Tennis

US Open: Mischa Zverev - Am Elektrolyt verzweifelt

Von Jens Huiber
Mischa Zverev stehen bald ganz neue Aufgaben bevor
© Jürgen Hasenkopf

Mischa Zverev hatte in der ersten Runde der US Open 2018 den Sieg auf dem Schläger. Bis sein Körper im Match gegen Taylor Fritz plötzlich streikte. Den Grund dafür hat Zverev ausgemacht: die neuartige Getränkemischung.

Von Jens Huiber aus New York City

Mischa Zverev ist ein ausgewählt höflicher Mann. Bei der Pressekonferenz nach seiner Fünf-Satz-Niederlage zum Auftakt der US Open 2018 entschuldigte sich der 31-Jährige für sein spätes Kommen, was insofern nicht not tat, als dass die versammelten Journalisten mit größtem Verständnis darauf reagiert hätten, wenn Zverev nach seinem knapp vierstündigen Match unter schwierigsten Bedingungen gegen Taylor Fritz gesagt hätte: Sorry, heute nicht.

Aber da war er dann eben doch im Interview Room 2, der mindestens zehn Mal kleiner ist als der Interview Room 1, aber ebenso gut gekühlt. Florian Mayer war vor Zverev zu Gast gewesen, hatte mit Blick auf die zu erwartenden Verhältnisse am Dienstag und Mittwoch von "kriminellen" Bedingungen gesprochen.

Eigene Getränke für die US Open

So weit wollte Mischa Zverev nicht gehen: "Dafür trainieren wir ja." Er noch länger als Mayer, der Bayreuther wird sich nicht mehr auf der ATP-Tour mühen. Für eine Bilanz der Saison 2018 sei es nach dem Aus beim letzten Grand-Slam-Turnier noch zu früh, so Zverev, er freue sich auf die Hallenturniere im Herbst, wo eine Sache sicher ist: das Elektrolytgetränk, das vor dem Stuhl von Mischa Zverev steht, wird ein anderes sein als jenes bei den US Open 2018.

Nach Wimbledon habe er ein neues Getränk bekommen, was aber schon in Washington nicht so recht zünden wollte: Dort stellten sich Krämpfe schon nach zwei Sätzen ein. "Das darf eigentlich nicht passieren." Im Match gegen Fritz habe er sich ab dem dritten Satz fit gefühlt - und dennoch gedacht, er bekommen bei jedem Aufschlag einen Krampf.

Mischa Zverev wird bald Vater

Zverev hatte den US-Amerikaner zwei Sätze lang dominiert - und seinen Frust über den plötzlichen Energieverlust dann an seine Box adressiert. "Die konnten natürlich nichts dafür", so die Nummer 48 der Welt. Aber es sei eben bitter, dass er nun eigens gemischte Getränke mit auf dem Court habe, auch während der Tage zuvor streng nach Plan und sehr viel getrunken habe. Und dann die Kraft fehle.

Rückschlüsse auf die Aussichten von Bruder Sascha lässt das Malheur im Übrigen nicht zu. Die deutsche Nummer eins, die am Donnerstag gegen Peter Polansky das Turnier eröffnet, sei ein komplett anderer Typ als er, Mischa. Der sich in den kommenden Tagen allerdings ohnehin auf Getränke ganz anderer Art konzentrieren wird: Anfang September wird er zum ersten Mal Vater.

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