Alexander Zverev oder Dominic Thiem - Wer packt das Halbfinale in Roland Garros?

Von tennisnet
Dienstag, 05.06.2018 | 09:30 Uhr
Dominic Thiem und Alexander Zverev in Paris 2018
© getty

Wie schon 2016 treffen Alexander Zverev und Dominic Thiem bei den French Open aufeinander (14 Uhr im LIVETICKER). Diesmal allerdings sind die Einsätze höher: es geht um einen Platz in der Vorschlussrunde.

Die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und österreichischen Journalisten funktioniert auch bei den French Open 2018 wieder hervorragend. Informationen werden ausgetauscht, Statistiken studiert, ja, sogar am Mittagstisch wurden Kollegen aus beiden Ländern gemeinsam gesehen. Publizistische Neutralität ist natürlich das oberste Gebot - auch wenn mit Alexander Zverev und Dominic Thiem die beiden besten Spieler des Landes am Dienstag aufeinander treffen.

Wir haben mal nachgefragt, wie das Match aus Sicht der Reporter vor Ort denn verlaufen wird.

Doris Henkel (Frankfurter Allgemeine Zeitung, DE): Tendenz Zverev

Ich dachte schon vor der vierten Runde: Gewinnt Zverev gegen Khachanov, dann landet er im Finale - und das schließt logischerweise einen Sieg gegen Thiem ein. Argument: Je größer die Namen auf der anderen Seite sind, desto härter ist sein Biss. Aber das hängt nach drei Fünfsatzspielen selbstredend von Zverevs Fitness ab. Fehlen ihm ein paar Prozent, dann gewinnt Thiem.

Harald Ottawa (Kurier, AT): Tendenz Thiem

Ich tippe aufgrind der bisherigen Leistungen auf Thiem. Gegen Nishikori spielte er seine bislang zwei besten Sätze in Paris überhaupt, auch der Rest war stark. Zverev wird freilich extrem motiviert in sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale gehen, dennoch sage ich 65:35 Thiem.

Andrej Antic (tennisMAGAZIN, DE): Tendenz Zverev

Zverev surft nahe auf der Welle des Abgrunds, aber er reitet sie. Er wird sein bestes Tennis im Turnier spielen und ist mental leicht im Vorteil. Für mich wird das ein Vier-Satz-Sieg.

Alexander Tagger (Kleine Zeitung, AT): Tendenz Thiem

Dominic Thiem wird das Match gewinnen, weil 1. Er der fittere Spieler ist. Zverev musste drei Mal in Folge über fünf Sätze gehen - das geht nicht spurlos an ihm vorbei. 2. Er mehr Erfahrung hat. Für Thiem ist es hier bereits das dritte Viertelfinale in Folge, Zverev steht erst zum ersten Mal in seiner Karriere in der Runde der letzten Acht. 3. In Paris ganz andere Bedingungen herrschen, als in Madrid, wo sich Zverev im Finale gegen Thiem noch durchgesetzt hat.

Sebastian Kayser (BILD, DE): Tendenz Zverev

In Spiel-Sportarten würde ich von einem klassischen Unentschieden ausgehen. Auch wenn er was anderes behauptet, muss sich die viele Zeit auf dem Platz bei Alexander Zverev irgendwann rächen. Drei Fünf-Satz-Kracher in Folge, das kann an einem 21-Jährigen nicht spurlos vorüber gehen. Gegen Thiem wird aber die Hinterkopf-Motivation eine andere sein als gegen die unbekannten Jungs in den Runden zuvor. Thiem ist ein Name, da wird er konzentrierter denn je rangehen und in vier Sätzen gewinnen.

Fritz Hutter (Sportmagazin, AT): Tendenz Thiem

Ich tippe auf einen Fünfsatzsieg für Thiem - quasi ein Cordoba mit Bedeutung. Für den Österreicher sprechen aus meiner Sicht seine Grand-Slam-Routine, seine möglicherweise größere und breitere Fitness-Basis und der mental bislang weniger aufreibende Turnierverlauf. Insgesamt sehe ich DT auch im Vorteil, weil er den Best-of-5-Modus mittlerweile beeindruckend zu nutzen weiß und mit dem Wissen über seine Stärke durchaus einschüchtern kann. Ist aber auch gut möglich, dass es bei den beiden letztlich einfach nur aufs Service-Percentage und auch darauf ankommt, im Krisenfall positiv zu bleiben oder sich scharf zu pushen statt sich mit Gejammer zu schwächen.

Jörg Allmeroth (tennisnet.com): Tendenz offen

Ich wage keine Einschätzung, wie auch nach diesem Verlauf bei Zverev. Normalerweise, also wenn alles mit halbwegs rechten Dingen zuginge, müsste Thiem einen klaren Substanzvorteil haben. Wenn Zverev gewinnen will, dann muss er es möglichst schnell erledigen, in drei Sätzen wohl. Je länger es dauert, sollten sich (sollten) Verschleißerscheinungen bei AZ bemerkbar machen.

Gerald Widhalm (Austria Presse Agentur, AT): Tendenz Thiem

Für Thiem spricht, dass er schon sein drittes Major-Viertelfinale bestreitet und er natürlich im Vergleich zu Zverev weniger Zeit auf dem Platz verbracht hat. Wenn er sein Topniveau abrufen kann, gewinnt er knapp.

Jens Huiber (sportradio360.de): Tendenz Thiem

In den bisherigen Matches hat Zverev bei weitem nicht so herausragend serviert wie im Finale von Madrid. Thiem sollte also zu Chancen kommen, dem Deutschen bei dessen Aufschlag gefährlich zu werden. Auch wenn die Bedingungen in Paris andere sind als in der spanischen Hauptstadt. Thiem ist zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall fitter und spielerisch stärker als die bisherigen Gegner von Zverev. Letzteres gilt natürlich auch umgekehrt.

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