Tennis

French Open: Novak Djokovic lässt noch einige Fragen offen

Erster Schritt in Paris geschafft - Novak Djokovic
© getty

Niemand sollte Novak Djokovic vorzeitig abschreiben. Ob der Serbe allerdings zu einer Wiederholung seines Triumphes bei den French Open von 2016 in der Lage ist, darüber hat sein erster Auftritt noch zu wenige Aufschlüsse gegeben.

Von Jens Huiber aus Paris

Novak Djokovic beim Training zuzusehen, hat immer noch etwas Großes. Sei es auf einem der hintersten Plätze im Jean Bouin, wo der ehemalige Weltranglisten-Erste Sonntagmittag mit Stan Wawrinka nach dem letzten Feinschliff für die French Open 2018 gesucht hat, sei es Montagfrüh auf dem Court Philippe Chatrier - wo sich Djokovic mit Erstrunden-Gegner Rogerio Dutra Silva den Platz geteilt hat.

Der Serbe hat die Zeit zurück gedreht, Gebhard Gritsch und Marian Vajda sind an seiner Seite. Und auch Boris Becker nicht weit weg, der rote Baron verfolgt schließlich für den übertragenden TV-Sender Eurosport das Turnier am Bois de Boulogne.

Djokovic schätzt Zverev

Drei Sätze hat Djokovic dann bei seinem ersten Auftritt benötigt, das Minimum. Alles andere wäre einer Überraschung gleich gekommen, auch wenn sich der zweifache Familienvater zu Beginn des Jahres noch schwer getan hat. Das Halbfinale in Rom, und vor allem der erste Satz gegen Rafael Nadal, das war Tennis von einer Güte, die sich schon wieder nahe am Top-Niveau von Novak Djokovic bewegt haben. Aber eben nur einen Satz lange. Reicht die Kraft für drei starke Durchgänge? Wie sieht es mit der Konzentration, der Entschlossenheit aus?

Djokovic, das hat auch eine Veranstaltung am vergangenen Mittwoch bei seinem Schläger-Ausrüster HEAD gezeigt, wirkt sehr nachdenklich dieser Tage. Ein Suchender, nicht nur auf dem Tennisplatz, sondern vor allem daneben. Bei allem Respekt vor der sportlichen Leitung für Markenkollegen Alexander Zverev sei es eben vor allem die menschliche Komponente, die Djokovic an der deutschen Nummer eins beeindrucke.

Bei den French Open nun gegen Munar

Sportlich geht es für den Mann aus Belgrad nicht unattraktiv weiter, anstelle des ewigen David Ferrer wartet nun in Runde zwei Jaume Munar. Djokovic kann alle Gegner außerhalb der Top Ten wegspielen, immer noch. Die Rückhand, die er im Training zeigt, fliegt wie an der Schnur gezogen, dreimal, viermal - aber eben noch nicht achtmal wie in seinen ganz großen Tagen.

Sorgen muss sich der Tennisfan um einen zwölffachen Grand-Slam-Champion nicht machen, in keiner Hinsicht. Jedes große Turnier ist aber ein besseres, wenn sich Novak Djokovic ganz nahe an der Weltspitze bewegt. Ob ihm das in den nächsten zwei Wochen gelingt, darüber hat die Partie gegen Dutra Silva noch zu wenig Anhaltspunkte gegeben.

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