Australian Open: Severin Lüthi über das Comeback von Roger Federer

"Im Juli hätte ich sofort unterschrieben"

Montag, 16.01.2017 | 19:36 Uhr
Roger Federer
© getty
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Severin Lüthi äußert sich im Interview mit dem "Tagesanzeiger" zum Comeback von Roger Federer. Der Schweizer gibt sich sehr zuversichtlich, tritt aber auch auf die Bremse.

Roger Federer hat beim Hopman Cup in Perth seine Rückkehr auf die Tennisbühne gefeiert und einen guten Eindruck hinterlassen. Diesen will er nun bei den Australian Open bestätigen. Bei seinem Auftaktsieg gegen Jürgen Melzer hat der 35-jährige Schweizer vor allem in den ersten beiden Sätzen Mühe gehabt, seinen Rhythmus zu finden. Für seinen langjährigen Trainer Severin Lüthi ist aber bereits die Teilnahme in Melbourne ein riesengroßer Erfolg, wie er im Gespräch mit dem "Tagesanzeiger" erklärte.

"Ich bin einfach happy, wie die letzten Monate verliefen. Das ist für mich das Wichtigste. Ganz egal, wie dieses Turnier verläuft. Wir konnten eine gute Basis legen, er konnte physisch viel arbeiten, viele Bälle schlagen und hatte keine größeren Rückschläge", sagte Lüthi und fügte an: "Im vergangenen Juli hätte ich sofort unterschrieben, wenn man mir damals offeriert hätte, dass wir heute schon wieder so weit gekommen sein würden."

Auch ein frühes Australian-Open-Aus kein Beinbruch

Auch ein frühes Aus in Melbourne und der damit verbundene weitere Rückfall in der Weltrangliste würde Lüthis Sichtweise keineswegs verändern. "Man nimmt das erste Turnier, und wenn er super spielt, jubeln alle. Und wenn er nicht so gut war, heißt es: Er hätte dies oder jenes tun sollen. Aber wir haben die ganze Phase ja nicht nur wegen der Australian Open gemacht. Natürlich war es das Ziel, dass er hier fit ist und gut spielt. Aber es kommt ja nachher noch viel mehr, und hoffentlich folgen danach noch zwei, drei weitere Saisons."

Ob Federer noch ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird, da gehen die Meinungen weit auseinander. Lüthi glaubt selbstverständlich an seinen Schützling, auch wenn er die Situation realistisch einschätzt. "Wir posaunen sicher nicht heraus, dass Federer dieses Turnier hier gewinnen werde. Aber teamintern glauben wir schon an seine Stärke, und er auch. Wie weit das führen kann, weiß ich nicht - ich hoffe, wirklich weit. Wenn er auf dem Platz steht, glaube ich immer daran, dass er eine Möglichkeit hat, das Match zu gewinnen. Ich saß jedenfalls noch nie in der Box und dachte: Morgen fliegen wir wahrscheinlich nach Hause. Aber, klar: Es muss auch vieles zusammenpassen, um große Erfolge zu erringen. Es muss dir nur einer vor der Sonne stehen. Und x-mal hat nicht viel gefehlt. Ein paar Mal sagtest du dir schon: ‚Huere Siech', das hätte er vielleicht ausnützen können. Und ein paar Mal war halt einer ein wenig besser.

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