Favorit gegen den Ballschieber

Mittwoch, 05.07.2017 | 21:35 Uhr
Dominic Thiem weiß, was es geschlagen hat
© GEPA

Die Bilanz von Dominic Thiem gegen Gilles Simon ist vielversprechend. Coach Günter Bresnik erwartet in der zweiten Runde von Wimbledon dennoch ein hartes Match gegen den Franzosen.

Jan de Witt, das war im vergangenen Jahr in Wimbledon zu beobachten, ist ein Mann, der sich auch gerne unter das Tennisvolk mischt. Und also verfolgte der Coach von Gilles Simon, dem Zweitrunden-Gegner von Dominic Thiem, das EM-Match der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland in einem Pub in der Nähe der Anlage, gemeinsam mit anderen Trainern, Spielern, Fans. Ob Günter Bresnik sich einen Kick der österreichischen Auswahl in aller Öffentlichkeit geben würde, ist nicht ausgeschlossen, wenn auch nicht extrem wahrscheinlich. Bresnik flaniert lieber über die Flohmärkte seines Vertrauens, sportlich hat er auf dem Tennisplatz genug zu tun.

Günter wisse, wo er bei Dominic Thiem die Hebel ansetzen müsse, das hat Jan de Witt vor ein paar Jahren bei den US Open gesagt, zu einer Zeit, da vor allem der Rückschlag des Lichtenwörthers das Zeug zum Spielverderber hatte. Wer das Match gegen Vasek Pospisil gesehen hat, muss konstatieren: Günter Bresnik hat die Hebel genau richtig angesetzt.

Ballschieber

Als Aufschläger zeigte sich Thiem auf dem vollbesetzten Court 1 unantastbar, bei Service des Kanadiers hellwach und sehr aggressiv. Die Return-Position an der Grundlinie ist auf schnelleren Belägen nicht immer von Erfolg gekrönt, gegen einen Mann wie Pospisil, der seinen Aufschlägen nachgeht, aber zwingend notwendig.

Gilles Simon wird diese Option wohl eher selten wählen, auch wenn der Franzose irgend etwas im Vergleich zu den letzten Matches gegen Thiem ändern wird müssen. Die letzten vier Partien hat der Österreicher gewonnen, insgesamt steht es 5:2 für Thiem. Günter Bresnik wäre nicht er selbst, würde er nicht trotzdem mahnen. "Der Rasen kommt Simon natürlich entgegen", sagt der Coach, der in Wimbledon Unterstützung durch Gary Muller erfährt. "Der schiebt den Ball ganz flach hin und her, das kann sehr unangenehm werden. Und der Aufschlag funktioniert auf Gras am besten."

Bessere Bilanz

Zuversicht ist für Österreichs Nummer eins dennoch angebracht. Im vergangenen Jahr hatte sich Thiem in der zweiten Runde der Aufschlagkanonade von Jiri Vesely biegen müssen, längere Ballwechsel waren ein rar gesätes Gut. Dies ist gegen Simon, der in der Weltrangliste 2009 schon einmal auf Rang sechs notiert war, nicht zu erwarten. Der Franzose ist derzeit auf Platz 36 klassiert, sein Erstrunden-Erfolg gegen den Chilenen Nicolas Jarry war erst der elfte des Jahres. Bei 14 Niederlagen.

Dominic Thiems Jahresbilanz steht bei 36:15-Siegen, nach den eher durchwachsenen Leistungen in Halle und Antalya hat der Erfolg gegen Pospisil Lust auf mehr gemacht. Die Auslosung wäre weiterhin nicht unangenehm, der erste richtig harte Brocken wäre in Runde vier wohl Tomas Berdych. Günter Bresnik mahnt dennoch zur Vorsicht, so einfach wäre die anstehende Aufgabe nun wirklich nicht.

Denn auch das hat Jan de Witt vor ein paar Jahren bei den US Open gesagt: Er reist mit Gilles Simon aus exakt einem Grund zu einem Turnier - um dieses zu gewinnen.

Hier die Ergebnisse bei den Herren in Wimbledon

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