John McEnroe fordert ATP-Regel für Grand Slams

Forderung nach neuer Verletztenregelung

Donnerstag, 06.07.2017 | 10:21 Uhr
Martin Klizan
© getty
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Sieben Herren gaben ihr Erstrundenspiel auf. Roger Federer und John McEnroe fordern deswegen eine neue Preisgeldregelung bei Grand-Slam-Turnieren.

Nick Kyrgios, Denis Istomin, Viktor Troicki, Feliciano Lopez, Janko Tipsarevic, Martin Klizan, Alexandr Dolgopolov. Gleich sieben Akteure mussten in Wimbledon ihr Erstrundenspiel aufgeben. Am Dienstag erwischte es mit Klizan und Dolgopolov, den Gegnern von Novak Djokovic und Roger Federer, sogar zwei Spieler, die auf dem Centre Court angesetzt waren. Sehr zum Unmut der hartgesottenen Fans, die mehr als 24 Stunden im Wimbledon Park ausgeharrt hatten, um Tickets für den begehrtesten Platz des Tennis zu bekommen.

Schnell wurde gemunkelt, einige Akteure hätten im Bewusstsein gespielt, ihr Match nicht zuende bringen zu können. Aber eben, um ihr Preisgeld von stolzen 35.000 Pfund für eine Erstrundenniederlage mitzunehmen. "Ein Spieler sollte nicht auf den Platz gehen, wenn er weiß, dass er das Match nicht beenden wird", sagte Federer.

Die ATP hat vor einiger Zeit aus genau diesem Grund die Regel aufgenommen, dass ein qualifizierter Spieler, sollte er vorm Match zurückziehen, dennoch sein Preisgeld erhält - aber eben ein Lucky Loser nachrückt. "Die Slams sollten sich genauer anschauen, wie sie es für die Spieler etwas einfacher machen könnten. Es ist eine Menge Geld", so Federer weiter.

Federer, Djokovic und McEnroe für Regeländerung

Speziell für Spieler aus der zweiten Reihe ist das Geld für ein Ausscheiden in Runde eins - das man ebenso als "Qualifikationsgeld" für Runde eins bezeichnen könnte - elementar in ihrem Bemühen, sich die Tennis-Tour leisten zu können. Auch Djokovic sprach sich daher für eine Änderung aus. "Ich unterstütze die Regel, die die ATP eingeführt hat."

BBC-Kommentator John McEnroe sieht es genauso. "Sie sollten eine Art Regel einführen, dass sie die Hälfte des Preisgeldes ausgeben und jemanden ins Feld bringen, der fit ist und 110 Prozent gibt. Es steht unserem Sport nicht gut, wenn man sich so etwas [wie bei Klizan und Dolgopolov] auf dem Centre Court anschauen muss."

Dolgopolov selbst gab zu, nicht daran zu zweifeln, dass manche Spieler auf den Platz gingen in der Gewissheit, ein Match nicht beenden zu können - bei ihm selbst sei dies jedoch nicht der Fall gewesen. "Für die meisten im Draw ist es entscheidendes Geld. Ich habe genug verdient. Wenn ich weiß, dass es ein Risiko für meinen Körper darstellt, gehe ich nicht raus, nur um auf dem Platz zu stehen."

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