Dominic Thiem bei den French Open

Kein Sieg in Paris entsteht aus dem Nichts

Montag, 05.06.2017 | 17:03 Uhr
Dominic Thiem
© GEPA

Dominic Thiem hinterlässt bei den French Open den imponierenden Eindruck eines starken Sandplatzspielers.

Dass die konstantesten Sandplatzspieler der Saison auch bei den French Open beherrschende Kräfte sind, kommt nicht als besonders neue Erkenntnis daher. Roland Garros, diese Bergbesteigung eines herausfordernden Tennis-Achttausenders, das ist kein Zufallswerk, kein Sieg entsteht hier aus dem Nichts oder als Überraschung. Die Erfolgsmission ist das Produkt langer, sorgfältiger Vorbereitung, auch der Kunst, schließlich am Ende anstrengender Saisonwochen noch einmal genügend Kräfte für den Sandplatz-Höhepunkt zu mobilisieren. Dass trotzdem auch viele der Allergrößten an der Pokaljagd scheiterten, intensiviert nur den Mythos dieser "Affiche".

Warum das noch einmal zu erwähnen ist? Weil es den starken, imponierenden Eindruck verstärkt, den der junge Österreicher Dominic Thiem in Paris und auch sonst als Sandplatzspieler hinterlässt. Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen Spanier und Südamerikaner den Kampf um die French-Open-Krone gänzlich unter sich ausmachten - doch ein gewisses Spezialistentum ist immer noch ausgeprägt. Nicht alle auf der Tour konzentrieren ihre Energien auf Roland Garros, viele fühlen sich wohler, wenn es aufs schnelle Terrain geht, hinein in die Rasenserie, danach dann auf die Hardcourts.

Fußabdrücke werden immer markanter

Thiem folgt, ohne dass es etwas miteinander zu tun hat, den Spuren des berühmten Landsmannes Thomas Muster, noch ist er nicht so weit, um mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden. Aber seine Fußabdrücke in der terre battue werden immer markanter; wie Thiem die ersten vier Matches in Paris bestritt, war großartig. In jeder Beziehung - in der Art und Weise der Siege, aber eben auch in der Selbstverständlichkeit des ganzen Auftritts. Dass er einer der führenden, wenn nicht gar der führende Sandplatzspieler in einer Ära nach Nadal werden kann, ist längst keine gewagte Prophezeiung mehr. Bestenfalls hat er es in den nächsten Tagen mit Djokovic (am Dienstag im Viertelfinale) und dann mit Nadal am Freitag im Halbfinale zu tun. Unmöglich ist das nicht.

Thiem, ein höchst umgänglicher und sympathischer Zeitgenosse, ist dazu ein begabter Allrounder, der überall seine Power und Klasse entfalten kann. Er und Alexander Zverev könnten in ihren jeweiligen Heimatländern wirklich neue Begeisterung entfachen. Womöglich sogar in einer prickelnden Rivalität zueinander, einer freundschaftlichen Konkurrenz wohlgemerkt.

Die French Open im Überblick

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