Tennis

US Open: Rafael Nadal behält in Viersatz-Schlacht kühlen Kopf gegen Khachanov

Von Maximilian Kisanyik
Samstag, 01.09.2018 | 01:03 Uhr
Rafael Nadal behält gegen Karen Khachanov einen kühlen Kopf
© getty

Rafael Nadal hat sich mit einem Kraftakt in das Achtelfinale bei den US Open 2018 gebissen. Gegen einen starken Karen Khachanov setzte sich der Titelverteidiger mit 5:7, 7:5, 7:6 (7) und 7:6 (3) durch und darf damit weiter von der Titelverteidigung träumen.

Im ärmellosen Vintage-Look trat Rafael Nadal im Arthur Ashe Stadium vor die prellgefüllten Ränge und musste früh im Match erkennen, dass das Duell gegen den jungen Russen Karen Khachanov kein Selbstläufer werden wird.

Khachanov agierte furchtlos und setzt Nadal mit schnellen Grundschlägen unter Druck. Nachdem der 22-Jährige zwei Breakbälle in seinem Eröffnungsspiel abwehren konnte, nutzte er selbst die sich bietende Chance und ging mit 3:1 und Break in Führung. Nadal zeigte sich sichtlich beeindruckt und war mit seinem Spiel offensichtlich nicht zufrieden.

Auf der Gegenseite blieb der Herausforderer aus Moskau ruhig, verließ sich auf seinen starken Aufschlag und nutze seine Chancen bis zum Stand von 4:3 konsequent. Mit dem nahenden Satzgewinn verließen Khachanov schließlich doch die Nerven und Nadal ließ sich die Möglichkeit zum Re-Break und dem 4:4-Ausgleich nicht nehmen.

Die gute Laune beim Spanier sollte jedoch nicht von Dauer sein: Über 15 Winner feuerte Khachanov im ersten Satz ins Feld von Nadal und belohnte sich mit einem weiteren Break zum 6:5 und dem anschließenden Satzgewinn.

Khachanov spielt weiter groß auf - Nadal kontert

Auch in Satz zwei ließ Khachanov nicht locker und sorgte gleich zu Beginn für den nächsten Paukenschlag im Arthur Ashe. Beim Stand von 1:1 spielte der Russe aggressiv, retournierte mit tollen Schlägen und schnappte sich das dritte Break gegen Nadal, der zunehmend ratlos wirkte.

Vor allem die mentale Verfassung des 22-Jährigen war beeindruckend. Zwei Breakbälle wehrte Khachanov erneut ab und ging mit 3:1 in Front. Nadal kam immer wieder zu Chancen, die mit donnernden Aufschlägen zunichte gemacht wurden. Ein Re-Break durch Nadal wurde von Khachanov mit einem erneuten Break zum 5:4 egalisiert.

Nach knapp zwei Stunden Spielzeit servierte der Underdog zur 2:0-Satzführung, wehrte zwei weitere Satzbälle ab, um dann den Angriffen des Titelverteidigers nicht standhalten zu können. Nadal fand mit dem drohenden Aus im Rücken immer besser zu seinem Spiel und schlug im entscheidenden Moment zu. Mit einem weiteren Break sicherte sich der Spanier den zweiten Satz mit 7:5.

Nadal strauchelt, fällt aber nicht

Im bislang besten Spiel des Turniers entwickelte sich in Satz drei ein wahrer Thriller. Das Match wurde noch enger, beide Akteure schenkten sich nichts und die Zuschauer bekamen am Freitagabend in New York City Tennis vom Allerfeinsten geboten.

Die Entscheidung in Satz drei wurde im Tiebreak gesucht, in dem Nadal drei Satzbälle nicht nutzen konnte und sich Khachanov mit toller Moral zurückkämpfte. Beim Stand von 7:7 setzte Nadal dann zum entscheidenden Nadelstich an und konnte sich mit einem Mini-Break absetzen. Der fünfte Matchball sollte Nadal mit 2:1 in den Sätzen in Front bringen.

Im vierten Satz schien dann der Kampfeswille des Russen gebrochen zu sein. Nadal schnappte sich ein frühes Break und dominierte die Partie. Auffällig - und ein wenig Grund zur Sorge - war ein Tape am rechten Knie des Spaniers. Trainer Carlos Moya meinte jedoch, dass es nichts sei, um das man sich Sorgen machen müsse.

Nadal macht den Sack (fast) nicht zu

Das frühe Break schien der Mallorquiner nicht mehr aus der Hand zu geben und hatte die Chance mit eigenem Aufschlag dem Spektakel im elektrisierten Arthur Ashe nach vier hochklassigen und spannenden Sätzen ein Ende zu setzen. Der Titelverteidiger strauchelte jedoch, verlor die Nerven und wurde von Khachanov zum 5:5-Ausgleich gebreakt.

Der Russe brachte sein anschließendes Aufschlagspiel durch und hatte beim Stand von 6:5 sogar einen Satzball, den Nadal aber zunichte machen konnte. Es ging in den Tiebreak. Dort erarbeitete sich der Weltanglistenerste fünf Matchbälle am Stück. Die ersten zwei konnte Khachanov noch abwehren, den dritten verwertete der Spanier nach 4:23 Stunden Spielzeit doch noch.

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