Zverev-Korb für Boris Becker, das nächste Marcus-Willis-Wunder

Londoner Rasenspiele, Tag 6

Samstag, 08.07.2017 | 22:43 Uhr
Alexander Zverev, Boris Becker
© getty
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Dies und Jenes von Tag 6 in Wimbledon.

Von Christian Albrecht Barschel aus Wimbledon

Zverev gibt Becker einen Korb: Alexander Zverev steht erstmals im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. In den letzten Monaten kursierten immer wieder Meldungen, dass Boris Becker ein Kandidat für den Trainerposten beim 20-jährigen Deutschen wäre. Becker arbeitet in Wimbledon für die BBC als Kommentator und zeigte sich aufgeschlossen gegenüber einem Engagement im Team Zverev. In einem heute erschienenen Interview mit dem Magazin "Der Spiegel" gab Zverev dem dreimaligen Wimbledonsieger einen Korb - vorerst. "Boris ist jemand, mit dem ich schon jetzt relativ viel Kontakt habe, wir sprechen miteinander, telefonieren. Aber ich denke auch, dass ich vielleicht noch nicht bereit bin, diese oder jene Information zu hören." Zunächst einmal steht die Etablierung in den Top Ten im Vordergrund. "Das mentale Training, die Feinheiten kommen vielleicht später."

Nächstes Willis-Wunder: In diesem Jahr ist es im Einzel Sebastian Ofner gewesen, im vergangenen Jahr war Marcus Willis die Sensationsgeschichte des Turniers. Der Brite schaffte es zwar 2017 im Einzel nicht ins Hauptfeld (Niederlage im Quali-Finale), stattdessen gab es nun das Wunder im Doppel. An der Seite von Landsmann Jay Clarke steht Willis im Achtelfinale - nach einem Fünfsatzsieg gegen die Titelverteidiger und an zwei gesetzten Franzosen Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut.

Acht Punkte: Ob sich Jo-Wilfried Tsonga in Zukunft wünscht, nicht das letzte Match des Tages zu bestreiten? Sein Drittrundenmatch gegen Sam Querrey wurde gestern Abend beim Stand von 5:6 im fünften Satz wegen Dunkelheit abgebrochen, bei Aufschlag Tsonga. In der Fortsetzung ging alles ganz schnell. Nach acht Punkten war es vorbei für Tsonga. Das gleiche Schicksal ereilte ihm auch bei den French Open in der ersten Runde gegen Renzo Olivo. In Paris wurde das Match ebenfalls wegen Dunkelheit abgebrochen, als Tsonga gegen den Matchverlust serviert. Am Folgetag verlor er gleich sein Aufschlagspiel.

Monster-Rettungstat: War dies bereits der spektakulärste Punktgewinn des Turniers? Seht selbst, was der Brite Joe Salisbury im Mixed vollbracht hat. Eine Runde Applaus bitte!

Benoit Paire: Werden Benoit Paire und Wimbledon doch noch Freunde? Der 28-jährige Franzose sprach in den vergangenen Jahren ganz offen über seine Abneigung gegenüber Rasentennis, insbesondere in Wimbledon. "Ich hasse Wimbledon, und ich bin froh, es so schnell wie möglich verlassen zu können", sagte er im Jahr 2014. Nun steht Paire, bei dem Genie und Wahnsinn ganz dicht beieinanderliegen, in Wimbledon erstmals im Achtelfinale. Nun geht es gegen Andy Murray, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. "Vor zwei Jahren in Monte Carlo lag ich einen Satz und zwei Breaks vorne, und ich habe in drei Sätzen verloren. Ich denke, mein Spiel ist gut. Ich kann gut gegen ihn aussehen."

Murray in der Royal Box: Murray wurde bereits von der Queen zum Sir ernannt. Heute war der amtierende Wimbledonsieger zu Gast in der Royal Box. Der Empfang fiel sehr herzlich aus.

Venus' Konstanz: Der letzte Titel liegt zwar schon knapp anderthalb Jahre zurück, doch bei den Grand Slams ist Venus Williams die Meisterin der Konstanz. Die 37-jährige US-Amerikanerin ist die einzige Spielerin, die bei den letzten sechs Grand-Slam-Turnieren immer mindestens bis ins Achtelfinale gekommen ist. Sehr beeindruckend! Vielleicht gelingt in Wimbledon sogar der sechste Titelstreich.

Martic-Märchen: Im April war Petra Martic die Nummer 662 im WTA-Ranking. Drei Monate später wird die Kroatin mindestens auf Platz 88 stehen. Nach der Achtelfinalteilnahme bei den French Open aus der Qualifikation heraus schaffte Martic dies nun auch in Wimbledon. Und die Chancen auf noch mehr sind da: Im Achtelfinale geht es gegen Magdalena Rybarikova.

Tennisgeschichte: Am 8. Juli ist so einiges Geschichtsträchtiges passiert in Wimbledon, vor allem für Roger Federer. Der Schweizer holte an jenem Tag in den Jahren 2007 (gegen Rafael Nadal) und 2012 (Andy Murray) den Wimbledontitel. Venus Williams triumphierte 2000 zum ersten von bislang fünf Malen auf dem "Heiligen Rasen".

Spielplan Montag: Der mittlere Sonntag ist traditionell spielfrei in Wimbledon. Die Veranstalter veröffentlichten bereits den Spielplan für den Montag. So sieht es größtenteils aus. Centre Court (Beginn: 13 Uhr Ortszeit): Venus Williams - Ana Konjuh, anschließend: Andy Murray - Benoit Paire, anschließend: Roger Federer - Grigor Dimitrov, Court 1 (Beginn: 13 Uhr Ortszeit): Johanna Konta - Caroline Garcia, anschließend: Rafael Nadal - Gilles Müller, anschließend: Adrian Mannarino - Novak Djokovic, Court 2 (Beginn: 11:30 Uhr Ortszeit): Angelique Kerber - Garbine Muguruza, anschließend: Victoria Azarenka - Simona Halep, anschließend: Alexander Zverev - Milos Raonic. Court 3 (Beginn: 11:30 Uhr Ortszeit): 3. Match: Dominic Thiem - Tomas Berdych.

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