Novak Djokovic und Stan Wawrinka: Zwei Ex-Champs als Fragezeichen

Samstag, 26.05.2018 | 11:55 Uhr
Novak Djokovic
© getty

Stan Wawrinka und Novak Djokovic waren die Einzigen, die in den vergangenen Jahren außer Rafael Nadal in Paris gewannen. In die Auflage 2018 starten sie nicht als Titelkandidaten.

Die Fallhöhe ist beträchtlich. Wenn Stan Wawrinka an diesem Wochenende in die French Open 2018 startet, kann er relativ wenig gewinnen - und eine Menge verlieren. Wawrinka, der 33-jährige Romand, war vor einem Jahr noch Finalist des Sandplatz-Grand-Slams, er wurde damals bekanntlich von Matador Rafael Nadal erst im Titelmatch bezwungen. Nun gilt es, im Zuge eines äußerst schwierigen und komplizierten Verletzungs-Comebacks, die erhebliche Summe von 1200 Weltranglistenpunkten zu verteidigen. Oder wenigstens nicht allzu früh auszuscheiden und nicht weiter an Boden zu verlieren. "Ich bin mental wieder stark, glaube auch an mich selbst", sagte Wawrinka einmal in den letzten Tagen, am Rande des ATP-Turniers daheim in Genf. Allerdings schied Wawrinka im Viertelfinale sang- und klanglos gegen den Ungarn Martin Fucsovics aus, den zweiten von zwei Sätzen verlor er sogar zu Null.

Wawrinka droht Ranglisten-Absturz

Für die Offenen Französischen Meisterschaften, bei denen er in der jüngeren Vergangenheit oft genug herausragende Leistungen zeigte und sich 2015 sogar zum Sieger aufschwang, ist womöglich schon in Runde eins Ungemach zu erwarten. Der Spanier Guillermo Garcia-Lopez ist ein undankbarer Kontrahent in Wawrinkas gegenwärtig labiler Verfassung. Sollte der Schweizer verlieren, würde er etwa auf Platz 260 der Weltrangliste zurückfallen. Bliebe er irgendwann in der ersten Turnierwoche stecken, wäre der Rücksturz kaum sanfter, dann müsste er sich die Top 150 der Charts von draußen anschauen. Übrigens: Garcia-Lopez war der Mann, der Wawrinka 2014 aus den höchsten Grand-Slam-Höhen riss. Damals kam Wawrinka als Australian-Open-Champion nach Paris - und scheiterte bitter an Garcia-Lopez. Wawrinka kommt nun auch mit magerer Spielpraxis in die französische Hauptstadt, erst zehn Partien hat er 2018 bestritten, mit einer 4:6-Bilanz.

Der Djoker wieder als Störenfried?

Anders als Wawrinka kommt Novak Djokovic in Paris durchaus wieder als Störenfried der Weltspitze in Betracht. Der Serbe, der am vergangenen Dienstag seinen 31. Geburtstag feierte, zeigte aufsteigende Form mit einem Halbfinal-Einzug beim ATP Masters in Rom, ließ sich dort erst von Rafael Nadal stoppen. Es war der erste echte Hoffnungsschimmer für den langjährigen Weltranglisten-Ersten und zeitweilig absoluten Dominator der Branche - nach einem zuvor ähnlich komplexen Rückkehrversuch aus Verletzungsnot. "Djokovic wird sich bis tief in die zweite Paris-Woche durchschlagen", prophezeit Schwedens Altvorderer Mats Wilander, "bei ihm zeigt der Trend eindeutig nach oben."

Djokovic hatte zuletzt wieder vertraute Gesichter an seine Seite geholt, etwa den früheren Coach und Vertrauten Marijan Vajda sowie den österreichischen Fitness- und Ernährungs-Guru Gebhard Gritsch. Djokovic trifft in der ersten Runde auf den Brasilianer Rogerio Dutra-Silva, die Nummer 132 der Welt.

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