kein Rasenturnier vor Wimbledon, wo sie bei ihrer Premiere im Jahr 2013 ins Achtelfinale stürmte. Ihre Erstrundengegnerin, Timea Bacsinszky, war bei den French Open wieder nah dran am ersten Grand-Slam-Titel. Ein Triumph der Schweizerin in Wimbledon wäre eine große Überraschung. Zwar erreichte Bacsinszky vor zwei Jahren in Wimbledon das Viertelfinale, für den ganz großen Wurf auf Rasen fehlen ihr aber die Waffen. Puig kann Bacsinzsky in Bestform zwar vom Platz fegen, die Sicherheit in den Grundschlägen spricht aber eindeutig für die Schweizerin.

Prognose: Bacsinszky gewinnt in drei Sätzen.

Daria Gavrilova (Australien/20) - Petra Martic (Kroatien)

(2. Match Court 14)

Wer Daria Gavrilova nicht in den sozialen Netzwerken folgt, sollte dies unbedingt tun. Die 23-Jährige zeigt auf erfrischende Art und Weise eine große Fannähe, gewürzt mit viel Selbstironie und großem Respekt für ihre Kolleginnen. Energiebündel Gavrilova steht sich manchmal noch selbst im Weg und belohnt sich nicht für gute Matches. Der Weg der Australierin geht dennoch kontinuierlich nach oben. Derzeit steht sie als Nummer 21 im WTA-Ranking so gut da wie noch nie. Gavrilovas Erstrundengegnerin Petra Martic schrieb bei den French Open eine der Geschichten des Turniers, als sie als Qualifikantin das Achtelfinale erreichte und gegen Elina Svitolina nur zwei Punkte vom Viertelfinale entfernt war. Die Kroatin hat sich auch in Wimbledon über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt. Der Startschuss für den nächsten Traumlauf?

Prognose: Gavrilova gewinnt in zwei Sätzen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung